Pfizer erwägt 100-Mrd-Dollar Angebot für AstraZeneca

Pfizer-Chef Ian Read.

London – Der amerikanische Pharma-Riese Pfizer hat einem Zeitungsbericht zufolge Interesse an dem britischen Konkurrenten AstraZeneca. Der US-Konzern sei mit einem Angebot über 100 Mrd. Dollar bereits auf den Rivalen zugegangen, berichtete die „Sunday Times“ unter Berufung auf hochrangige Investmentbanker und Branchenkreise am Sonntag.

Es habe informelle Gespräche über den Vorstoss gegeben. AstraZeneca habe diesen abgelehnt, weshalb es derzeit keine Verhandlungen gebe. Weder AstraZeneca noch Pfizer waren zunächst für eine Stellungnahme zu erreichen.

Generika-Konkurrenz setzt Branche zu
Die Pharmabranche leidet derzeit unter der Konkurrenz durch Nachahmerprodukte, da viele Medikamente den Patentschutz verlieren. Bei Astra laufen allerdings viele Patente zu einem Zeitpunkt aus, an dem einige Konkurrenten – wie Pfizer – das Schlimmste hinter sich zu haben scheinen.

So rechnet Astra 2014 mit rückläufigem Umsatz und Gewinn, wenn der Schutz für das Anti-Sodbrennen-Mittel Nexium ab Mai in den USA endet. Die grösste Hürde steht Astra noch bevor. Für das mit Abstand das umsatzstärkste Mittel des Konzerns, den Cholesterinsenker Crestor, läuft der Patentschutz in den USA 2016 aus.

Pfizer kämpft gegen ähnlich Probleme – beispielsweise bei der Potenzpille Viagra oder dem Cholesterinsenker Lipitor. Zuletzt waren die Einbussen aber nicht mehr ganz so herbe. Den letzten grossen Zukauf machte Pfizer 2009 als der Konzern den US-Konkurrenten Wyeth für 68 Mrd Dollar erwarb. (awp/mc/ps)

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