Philips erwägt Börsengang für Lichtsparte

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Philips-Konzernchef Frans van Houten. (Foto: Philips)

Philips-Konzernchef Frans van Houten. (Foto: Philips)

Amsterdam – Beim niederländischen Elektrokonzern Philips geraten die Pläne für einen Verkauf der Lichtsparte zunehmend ins Wanken. Als Notlösung stellte das Unternehmen am Montag erstmals öffentlich einen Börsengang in Aussicht. Die Entscheidung, ob Philips die Lichtsparte an die Börse bringt oder an einen Bieter verkauft, solle bald fallen, sagte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Frans van Houten, der «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Dienstag). Das werde «irgendwann im zweiten Quartal» passieren. Sollte es einen Börsengang geben, will Philips sich scheibchenweise von seinen Anteilen trennen.

An der Börse sorgte der schleppende Verkauf für schlechte Stimmung. Philips-Aktien verloren bis zum Montagnachmittag mehr als fünf Prozent an Wert. Händler äusserten die Sorge, dass dem Konzern die Anteile der Lichtsparte nicht aus den Händen gerissen werden. Im Januar war der angedachte milliardenschwere direkte Verkauf des Bereichs mit LED- und Autolichtern an einen chinesischen Investor geplatzt. In Kürze will sich Philips nun zu den anderen eingegangenen Geboten für das Geschäft äussern.

Umsatz steigt
Derweil macht der Konzern weiter Fortschritte in seiner Medizintechniksparte. Vor allem dank des guten Abschneidens mit Geräten wie Computertomographen und MRT-Scannern kletterte der Umsatz im ersten Quartal um 3 Prozent auf 5,52 Milliarden Euro. Allerdings belastete die geplante Aufspaltung des Konzerns, unter dem Strich blieb mit 37 Millionen Euro nur gut ein Drittel des Gewinns von vor einem Jahr übrig. Insgesamt schlugen Trennungskosten von 52 Millionen Euro zu Buche, aufs Jahr gesehen kalkuliert das Management für die Neuaufstellung nun mit 200 bis 225 Millionen Euro Kosten. Im Januar hatte man noch mit bis zu 300 Millionen Euro gerechnet.

Im Tagesgeschäft lief es runder. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) legte um 14 Prozent auf 374 Millionen Euro zu. Das war – wie auch beim Umsatz – mehr als von Branchenexperten zuvor geschätzt. Für Analyst Alok Katre von der französischen Investmentbank Societe Generale war insbesondere der Umsatz eine positive Überraschung.

Vor allem in Nordamerika liefen die Geschäfte für die Niederländer besser. Die Medizintechniksparte konnte – Wechselkurseffekte und Zu- und Verkäufe herausgerechnet – die Erlöse insgesamt um 5 Prozent steigern. In der Lichtsparte lag das kräftig wachsende LED-Geschäft anteilsmässig nun gleichauf mit den traditionellen Lampen, insgesamt ging aber wegen des Rückgangs in dem angestammten Bereich der Umsatz mit Beleuchtung zurück. (awp/mc/upd/ps)

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