Pierer Mobility profitiert von Coronanachfrage

Stefan Pierer
Stefan Pierer, CEO Pierer Mobility AG. (Foto: zvg)

Wels – Der Zweiradbauer Pierer Mobility hat von der boomenden Nachfrage nach Motorrädern, Velos und E-Bikes in der Coronapandemie profitiert. Das an der Schweizer Börse kotierte Unternehmen hat im ersten Halbjahr einen Rekordumsatz erzielt. Auch der Gewinn schoss nach oben.

Der Umsatz kletterte um 80 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro, wie das österreichische Unternehmen am Dienstag bekannt gab. Im Vorjahr war der Umsatz auf 600 Millionen Euro geschmolzen.

Der Betriebsgewinn EBIT verbesserte sich auf 102,6 Millionen Euro, nachdem er im Vorjahr auf 1,7 Millionen Euro abgestürzt war. Die EBIT-Marge erreichte 9,5 Prozent nach hauchdünnen 0,3 Prozent vor einem Jahr.

Unter dem Strich fuhr Pierer mit einem Reingewinn von 78,3 Millionen Euro wieder in die schwarzen Zahlen. Vor zwölf Monaten hatte das Unternehmen noch einen Reinverlust von 9,6 Millionen erlitten. Damit hat Pierer nach sechs Monaten bereits mehr verdient als im gesamten Coronajahr 2020 (69,5 Millionen).

Töffabsatz fast verdoppelt
In den ersten sechs Monaten hat Pierer den Töffabsatz fast verdoppelt. Insgesamt wurden weltweit 176’045 Motorräder der Marken KTM, Husqvarna und Gasgas verkauft. Im Vorjahr waren es im selben Zeitraum lediglich gut 90’000 Motorräder gewesen. Damals hatte das Unternehmen noch unter Produktionsunterbrüchen und Ladenschliessungen wegen der Coronapandemie zu leiden.

Auch der Veloverkauf lief rund. Pierer konnte 53’378 Fahrräder und E-Bike absetzen. Das ist ein Viertel mehr als im Vorjahressemester.

In den wichtigsten Absatzmärkten Europa (+25 Prozent) und Nordamerika (+16 Prozent) legten die Zulassungen von Motorrädern stark zu. Auch in Ozeanien, Japan oder den lateinamerikanischen Ländern Kolumbien, Brasilien, Argentinien stiegen die Verkaufszahlen signifikant, wie es weiter hiess.

Mit dem gut laufenden Geschäft geht ein Personalaufbau bei Pierer einher, so wurde die Anzahl der Mitarbeiter per Mitte 2021 um 560 auf knapp 4900 ausgebaut. Man sei zudem weiterhin auf der Suche nach Mitarbeitern in allen Bereichen und treibe auch das Lehrlingsprogramm weiter voran, schrieb das Unternehmen.

Erhöhten Ausblick bestätigt
Am erst letzte Woche erhöhten Ausblick hält Pierer fest. Wegen der anhaltend positiven Nachfrage nach Motorrädern und E-Bikes sei im Gesamtjahr 2021 mit einem Umsatz zwischen 1,90 und 2,00 Milliarden Euro zu rechnen, hiess es. Das war bereits die zweite Erhöhung der Ziele in diesem Jahr.

Bereits im April hatte Pierer das Umsatzziel um 50 Millionen auf 1,85 bis 1,95 Milliarden nach oben geschraubt. 2020 hatte Pierer einen Umsatz von 1,53 Milliarden Euro eingefahren.

Die Prognosen für die EBIT-Marge von 8 bis 9 Prozent sowie die EBITDA-Marge von über 15 Prozent bleiben unverändert.
In Bulgarien soll in der zweiten Jahreshälfte 2023 eine neue E-Bike-Fabrik mit einer jährlichen Produktionskapazität von rund 350’000 Stück den Betrieb aufnehmen. Zu diesem Zweck hat Pierer im Juli mit der Firma Maxcom ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Das gesamte Investitionsvolumen betrage 40 Millionen Euro.

Pierer will mit E-Bikes stark wachsen. Gemäss früheren Angaben soll mit diesem Segment bis 2025 ein Jahresumsatz von 500 Millionen Euro erzielt werden. Im letzten Jahr steuerten E-Bikes erst 112,5 Millionen zum Umsatz bei. (awp/mc/ps)

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