Kreise: Dow Chemical und DuPont sprechen über Mega-Fusion

Andrew Liveris
Andrew Liveris, scheidender DowDupont-Chairman.

Dow-CEO Andrew Liveris.

New York – In der Chemiebranche bahnt sich eine Mega-Fusion an: Die US-Grosskonzerne Dupont und Dow Chemical befinden sich Insidern zufolge in fortgeschrittenen Verhandlungen über einen Zusammenschluss. Noch in dieser Woche könnte es zu einer Übereinkunft kommen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf eingeweihte Personen. Zuvor hatte das «Wall Street Journal» über Fusionsgespräche der beiden Chemiegiganten berichtet.

Sollten sich Dupont und Dow Chemical zusammenschliessen, wäre dies die grösste Firmenhochzeit in der Geschichte der Chemiebranche. Die Unternehmen haben einen Börsenwert von jeweils knapp 60 Milliarden Dollar (55 Mrd Euro) – es würde ein Branchengigant mit über 90 Milliarden Dollar Umsatz entstehen. Die Kostensynergien würden bei drei Milliarden Dollar liegen, berichtete der Fernsehsender CNBC.

Noch nicht in trockenen Tüchern
Nach dem Zusammengehen soll das Unternehmen allerdings etwa aus kartellrechtlichen Gründen in zwei oder drei Teile aufgespalten werden, hiess es weiter. Noch sei der Abschluss aber nicht in trockenen Tüchern. Die Gespräche könnten immer noch scheitern, sagten mit der Sache vertraute Personen. Beide Unternehmen wollten den Sachverhalt nicht kommentieren.

Das Jahr war bereits für Dupont sehr turbulent. Im Oktober trat die langjährige Unternehmenschefin Ellen Kullman überraschend von ihrem Chefsessel zurück. Kullman war von Seiten der Investmentfirma Trian Fund Management unter Druck geraten. Der Grossaktionär hatte kräftige Kostensenkungen und eine Aufspaltung des Konzerns gefordert. Diesen Vorschlag hatte Kullman als kostenträchtig und riskant zurückgewiesen. Auch Dow-Chemical-Chef Andrew Liveris bekam den Druck eines aktiven Aktionärs zu spüren. Unter seiner Führung erholte sich Dow Chemical von einer Beinahe-Pleite während der Finanzkrise.

Agrochemie im Fokus
Sowohl Dupont als auch Dow Chemical hatten erst jüngst bekräftigt, dass sie Optionen für ihre Agrochemie-Sparten ausloten. Beide Konzerne stellen gentechnisch verändertes Saatgut her. Es wird dem US-Saatgutkonzern Monsanto nachgesagt, Interesse an den Geschäften zu haben. Monsanto-Chef Hugh Grant hatte erst im vergangenen Monat gesagt, in der Branche spreche «jeder mit jedem». Erst im August hatte Monsanto eine geplante Übernahme von Syngenta aufgrund der Gegenwehr der Schweizer abgeblasen. (awp/mc/upd/ps)

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