Schweiz nach wie vor mit sehr hoher Insolvenz-Quote
Wallisellen – Die Prognosen von Allianz Trade, dem führenden Kreditversicherer haben sich bestätigt. Die weltweiten Unternehmensinsolvenzen sind 2025 um +6 % gestiegen, obwohl sie bereits vorher auf einem hohen Niveau lagen. Und der Trend hält wohl auch 2026 an, bevor 2027 ein leichter Rückgang erwartet wird. Die Schweiz ist bei den unrühmlichen Spitzenreitern dabei und zeigt einen Zuwachs von +40 %, was 3400 Firmenpleiten entspricht.
«Leider führt die Schweiz das Ranking der absoluten Firmenpleiten 2025 mit +3400 Pleiten an. Dies vor Deutschland (+2500), Italien (+2480) und Frankreich (+2330)», konstatiert Jan Möllmann, CEO von Allianz Trade in Switzerland. «Klar, hat die Umstellung in der Gesetzgebung dazu beigetragen, aber nach dem bereits fünften Anstieg in Folge kommt hoffentlich 2027 der erwartete Rückgang.»
Auch der weltweite Anstieg der Insolvenzen wird wohl 2026 anhalten, wenn auch mit einem langsameren Tempo von +3 %, bevor 2027 ein verbreiteter, aber noch begrenzter Abwärtstrend (-1 %) kommt. Das anhaltende Risiko von Zahlungsausfall (Insolvenzen von Käufern) und Störungen in der Lieferkette (Insolvenzen von Lieferanten) erfordert eine genaue Überwachung kritischer Käufer und Lieferanten.
Auch grosse Firmen sind vor Pleiten nicht gefeit
Alle 18 Stunden geht ein grosses Unternehmen – mit einem Umsatz von mehr als 50 Millionen Euro – pleite. Im letzten Quartal 2025 war das eine Rekordzahl von 147 Fällen, für das gesamte Jahr waren es 475 Fälle. Westeuropa führt die Statistik der grossen Unternehmen an (311 Fälle). Die grössten Fälle wurden jedoch weiterhin in Amerika und China verzeichnet, die zusammen 17 der 20 grössten Insolvenzen des Jahres ausmachten. Grosse Unternehmen sind zwar häufig stärker von globalen Problemen betroffen wie zum Beispiel von Fragmentierung und sich verändernden Handelsmustern bis hin zu geopolitischen Spannungen, der digitalen Disruption und den strukturellen Veränderungen in verschiedenen Sektoren, dies unterstreicht jedoch auch das Risiko eines Dominoeffekts auf Lieferanten und Subunternehmer.
Treiber der Insolvenzen sind Dienstleistungen, das Bauwesen und der Einzelhandel
Dienstleistungen, das Bauwesen und der Einzelhandel führen die weltweite Statistik an (44 % der Gesamtzahl), verschleiern jedoch grössere Schwächen in Industriezweigen wie Maschinenbau und Ausrüstung, Automobilindustrie und Chemie, insbesondere in Europa. In absoluten Zahlen waren Dienstleistungen (83) und Einzelhandel (64) die am stärksten betroffenen Sektoren, insbesondere in Westeuropa und Nordamerika, gefolgt vom Bauwesen (62), vor allem in Westeuropa und Asien. Dies ist jedoch teilweise auf demografische Faktoren zurückzuführen, da diese Sektoren mehr grosse Unternehmen umfassen. Relativ gesehen scheint der Einzelhandel in der Gesamtzahl der grossen Insolvenzen überrepräsentiert zu sein, während Dienstleistungen unterrepräsentiert sind und mehrere andere Sektoren im Vergleich zu früheren Werten und dem bestehenden Bestand an grossen Unternehmen einen starken Anstieg und ein hohes Niveau verzeichnen. In Europa umfasst diese Liste nun die Bereiche Chemie, Metalle, Maschinen und Ausrüstung, Automobil, Computer und Telekommunikation sowie Elektronik und Textilien. (pd/mc/pg)