Software AG steigert Umsatz und Ergebnis im dritten Quartal

Karl-Heinz Streibich
Karl-Heinz Streibich, ehemaliger Vorstandsvorsitzender Software AG. (Bild: Software AG)

Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender Software AG. (Bild: Software AG)

Darmstadt – Die Software AG hat im dritten Quartal einen Dämpfer in ihrer Wachstumssparte erhalten. Der Umsatz des unter dem Namen Digital Business Platform laufenden Bereichs für Integrationssoftware stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur um sieben Prozent auf 103 Millionen Euro, wie die im TecDax notierte Gesellschaft überraschend am Dienstagabend in Darmstadt mitteilte. Damit verfehlte sie die Erwartungen von Analysten. Zudem strich der Vorstand die Umsatzerwartungen der Sparte für das Gesamtjahr deutlich zusammen.

An der Börse stürzte der Kurs der Software-AG-Aktien zum Handelsauftakt um fast acht Prozent in die Tiefe. „Die vorläufigen Zahlen sehen gut aus, auf den ersten Blick – aber nicht mehr bei genauerer Analyse“, sagte ein Börsianer.

Konzernweit wuchsen die Erlöse im abgelaufenen Jahresviertel um 5 Prozent auf rund 216 Millionen Euro. Damit lagen sie im Rahmen der Analystenerwartungen. Dazu trug neben positiven Wechselkurseffekten auch das überraschend starke Stammgeschäft mit Datenbanksoftware bei, das um neun Prozent auf fast 67 Millionen Euro wuchs. Den operativen Gewinn (bereinigtes Ebitda) steigerte die Software AG um elf Prozent auf rund 70 Millionen Euro. Vor Steuern und Zinsen blieb sogar rund ein Drittel mehr übrig als vor einem Jahr.

Bilanzieller Sondereffekt
Allerdings trug dazu massgeblich ein bilanzieller Sondereffekt bei. Hintergrund ist eine neue Ausrichtung des Konzerns. Die Software AG will derzeit nicht mehr durch Zukäufe wachsen, weil potenzielle Übernahmekandidaten zu teuer geworden sind. Deshalb lassen sich die in der Vergütungsplanung für das Management festgehaltenen Umsatzziele nicht mehr erreichen. Die Folge ist, dass die Manager weniger Geld bekommen als ursprünglich vorgesehen. Die Software AG löst daher eine Rückstellung auf, was zu einem Sondererlös von 15,4 Millionen Euro führt. Für den Umbau des Vertriebs legte das Unternehmen zugleich etwa acht Millionen Euro zur Seite.

Im Gesamtjahr rechnet der Vorstand nun mit einer etwas höheren operativen Gewinnmarge von 28 bis 29 Prozent (Bislang 27,5 bis 28,5). Beim Hauptumsatzträger Digital Business Platform wird das Management allerdings deutlich pessimistischer. Der Umsatz soll dort im laufenden Jahr nur noch um maximal 3 Prozent steigen, auch eine Stagnation ist möglich. Zuletzt hatte das Unternehmen ein Plus von 6 bis 12 Prozent angepeilt.

Bei der deutlich kleineren Lizenzsparte namens Adabas & Natural sollen die Erlöse dafür nur noch um 4 bis 6 Prozent schrumpfen. Bislang hatte der Vorstand einen Rückgang zwischen 8 und 14 Prozent erwartet. Aus den Umsatzprognosen sind Wechselkursveränderungen herausgerechnet. Die Software AG profitierte zuletzt vom im Vergleich zum US-Dollar schwachen Euro. Den vollständigen Quartalsbericht will die Software AG am 28. Oktober vorlegen. (awp/mc/upd/ps)

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