Spanische Clubs billigen umstrittenen Milliardendeal der LaLiga

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Real Madrid ist einer der Klubs, die kein Geld bekommen, aber auch keine Rechte abgeben müssen. (Photo by Jonathan Francisca on Unsplash)

Madrid – Die spanischen Profi-Clubs haben einen umstrittenen Milliardendeal der Fussball-Liga mit einem Investor aus Luxemburg gebilligt. Das Geschäft mit dem früheren Formel-1-Besitzer CVC wurde an der Generalversammlung in Madrid mit 38 zu 4 Stimmen angenommen. Für eine Finanzspritze von ca. 2,7 Milliarden Euro kassiert der Investor den Angaben zufolge die nächsten 50 Jahre elf Prozent aller Einnahmen der ersten und zweiten Liga Spaniens. Er übernimmt ausserdem 10,95 Prozent der audiovisuellen Rechte.

Die beiden Grossclubs FC Barcelona und Real Madrid hatten sich dem Deal widersetzt und stimmten mit zwei weiteren Vereinen dagegen. Nach Medienberichten sollen sie nun auch auf Wunsch des Investors vom Deal unberührt bleiben. Das bedeutet, sie bekommen kein Geld, müssen aber auch keine Rechte abtreten.

Keine Klage von Real
Real hatte am Dienstag mitgeteilt, man werde sowohl gegen Liga-Präsident Javier Tebas als auch gegen den Finanzinvestor zivil- und strafrechtliche Schritte einleiten. Nach dem Zugeständnis von Liga und CVC wird Real Madrid aber wohl keine Massnahmen ergreifen. Auch der Nationalverband RFEF, der kein Stimmrecht hat, hatte das Projekt abgelehnt. Man betrachte vor allem die geplante Kommerzialisierung der audiovisuellen Medienrechte als «illegal», hiess es.

Für Verwunderung hatte vor allem der Widerstand des FC Barcelona gesorgt, da der katalanische Club mit seinen Schulden von insgesamt knapp 1,2 Milliarden Euro eine Finanzspritze besonders dringend nötig hätte. Wegen der Finanzlage hatte der Verein auch Lionel Messi Richtung Paris ziehen lassen müssen.

‹Times›: UEFA will Financial Fair Play reformieren
Die Europäische Fussball-Union will offenbar im September die Abschaffung des Financial Fair Play vorschlagen und stattdessen eine Gehaltsobergrenze für Clubs einführen. Diese könne aber durch die Zahlung einer «Luxussteuer» überschritten werde, wie die englische «Times» berichtete. Die neuen Regeln sollen ab 2022 und zunächst für drei Jahre gelten.

Demnach sollen die Vereine nur noch einen festgelegten Anteil ihrer Einkünfte für Spielergehälter einsetzen dürfen. Im Raum stehen 70 Prozent, wie es derzeit schon in der spanischen Liga praktiziert wird. Wird die Gehaltsobergrenze überschritten, soll die sogenannte «Luxussteuer» an die UEFA entrichtet werden. Dieses Geld soll dann an die Clubs umverteilt werden, die sich an die Regeln halten. Laut «Times» sollen aber weiter Sanktionen bis hin zum Ausschluss aus europäischen Wettbewerben möglich sein, wenn Vereine dauerhaft mehr Geld ausgeben, als in den Regularien festgeschrieben.

Beim vor elf Jahren eingeführten Financial Fair Play dürfen die Clubs derzeit in den zurückliegenden drei Jahren ein Defizit von maximal 30 Millionen Euro aufweisen. Das kann durch externe Geldgeber ausgeglichen werden, ansonsten kommt es zu Sanktionen. Angesichts der Pandemie kam es aber zu Lockerungen. (awp/mc/pg)

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