SR Technics und Gategroup streichen Medienberichten zufolge hunderte Jobs

SR Technics
(Foto: SR Technics)

Zürich – Der Flugzeugtechnik-Dienstleister SR Technics plant Medienberichten zufolge einen Stellenabbau im grösseren Umfang. Im Rahmen der in der vergangenen Woche angekündigten Restrukturierung sollen rund 500 Stellen gestrichen werden, wie die Tamedia-Zeitungen (u. a. Tages-Anzeiger) am Mittwoch unter Berufung auf informierte Kreise berichten. Auch der Airline-Caterer Gategourmet wird wohl gegen 350 Stellen abbauen.

Mit einem Minus von deutlich über 400 Jobs sei der Standort am Flughafen Zürich demnach am stärksten betroffen, heisst es in dem Bericht. Dort beschäftigt SR Technics aktuell rund 1’400 Mitarbeiter. Auch die rund 300 Angestellten in Genf und die rund 100 in Basel dürften betroffen sein.

Laut Stefan Brülisauer von der Gewerkschaft VPOD gebe es in Genf und Basel keinen Sozialplan, in Zürich sei er dagegen „gut“, heisst es in dem Artikel weiter. Nach seinen Angaben wolle die Geschäftsleitung am 6. August die Sozialpartner und danach wohl die Belegschaft über das genaue Vorgehen der Restrukturierung informieren.

Entlassungen sollen minimiert werden
SR Technics schreibt in einer Stellungnahme zu den Presseberichten, man sei bestrebt, Entlassungen so weit wie möglich zu minimieren. Aussagen über die Auswirkungen auf die Arbeitsplätze an den Standorte seien zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, da interne Überprüfungen und Abstimmungen noch im Gange sind. Das Unternehmen wolle Änderungen im Zusammenhang mit Umstrukturierungsaktivitäten sowohl intern als auch extern zu gegebener Zeit offen kommunizieren, heisst es weiter.

Das Unternehmen, das mehrheitlich dem chinesischen Luftfahrt-Konzern HNA gehört, hatte angesichts des Einbruchs des Luftverkehrs eine Restrukturierung angekündigt und eine Reihe von Dienstleistungen aus dem Angebot genommen. Gleichzeitig hat sich das Unternehmen einen neuen Bankkredit gesichert. Man habe angesichts des veränderten Marktumfelds die angebotenen Dienstleistungen kritisch geprüft und es werde eine Neupositionierung vorgenommen.

Als Hauptgeschäft definiert SR Technics die Wartung von Triebwerken sowie die Instandhaltung von Flugzeugen. Gestrichen werden Design-Engineering-Lösungen und die auf Flugstunden basierenden Komponentendienstleistungen.

Millionenkredit und Kurzarbeit
Die Covid-19 Krise hatte SR Technics hart getroffen, die Nachfrage brach im Einklang mit der Luftfahrt regelrecht ein. Um die Liquidität für den Betrieb zu sichern, wurde unter anderem Kurzarbeit eingeführt.

Das Unternehmen hat sich jetzt zudem von den Hausbanken eine zusätzliche Kreditlinie von 120 Millionen Franken gesichert. Auf den Kredit hat der Bund eine Ausfallbürgschaft von 60 Prozent übernommen.

Die frühere Swissair-Tochter mit Sitz am Flughafen Kloten ist einer der weltgrössten, unabhängigen Anbieter von technischen Dienstleistungen in der zivilen Luftfahrt. Neben der HNA Group besitzt auch die Mubadala Development Company, ein Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate, einen Anteil.

Gategourmet streicht voraussichtlich bis zu 350 Stellen
Auch der Airline-Caterer Gategourmet könnte an den Standorten Zürich und Genf bis zu 350 Stellen streichen. Ein Konsultationsverfahren sei am Mittwoch in die Wege geleitet worden, teilte eine Unternehmenssprecherin mit.

Die Luftverkehrsbranche und die damit verbundenen Unternehmen seien stark von der Coronapandemie beeinträchtigt worden, sagte Sprecherin Nancy Jewell auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. „Infolgedessen sind wir gezwungen, auf die Situation zu reagieren, um die langfristige Nachhaltigkeit unseres Geschäfts zu gewährleisten“, sagte Jewell.

Gategourmet habe nun „zusammen mit den relevanten Mitarbeitergruppen“ den Informations- und Konsultationsprozess an den beiden Standorten in Zürich und Genf eingeleitet. Gemäss Jewell wird das Unternehmen beim Prozess auf seine Angestellten Rücksicht nehmen und sich möglichst um den Erhalt der Stellen bemühen. Im Falle von Entlassungen wolle man soziale Unterstützung anbieten.

Bis die Ergebnisse der Konsultation vorliegen, sei davon auszugehen, dass insgesamt etwa 30 bis 35 Prozent der Stellen in Zürich und Genf vom Abbau betroffen sind. Sie bezifferte das Total auf ingsesamt bis zu 350 Stellen. Wie die Tamedia-Zeitungen mit Bezug auf informierte Quellen am Mittwoch berichteten, soll der grösste Teil am Flughafen Zürich wegfallen. (awp/mc/pg)

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