Stimmung in Chinas Industrie trübt sich überraschend weiter ein

China Industrie

Peking – Die Stimmung in den Chef-Etagen chinesischer Unternehmen hat sich überraschend weiter eingetrübt. Im März sei der Einkaufsmanagerindex (PMI) der britischen Grossbank HSBC für das Verarbeitende Gewerbe von 48,5 Punkte im Vormonat auf 48,1 Punkte gefallen, teilte HSBC am Montag in Peking mit. Dies ist der niedrigste Stand seit acht Monaten. Volkswirte hatten hingegen einen Anstieg auf 48,7 Punkte erwartet.

Damit liegt der Stimmungsindikator für die Industrie der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt bereits den dritten Monat unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Werte unterhalb der kritischen Grenze deuten auf eine schrumpfende Industrie hin. Trotz des Dämpfers rechnen Experten aber weiter mit einem robusten Wachstum in China. Christian Schulz von der Berenberg Bank beispielsweise erwartet im laufenden Jahr eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zwischen 7,0 und 7,5 Prozent.

Experte: Rückgang der Binnennachfrage
Die enttäuschenden Konjunkturdaten deuten nach Einschätzung des HSBC-Chefökonomen Hongbin Qu aber darauf hin, dass sich der Schwung der chinesischen Wirtschaft weiter verlangsamen sollte. Die Schwäche sei vor allem auf einen Rückgang der Binnennachfrage zurückzuführen. Der HSBC-Experte rechnet mit Gegenmassnahmen: «Wir erwarten von der Regierung in Peking eine Reihe von politischen Schritten zur Stabilisierung des Wachstums.»

Konkret geht Experte Nikolaus Keis von der Unicredit von einem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur im Eisenbahn- oder U-Bahnbau aus. Ausserdem könnte die Regierung private Investitionen einfacher gestalten oder mit Hilfe der Geldpolitik gegensteuern.

Kursgewinne an Asiens Börsen
Mit der Hoffnung auf Stützungsmassnahmen der chinesischen Regierung reagierten die asiatischen Aktienmärkte am Morgen mit zum Teil starken Kursgewinnen auf die Veröffentlichung der Stimmungsdaten. In Hongkong schloss der Hang Seng mit einem Plus von 1,91 Prozent auf 21 846,45 Punkten. Dagegen reagierten die Ölpreise mit leichten Verlusten auf die schwachen Kennzahlen. (awp/mc/upd/ps)

 

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