Swiss-Mutterkonzern Lufthansa beschliesst weitere Einsparungen

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Die Lufthansa will mindestens 150 Jets dauerhaft am Boden lassen. (Foto: Lufthansa)

Frankfurt – Nach Vereinbarung des staatlichen Rettungspakets hat der Swiss-Mutterkonzern Lufthansa weitere Einsparungen beschlossen. So soll die Anzahl der Jobs für Führungskräfte konzernweit um 20 Prozent beziehungsweise 200 Stellen reduziert werden. Wie viele Führungsposten bei der Swiss auf dem Spiel stehen, ist derzeit aber noch unklar.

In der Verwaltung der Lufthansa AG sollen 1000 von insgesamt etwa 5000 Stellen entfallen, wie die Fluggesellschaft am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Zu dem Kostensenkungsplan gehört zudem, dass die Kernmarke Lufthansa eine eigenständige Gesellschaft werden soll und dass die Zahl der Flugbetriebe innerhalb der Lufthansa Gruppe auf zehn reduziert wird. So wird unter anderem der Flugbetrieb der Tochter Germanwings eingestellt, wie das Unternehmen bereits im April beschlossen hatte.

Die Lufthansa musste wegen des Geschäftseinbruchs infolge der Pandemie mit einem neun Milliarden Euro schweren staatlichen Finanzpaket vor der Pleite bewahrt werden. Die Airline-Gruppe hat dem Vorstand zufolge langfristig 22’000 Vollzeitstellen Personalüberhang, weil das Management von einer dauerhaft kleineren Flotte ausgeht. Vereinbarungen mit Gewerkschaften zu Kostensenkungen sollen verhindern, dass die betroffenen Beschäftigten entlassen werden müssen.

Auch keine Entlassungen bei Swiss
Bei der Tochter Swiss soll es gemäss Sprecherin Karin Müller auch nicht zu Entlassungen kommen. „Es ist nach wie vor das oberste Ziel, das Unternehmen mit der gesamten Belegschaft durch diese Krise zu führen“, sagte Müller auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Vielmehr solle der Stellenabbau durch natürliche Fluktuationen, Pensionierungen und neue Teilzeitmodelle in allen Personalgruppen erreicht werden.

Das Unternehmen hat für die gesamte Belegschaft bis Ende Februar 2021 Kurzarbeit angemeldet. Diese kann normalerweise während eines Jahres bezogen werden. Anfang Juni hat der Bundesrat nun aber die Kurzarbeitsentschädigung um sechs Monate verlängert. Ob damit auch die Swiss für ihre Belegschaft länger als bis Februar Kurzarbeit beantragt, werde gemäss Müller derzeit geprüft, ein Entscheid sei noch nicht gefallen.

Bremsmanöver bei Flotte
Um ihre Sparziele zu erreichen, muss nun auch die Swiss auf die Bremse treten. Es war geplant, dass die Schweizer Airline bis in vier Jahren 17 Flugzeuge des Typs A320neo und acht A321neo erhalten würde. „Aufgrund der aktuellen Situation im Zusammenhang mit der Coronapandemie wird der Zeitplan für die Lieferungen derzeit mit Airbus abgeklärt“, sagte Müller. Die Termine der Auslieferungen würden zu gegebener Zeit kommuniziert.

Über den gesamten Lufthansa-Konzern sollen im Rahmen der zweiten Kostenspartranche die Flotten verkleinert werden. Die Lufthansa selbst flottet demnach 22 Flugzeuge vorzeitig aus, darunter auch sechs Stück des erst 2007 lancierten grössten zivilen Flugzeugtyps Airbus A380. Die Finanzplanung bis 2023 sieht die Abnahme von maximal 80 neuen Flugzeugen vor. Damit halbiert sich den Angaben zufolge das Investitionsvolumen in neue Flugzeuge.

Trotz aller Sparmassnahmen sind sowohl Lufthansa als auch die Swiss auf staatliche Hilfe angewiesen. Für die Swiss bürgt die Schweiz im Umfang von 1,275 Milliarden Franken für Kredite. Diese werden ausgezahlt, wenn das Rettungspaket für die Lufthansa vom Stabilisierungsfonds der deutschen Regierung abgesegnet ist. Der Businessplan für die Kreditvergabe an die Swiss sieht Kostensenkungen von etwas weniger als 20 Prozent vor. (awp/mc/ps)

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