Hoeness akzeptiert Urteil und legt seine Ämter beim FC Bayern nieder

Uli Hoeness

Uli Hoeness während der viertägigen Gerichtsverhandlung vor dem Münchner Landgericht.

München – Der wegen Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilte Uli Hoeness verzichtet auf einen Revisionsprozess und akzeptiert damit das Urteil vom vergangenen Donnerstag. Gleichzeitig tritt er mit sofortiger Wirkung als Präsident des FC Bayern München sowie als Aufsichtsratsvorsitzender der FC Bayern AG zurück, wie der 62-Jährige am Freitag in einer persönlichen Mitteilung erklärte. Hoeness muss somit in Gefängnis. Noch ist aber offen, ob die Staatsanwaltschaft von der Möglichkeit Gebrauch macht, Revision gegen das Urteil einzureichen.

«Nach Gesprächen mit meiner Familie habe ich mich entschlossen, das Urteil des Landgerichts München II in meiner Steuerangelegenheit anzunehmen. Ich habe meine Anwälte beauftragt, nicht dagegen in Revision zu gehen. Das entspricht meinem Verständnis von Anstand, Haltung und persönlicher Verantwortung. Steuerhinterziehung war der Fehler meines Lebens. Den Konsequenzen dieses Fehlers stelle ich mich», heisst es in der Erklärung von Hoeness vom Freitag.

Lebenswerk Bayern München
Ausserdem lege er mit sofortiger Wirkung die Ämter des Präsidenten des FC Bayern München e.V. und des Aufsichtsratsvorsitzenden der FC Bayern München AG nieder: «Ich möchte damit Schaden von meinem Verein abwenden. Der FC Bayern München ist mein Lebenswerk und er wird es immer bleiben. Ich werde diesem grossartigen Verein und seinen Menschen auf andere Weise verbunden bleiben solange ich lebe», schreibt Hoeness abschliessend.

Adidas-Chef wird Nachfolger
Kurze Zeit nach Hoeness› Rücktritt wurde Adidas-Chef Herbert Hainer bis auf weiteres als Aufsichtsratsvorsitzender der FC Bayern AG bestimmt. Das teilte der deutsche Fussball-Rekordmeister am Freitag mit. Dieser Beschluss sei einstimmig vom Aufsichtsrat gefasst worden. Das Gremium nahm den Rücktritt von Hoeness «mit Respekt und grösster Hochachtung» zur Kenntnis.

«Uli Hoeness hat mit seinen Führungsqualitäten, seinem hohen persönlichen Einsatz und seiner herausragenden Lebensleistung immer dem Wohle des FC Bayern München gedient», erklärt Hainer in einer Mitteilung des Aufsichtsrats. «Er ist wesentlich mit dafür verantwortlich, dass der FC Bayern München zu einem der sportlich und wirtschaftlich erfolgreichsten und attraktivsten Vereine der Welt geworden ist. Dafür gilt ihm unser ganzer Dank.»

Der 61-jährige Karl Hopfner, 1. Vizepräsident des Vereins und Mitglied des Aufsichtsrates, wurde ebenfalls einstimmig bis auf weiteres in den Präsidialausschuss des Aufsichtsrates gewählt. (mc/awp/PS/pg)

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