Umfunktionierte Flugzeuge bringen 10 Millionen Schutzmasken und Notfallausrüstung für Schweizer Spitäler aus Shanghai

Umfunktionierte Flugzeuge bringen 10 Millionen Schutzmasken und Notfallausrüstung für Schweizer Spitäler aus Shanghai

Umfunktionierte Flugzeuge bringen 10 Millionen Schutzmasken und Notfallausrüstung für Schweizer Spitäler aus Shanghai
Millionen Schutzmasken, wo sonst Passagiere sitzen: Swiss Centers China, China Integrated und SWISS organisierten die Beschaffung und den Transport von dringend benötigtem Schutzmaterial für Schweizer Spitäler. (Foto: SCC)

Shanghai – Aussergewöhnliche Zeiten erfordern aussergewöhnliche Massnahmen: Am 12. und 21. April sind zwei unmfunktionierte Passagierflugzeuge der SWISS, ein Airbus A340 sowie eine Boeing 777, in Zürich und Genf gelandet. An Bord waren dringend benötigte Schutzmasken und Notfallausrüstung aus China. Anfang Mai ist ein weiterer Flug geplant. «Die drei Flüge liefern insgesamt mehr als zwölf Millionen Schutzmasken des Types IIR und II, Notfallausrüstung, OP-Kittel sowie medizinische Handschuhe an Schweizer Spitäler. Wir arbeiten daran, wöchentliche Lieferungen in Zusammenarbeit mit SWISS zu organisieren», berichtet Nicolas Musy, Delegierter des Verwaltungsrats des Swiss Centers China (SCC), einer Nonprofit-Organisation, die Markteintrittshürden für Schweizer Unternehmen in Asien beseitigt.

Die Flugzeuge der SWISS wurden speziell für den Transport der benötigen Güter vorbereitet. Lorenzo Stoll, Direktor der SWISS für die Westschweiz: «Die Boeing 777, die im Normallfall 340 Passiegere befördert, wurde im Frachtraum, den Passagierkabinen sowie in den Gepäckablagen mit 215m³ Gütern beladen. Es war der erste Güterflug der SWISS von Shanghai nach Genf.»

Beschaffen im «Wilden Osten»
Spezialisten von China Integrated (www.ch-ina.com) sowie dem Swiss Centers China (www.swisscenters.org) waren für die Beschaffung und Qualitätskontrolle des Schutzmaterials in China verantwortlich. Eine Aufgabe, die viel Flexibiltät und eine «Macher-Mentalität» erfordert. «Der Preis für Polypropylen, dem Rohmaterial für Schutzmasken, hat sich seit Januar verzwanzigfacht. Preise für Schutzmasken haben sich um das Fünffache erhöht und steigen weiter. Seit Beginn dieses Jahres sind in China um die 38.000 neue Hersteller von Schutzmasken aufgetaucht – für einige sind Maschinen zur Produktion von Schutzmasken zu Gelddruckern geworden», erklärt Musy.

All dies macht es fast unmöglich, eine zeitgemässe Lieferung von vertrauenswürdigen und qualitativ hochstehenden Produzenten zu erhalten. Zudem haben sich die Geschäftspraktiken inmitten der Krise plötzlich verändert. Herr Zhen Xiao, CEO der Swiss Centers China: «Die Produzenten fordern eine Vorauszahlung von 100% und kündigen den Liefertermin erst nach Zahlungseingang an. Einige verweigern zudem eine Inspektion der Waren vor Ort. Der ganze Prozess ist extrem schwierig zu überschauen.» Darüber hinaus wurden kürzlich die Exportbestimmungen seitens China stark verschärft, neue Regulationen können jederzeit und mit sofortiger Wirkung eintreten. Deswegen ist es durchaus möglich, dass die Güter den bereits gebuchten und bezahlten Charterflug nicht rechtzeitig erreichen können.

Qualitätskontrolle in den SGS-Laboren
Die Schutzmasken des Typs IIR wurden von verschiedenen Lieferanten aus der Provinz Hubei beschafft, wo das Virus Ende 2019 das erste Mal auftrat. Weitere Notfallausrüstung kommt aus Shenzhen im Süden Chinas. Bevor die Ware verladen wurde, wurde sie von SGS, einer weltweit führenden Firma im Bereich Prüfung, Verfizierung und Zertifizierung, inspiziert und geprüft.

Schweizer Einfallsreichtum und Teamarbeit
Ein langjähriges Beziehungsnetzwerk und Freundschaften in China, Wohlwollen und eine enge Zusammenarbeit, Einfallsreichtum, lösungsorientiertes Denken und die Beharrlichkeit der verschiedenen Schweizer Akteure haben dazu geführt, dass die Schwierigkeiten in Rekordzeit überwunden werden konnten. Die Initiative ergänzt die Anstrengungen von Behörden, Krankenhäusern und Privatpersonen, um die Versorgung der Schweiz mit Schutzausrüstung sicherzustellen. Zhen Xiao fasst zusammen: «Krisen sind schmerzhaft, aber sie haben auch ihre positiven Seiten. Diese Krise brachte Menschen zusammen und hat das Beste an Schweizer Unternehmens- und Innovationsgeist zum Vorschein gebracht.» (Swiss Centers China/mc/ps)

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