US-Einzelhandel geht schwach aus dem ersten Quartal

Konjunktur USA

Washington – Die amerikanischen Einzelhändler haben das erste Quartal mit spürbaren Umsatzeinbussen beendet. Von Februar auf März waren die Umsätze um 0,4 Prozent rückläufig, wie das amerikanische Handelsministerium mitteilte. Es war das stärkste Minus seit einem dreiviertel Jahr. Zudem wurden die Markterwartungen verfehlt, es war mit einer Stagnation gerechnet worden. Der Zuwachs im Februar wurde um 0,1 Punkte auf nunmehr 1,0 Prozent gesenkt.

Auch ohne die schwankungsanfälligen Autoverkäufe gaben die Umsätze um 0,4 Prozent nach. Ein Grund für die Kaufzurückhaltung der Konsumenten könnten die im März in Kraft getretenen automatischen Ausgabenkürzungen im US-Haushalt sein. Sie dürften den privaten Verbrauch belasten und das gesamtwirtschaftliche Wachstum verringern.

Michigan-Konsumklima trübt sich deutlich ein
Darauf deutet auch das von der Universität Michigan ermittelte Konsumklima im April hin, das sich deutlich eingetrübt hat. Der Index sei von 78,6 Punkten im Vormonat auf 72,3 Punkte gefallen, teilte die Universität am Freitag nach einer ersten Schätzung mit. Dies ist der niedrigste Wert seit Juli 2012. Volkswirte hatten hingegen mit keiner Veränderung gerechnet. Der Index der Universität Michigan gilt als Indikator für das Kaufverhalten der US-Verbraucher. Der Indikator basiert auf einer telefonischen Umfrage unter rund 500 Haushalten. Abgefragt werden die finanzielle und wirtschaftliche Lagebeurteilung sowie die entsprechenden Erwartungen.

Lagerbestände steigen weniger als erwartet
Die Lagerbestände der Unternehmen sind im Februar weniger gestiegen als erwartet. Im Monatsvergleich kletterten die Bestände um 0,1 % in die Höhe. Volkswirte hatten einen Anstieg um 0,4 Prozent erwartet. Im Januar waren die Lagerbestände um revidierte 0,9 Prozent (zunächst: 1,0 Prozent) zum Vormonat gestiegen. Die Umsätze der Unternehmen stiegen laut dem Handelsministerium im Februar zum Vormonat um 1,2 Prozent. Das Verhältnis von Beständen zu Erlösen – ein Indikator für die Nachfrage – fiel von 1,29 im Vormonat auf 1,28 im Januar.

Erzeugerpreise sinken überraschend stark im Monatsvergleich
Die Erzeugerpreise sind im März überraschend stark gesunken. Sie verringerten sich im Monatsvergleich um 0,6 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Volkswirte hatten einen Rückgang um 0,2 Prozent erwartet. Im Vormonat waren die Erzeugerpreise im Monatsvergleich um 0,7 Prozent gestiegen.

Im Jahresvergleich stieg das Preisniveau im März laut Regierungsangaben um 1,1 Prozent. Im Vormonat hatte der Anstieg bei 1,7 Prozent gelegen.

Ohne Berücksichtigung von schwankungsanfälligen Komponenten wie Lebensmitteln und Energie (Kernindex) erhöhten sich die Erzeugerpreise im März wie erwartet um 0,2 Prozent zum Vormonat. Die Jahresrate verharrte ebenfalls wie prognostiziert bei 1,7 Prozent. (awp/mc/pg)

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