US-Pharmakonzern Merck & Co. streicht weitere 8500 Jobs

Kenneth C. Frazier

Kenneth C. Frazier, CEO Merck & Co.

Whitehouse Station – Der US-Pharmakonzern Merck & Co. verschärft seinen Sparkurs. Das Management streicht rund 8.500 Jobs. Die Einschnitte kommen zusätzlich zu einem bereits anstehenden Abbau von 7.500 Stellen. Damit fällt insgesamt jeder fünfte Arbeitsplatz im Konzern dem Rotstift zum Opfer, wie das Unternehmenmitteilte. An der New Yorker Börse legte der Kurs der Merck-Aktie kurz nach Handelsstart um 1,72 Prozent zu.

«Diese Aktionen werden Merck zu einem wettbewerbsfähigeren Unternehmen machen», sagte Firmenchef Kenneth Frazier. Der Konzern steht unter dem Druck von billigen Nachahmermedikamenten, sogenannten Generika. Sobald der Patentschutz bei Arzneien abgelaufen ist, können andere Pharmafirmen eigene Versionen auf den Markt bringen. Das führt in der Regel zu einem Umsatzeinbruch beim Originalmittel.

Weniger Umsatz und Gewinn
Im ersten Halbjahr waren Umsatz und Gewinn bei Merck geschrumpft. Das Unternehmen will sich nun verstärkt auf wachstumsstarke Felder wie die Bekämpfung von Alzheimer sowie seine zehn wichtigsten Märkte konzentrieren, darunter Deutschland. Gespart wird in der Forschung und Entwicklung genauso wie in der Verwaltung und im Marketing.

Der Konzern fährt schon seit der Übernahme des Wettbewerbers Schering-Plough vor vier Jahren einen strikten Sparkurs. Nach dem Zusammenschluss hatte Merck noch 106.000 Mitarbeiter. Wenn der jetzige Stellenabbau Ende 2015 komplett umgesetzt ist, sollen es noch 81.000 sein.

Milliarden-Einsparungen
Das Unternehmen mit Sitz in Whitehouse Station im US-Bundesstaat New Jersey hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende übernächsten Jahres jährliche Einsparungen von 2,5 Milliarden Dollar (1,9 Mrd Euro) zu erreichen. Der Stellenabbau kostet aber zunächst bis zu 3 Milliarden Dollar. Die Prognose für den bereinigten Gewinn sieht der Konzern davon nicht berührt. Das Unternehmen peilt für 2013 weiter einen bereinigten Profit zwischen 3,45 und 3,55 Dollar je Aktie an. Nach Abzug der Sonderbelastungen dürften davon allerdings nur 1,58 bis 1,82 Dollar je Anteilsschein übrig bleiben.

Merck & Co. ist nicht zu verwechseln mit der deutschen Merck KGaA . Die beiden Unternehmen haben gemeinsame Wurzeln, gehen seit dem Ersten Weltkrieg aber getrennte Wege. Ausserhalb von Nordamerika tritt Merck & Co. als MSD Merck Sharp and Dohme auf. (awp/mc/pg)

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