US-Wirtschaft wächst im ersten Quartal um 2,5 Prozent

Konjunktur USA

Washington – Die Wirtschaft der USA ist im ersten Quartal schwächer gewachsen als erwartet. Von Januar bis März habe das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der grössten Volkswirtschaft der Welt um annualisiert 2,5 Prozent zugelegt, wie das US-Handelsministerium am Freitag in Washington nach einer ersten Schätzung mitteilte. Volkswirte hatten einen Anstieg des BIP um 3,0 Prozent erwartet.

Die US-Wirtschaft wuchs jedoch deutlich stärker als noch im vierten Quartal 2012. Damals hatte das BIP nur um 0,4 Prozent zugelegt. Gestützt wurde das Wachstum im ersten Quartal durch den privaten Konsum, der annualisiert um 3,2 Prozent stieg. Auch deutlich höhere Lagerbestände trugen zum Wachstum bei. Dagegen seien die Staatsausgaben und der Aussenbeitrag im Auftaktquartal schwach ausgefallen. Für die rückläufigen Staatsausgaben waren die Rüstungsausgaben verantwortlich, die um 11,5 Prozent gefallen sind. Anfang März hatten in den USA automatische Kürzungen in Milliardenhöhe bei den Staatsausgaben eingesetzt, die vor allem auch den Militärhaushalt belastet haben.

Bemerkenswert robuster Konsum
Auch wenn die Finanzmärkte ein stärkeres Wachstum als die gemeldeten annualisierten 2,5 Prozent erwartet haben, könne nicht von enttäuschenden Daten gesprochen werden, schreibt die NordLB. Sie verweist auf den «bemerkenswert robusten privaten Konsum». Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz zeigt sich allerdings für das kommende Quartal skeptisch. «Der private Konsum dürfte angesichts der jüngsten Steuererhöhungen nicht mehr mit dem hohen Tempo des ersten Quartals weiter wachsen», sagte er der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Zudem sei das Wachstum sehr stark durch die gestiegenen Lagerbestände getrieben worden, was nur eine vorübergehende Erscheinung sei. Erst in der zweiten Jahreshälfte sollte sich das Wachstum beschleunigen.

Aussichten bleiben verhalten
Nach den Daten bleiben die Aussichten für das amerikanische Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr verhalten. «Wir rechnen für 2013 unverändert mit einem BIP-Wachstum von 2,1 Prozent», schreibt die Postbank. In der zweiten Jahreshälfte dürfte die US-Wirtschaft zwar wieder anziehen. Allerdings dämpfen die schwache Investitionen des Staates.  Laut Balz dürfte sich die US-Notenbank durch die Zahlen in ihrer Politik bestätigt sehen. Die Anleihekäufe sollten laut Balz mit zunächst unvermindertem Tempo fortgeführt werden. Die Daten zum amerikanischen Wirtschaftswachstum stützten am Nachmittag den Euro und deutsche Bundesanleihen leicht. Insgesamt hielten sich die Auswirkungen an den Finanzmärkten aber in Grenzen. (awp/mc/cs)

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