Zweite Corona-Welle sorgt für Gewinneinbruch bei H&M

H&M

Stockholm – H&M hat die zweite Corona-Welle mit zahlreichen Geschäftsschliessungen zu spüren bekommen. Als robust erwies sich für den zweitgrössten Modekonzern der Welt allerdings das Geschäft in der Schweiz.

Der Vorsteuergewinn fiel im von September bis November reichenden vierten Geschäftsquartal 2019/20 auf 3,7 Milliarden schwedische Kronen (etwa 390 Millionen Franken) nach 5,4 Milliarden Kronen im Vorjahreszeitraum, wie H&M mitteilte. Dieser lag jedoch über den Schätzungen von Analysten, die Schlimmeres befürchtet hatten. Unter dem Strich brach der Reingewinn auf 2,5 Milliarden Kronen ein von 4,2 Milliarden Kronen vor zwölf Monaten.

Schweiz als Stütze
Der Umsatz sackte im Schlussquartal um 15 Prozent auf 52,5 Milliarden Kronen ab. Während besonders in den USA, Grossbritannien, Italien und Frankreich die Umsätze mit zweistelligen Raten einbrachen, entpuppte sich die Schweiz als Stütze: Mit einem Minus von 1 Prozent fielen sie nur wenig unter das Niveau das Vorjahresquartals zurück. Mit einem Quartalsumsatz von 1,6 Milliarden Kronen oder umgerechnet 170 Millionen Franken ist die Schweiz der zehntgrösste Markt für H&M.

Der Konzern betreibt hierzulande 98 Läden, das ist ein Geschäft weniger als vor einem Jahr. Im Gesamtjahr sank der Umsatz in der Schweiz um 2 Prozent auf 5,6 Milliarden Kronen (590 Millionen Franken). In Franken betrug das Minus 6 Prozent, wie H&M im Geschäftsbericht bekannt gab.

Der weltweite Umsatz des Konzerns brach im Coronajahr gar um ein Fünftel auf 187 Milliarden Kronen ein. Unter dem Strich schmolz der Reingewinn auf 1,2 Milliarden Kronen. Das ist bei weitem das schlechteste Ergebnis der letzten fünf Jahre. 2019 hatten noch 13,4 Milliarden Kronen in der Kasse geklingelt.

Schliessung von hunderten Läden
Auch für das neue Geschäftsjahr 2020/21 gibt das Management des schwedischen Konzerns keine Entwarnung. «Die anhaltenden Beschränkungen sowie die vielen vorübergehenden Schliessungen von Geschäften werden sich erheblich negativ auf das erste Quartal auswirken», sagte H&M-Chefin Helena Helmersson. Die Umsätze seien von Dezember bis zum 27. Januar, den ersten beiden Monaten des ersten Finanzquartals, in lokaler Währungen um 23 Prozent gesunken.

Tiefe Einschnitte gibt es im Filialnetz: Im laufenden Jahr will der Konzern 350 Läden hauptsächlich in den etablierten Märkten schliessen und dafür 100 neue Läden vor allem in den Wachstumsmärkten eröffnen, wie er im Communiqué bekannt gab. Damit würde H&M per saldo 250 Geschäfte weniger zählen als heute, wo noch 5’000 Läden betrieben werden. Damit wird die Schliessungswelle grösser: Im Coronajahr 2020 hatte der Konzern unter dem Strich erst 58 Läden dichtgemacht.

Am langfristigen Ziel eines Umsatzwachstums von 10 bis 15 Prozent in Lokalwährungen pro Jahr halte man fest, hiess es weiter. Dabei solle die Profitabilität hoch bleiben, schrieb H&M. (awp/mc/pg)

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