Ingo Kübler, Geschäftsführer EgoKiefer AG

Ingo Kübler

Ingo Kübler, Geschäftsführer der EgoKiefer AG. (Foto: EgoKiefer)

von Bob Buchheit

Moneycab.com: Herr Kübler, Die Einführung der Minergiestandards hat Ihnen sicherlich zu einem Umsatzsprung verholfen. Welches könnte der nächste Label-Trend sein, der das Baugewerbe beflügelt?

Ingo Kübler: Braucht es einen neues Label? Aus unserer Sicht geht es vielmehr darum, die bestehenden Standards wie Minergie am Markt weiter zu etablieren, zu leben.

Wieviel schätzen Sie, verliert ein Haus an Wärmeenergie durch schlechte Fenster?  Die Hälfte der Energie wird ja durch schlechte Wand-, Dach- und Fassaden-Dämmung vergeudet, sagt man.

Fenster spielen in der Gebäudehülle auch hinsichtlich Dämmung eine wichtige Rolle. Je nach Art und Alter des zu ersetzenden Fensters kann der Energieverlust über das Fenster mit einem modernen EgoKiefer Fenster um bis zu 75% Prozent reduziert werden.

Der Fenstermarkt ist in der Schweiz mit Firmen wie 4B, Dörig, Kufag und wie sie alle auch noch heissen mögen, extrem breit und zerstückelt. Worauf ist dies zurückzuführen?

Das ist kein Schweiz-typisches Phänomen. In allen Märkten gibt es einige grosse Unternehmen und eine Vielzahl kleiner Unternehmen.

«Letztlich zählt immer der Wert des gesamten Fenster-Elements im eingebauten Zustand. Die fachgerechte Montage ist daher entscheidend.»
Ingo Kübler, Geschäftsführer EgoKiefer AG

An Werkstoffen für Fenster werden Kunststoff, Kunststoff/Aluminium, Holz und Holz/Aluminium angeboten. Ich nehme an, der Trend geht Richtung Alu, weil es am langlebigsten ist?

Einen Alu-Trend stellen wir nicht fest. Hingegen eine Tendenz zu Holz/Aluminium.

Welche technischen Neuheiten gibt es beim Schallschutzglas?

Moderne Isoliergläser überzeugen mit Höchstwerten in allen Anforderungsbereichen, so auch im Bereich Schallschutz. Letztlich zählt aber immer der Wert des gesamten Fenster-Elements im eingebauten Zustand. Die fachgerechte Montage ist daher entscheidend.

Ihr Konkurrent bei Türen, die zur Looser-Gruppe gehörende Prüm-Garant, musste im 2013 einen Einbruch hinnehmen. Ich nehme an, auch bei Ihnen läuft das Türengeschäft wieder rund, oder?

Über andere Marktteilnehmer machen wir generell keine Aussagen. Mit unserem Geschäftsgang im Bereich der Haustüren sind wir zufrieden.

Die Schweizer Bauordnungen führen häufig zu kubischen Gebäuden, was natürlich die Fenstertür als architektonisches Element auf den Plan ruft. Wieviel Prozent des EgoKiefer-Absatzes entfallen denn auf die lichtdurchfluteten Fenstertüren?

Der Schweizer Markt ist sehr heterogen. Trends und Kundenwünsche sind somit regional recht unterschiedlich. Fenster mit schmalen Rahmenansichten und maximalem Glasanteil sind vor allem im Neubau-Bereich beliebt.

Der Trend geht auch zu immer weniger Chemie. Wo spart EgoKiefer da?

Unsere Produkte haben eine ausgezeichnete Ökobilanz. Bereits vor 20 Jahren erstellt EgoKiefer zusammen mit der EMPA die erste Ökobilanz für ihre Produkte.

«Der Schweizer Fenstermarkt ist stark im Wandel und das Preisniveau nähert sich dem europäischen Durchschnittsniveau.»

Wie für viele Schweizer Unternehmen ist Ihr wichtigster Exportmarkt Deutschland. Ist dort der Wettbewerb rauer als in der Schweiz?

Der Wettbewerb in der Fenster- und Türen-Branche ist generell härter geworden. Dies gilt für alle Regionen Europas. Auch für die Schweiz.

Wie sieht es jetzt speziell im Osten aus?

Auch für  Osteuropa  gilt das Gleiche.

Haus- und Wohnungseinbrüche nehmen zu.  Welche Massnahmen werden produktseitig getroffen?

EgoKiefer bietet ein mehrstufiges Sicherheitskonzept für Fenster und Haustüren an. Damit decken wir sämtliche Sicherheitsanforderung ab.

Sie sind jetzt 100 Tage im Amt. Was war neben der Einarbeitung Ihre grösste Herausforderung?

Der Schweizer Fenstermarkt ist stark im Wandel und das Preisniveau nähert sich dem europäischen Durchschnittsniveau. Unsere Herausforderung ist es, diesem Trend nachzukommen und gleichzeitig das Qualitätsniveau für Produkte und Dienstleistungen, von der Planung bis zur Endmontage und Service weiterhin auf  hohem Stand zu halten und auszubauen.

Zur Person:
Ingo Kübler, Jahrgang 1962 aus Frauenfeld im Thurgau studierte an der ETH in Zürich Maschinenbau und weist eine langjährige Industrieerfahrung auf. Zuvor war er bei Firmen wie Bühler, Huber & Suhner sowie Sefar in Führungspositionen und in der Geschäftsleitung tätig. Er absolvierte eine Zusatzausbildung zum  MBA am renommierten  INSEAD. Kübler hat eine gerade volljährige Tochter und betreibt Segeln und Laufsport als Hobbies. Nach 100 Tagen im Amt als CEO stellte er sich unseren Fragen.

Zum Unternehmen:
Die EgoKiefer AG mit Sitz in Altstätten/St. Gallen  ist ein international tätiger Schweizer Hersteller von Fenster und Türen und damit Marktführer in der Schweiz. Vor rund 10 Jahren wurde das einstige Familienunternehmen von der AFG Arbonia-Forster-Holding übernommen. EgoKiefer beschäftigt rund 1000 Personen. Ein Produktionsstandort befindet sich in Villeneuve in der Romandie. Als integrierter Gesamtanbieter entwickelt, produziert, verkauft und montiert EgoKiefer Fensterlösungen in den Werkstoffen Kunststoff, Kunststoff/Aluminium, Holz und Holz/Aluminium sowie Türen für den Aussenbereich. 2013 wurden über 663’000 m² Fenster produziert, bei den Haustüren waren es über 2’840 Stück.

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