Accenture-Studie: Mobile Apps sind der Schlüssel zur Digitalisierung

Thomas Ruck
Thomas Ruck, Leiter Accenture Interactive Schweiz. (Bild: Accenture)

Thomas Ruck, Managing Director Accenture Digital.

Zürich – Unternehmen müssen sich mehr um ihre mobilen Apps kümmern. Das ist das Ergebnis einer neuen Accenture-Studie. Ansonsten laufen sie Gefahr, Nutzer zu frustrieren und Investitionen zu verschwenden.

Die grosse Mehrheit der Entscheidungsträger in Unternehmen (87 Prozent) glaubt, dass mobile Apps für eine erfolgreiche Digitalisierung wichtig sind. Zur Entwicklung erfolgreicher Apps sind jedoch passende Strukturen und Abläufe erforderlich. Die gibt es bisher aber nur in sehr wenigen Unternehmen. Das zeigt die Studie „Growing the Digital Business: Spotlight on Mobile Apps“ des Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture, für die knapp 2‘000 Entscheider aus neun Branchen in 15 Ländern befragt wurden. Insgesamt machen sich nur 52 Prozent der Befragten die Mühe, Apps schon während der Entwicklung mit Hilfe von Anwender-Feedback zu testen. Und nach dem Launch verwendet nur knapp die Hälfte (48 Prozent) Tools zur Analyse des Nutzerverhaltens.

Von den Befragten gaben 87 Prozent an, dass es unter ihren Kunden eine hohe Nachfrage nach effizienten mobilen Apps gibt. Gleichzeitig glaubt die Hälfte der Entscheidungsträger in den Unternehmen, dass sich mobile Apps für Geschäftszwecke nicht effektiv absichern lassen. Und nur 45 Prozent der Firmen haben ein Crash Reporting, das Abstürze an die Entwickler meldet. „Unternehmen müssen sich viel stärker um ihre Apps kümmern“, sagt Thomas Ruck, Managing Director Accenture Digital. „Sonst verschenken sie viel Geschäftspotential.» Um von Apps wirklich zu profitieren, müssten Unternehmen sie vor dem Launch rigoros testen und danach konsequent weiter pflegen. Damit sei nicht nur das bestmögliche Nutzererlebnis, sondern auch die Sicherheit der Daten gewährleistet.

App-Management unabdingbar
Für 37 Prozent der Befragten sind Abstürze und andere Softwarefehler eine grosse Herausforderung. Nach dem Launch suchen und reparieren aber nur 55 Prozent der Unternehmen aktiv Fehler in ihren Apps. „App-Management sorgt dafür, dass sich Leistung und Nutzererlebnis einer App mit der Zeit nicht verschlechtern“, sagt Thomas Ruck. „Dadurch sinkt nicht nur das Frustrationspotenzial für Anwender, sondern auch die Zahl möglicher Sicherheitslücken.“ 49 Prozent der Umfrageteilnehmer halten die Möglichkeit von Datenverlust oder -diebstahl für ein zentrales Problem mobiler Apps.

„Zu viele Unternehmen machen sich nicht die Mühe, ihre Apps nach dem Launch weiter zu verbessern“, sagt Thomas Ruck. „So laufen die Firmen Gefahr, ihre bereits getätigten Investitionen zu verschwenden.“

Gleichzeitig gehen Entscheidungsträger in Unternehmen weiter davon aus, dass Apps einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leisten können, etwa durch das Erschliessen neuer Geschäftsfelder:

  • 85 Prozent glauben, dass mobile Apps die dominierende Nutzeroberfläche der Zukunft sein werden.
  • Für 87 Prozent der Teilnehmer sind Apps eine Schlüsseltechnologie auf dem Weg zu einer erfolgreichen Digitalisierung.
  • Und mehr als vier Fünftel der Befragten (82 Prozent) halten unternehmensinterne Apps für einen wesentlichen Bestandteil ihrer Organisation.

Umso erstaunlicher ist es, wie steinig sich der Weg zur optimalen Nutzung dieser Technologie in vielen Unternehmen gestaltet: Apps für mehr Produktivität nutzen zum Beispiel weniger als die Hälfte der befragten Firmen (46 Prozent), bei Vertriebs-, Service- oder Informations-Apps für Kunden im B2B- oder B2C-Bereich ist der Anteil noch kleiner (44 Prozent). Apps für interne Zusammenarbeit oder Weiterbildung nutzen sogar nur 35 Prozent der Unternehmen. Immerhin planen hier aber 38 Prozent der Befragten, eine solche App innerhalb der nächsten zwei Jahre einzurichten.

„Apps sind das Werkzeug, mit dem Unternehmen in Echtzeit auf ihre Daten zugreifen und Entscheidungen treffen können – ganz egal, ob es dabei um Fertigungsprozesse, virtuelle Zusammenarbeit oder den Kontakt zum Kunden geht“, sagt Thomas Ruck. „Die Leistung einer App und das Nutzererlebnis sind deshalb wichtiger als je zuvor. CEOs mit einer Digitalisierungsagenda müssen das Thema jetzt zur Chefsache machen.“ (Accenture/mc/ps)

Über die Studie
Die Studie basiert auf einer Mischung aus Online- und Telefonbefragungen von 1‘925 Entscheidungsträgern für Technologie und Digitalisierung, welche im Zeitraum von Dezember 2014 bis Januar 2015 durchgeführt wurden. Die Teilnehmer kommen aus 15 Ländern und neun Branchen, 85 Prozent von ihnen erzielen Jahresumsätze von mehr als einer Milliarde US-Dollar.

Über Accenture
Accenture ist ein weltweit agierender Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister mit mehr als 358’000 Mitarbeitern, die für Kunden in über 120 Ländern tätig sind. Als Partner für große Business-Transformationen bringt das Unternehmen umfassende Projekterfahrung, fundierte Fähigkeiten über alle Branchen und Unternehmensbereiche hinweg und Wissen aus qualifizierten Analysen der weltweit erfolgreichsten Unternehmen in eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit seinen Kunden ein. Accenture erwirtschaftete im vergangenen Fiskaljahr (zum 31. August 2015) einen Nettoumsatz von 31 Mrd. US-Dollar. Die Internetadresse lautet www.accenture.ch.

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