AMS bleibt in der Coronakrise auf Kurs – Aktien auf Höhenflug

AMS bleibt in der Coronakrise auf Kurs – Aktien auf Höhenflug
AMS-CEO Alexander Everke. (Foto: AMS)

Unterpremstätten – Der Chiphersteller AMS navigiert bislang gut durch das in Zeiten von Corona strapazierte globale Marktumfeld. Die Österreicher profitieren von einer gute Nachfrage im Smartphone-Geschäft und rechnen mit weiterhin hohen Verkaufszahlen. An der Börse schnellt der Kurs der AMS-Aktie in die Höhe.

Mit den ausgewiesenen Zahlen sowie auch mit den wie gewohnt für das Folgequartal ausgegebenen Prognosen hat AMS die Erwartungen der Analysten bei weitem übertroffen. „Wir haben die besten je in einem Startquartal erzielten Zahlen geschrieben“, sagte Konzernchef Alexander Everke am Mittwoch an einer Telefonkonferenz.

An der Schweizer Börse gab es dafür nur lobende Worte und der Kurs der Aktie kletterte bis am frühen Nachmittag um beinahe einen Viertel auf über 13 Franken in die Höhe. Damit machen die Titel einen Teil der bislang im laufenden Jahr erlittenen Kursverluste wett. Anfang Jahr hatte die Aktie noch 26,50 Franken gekostet, ehe sie mit dem Corona-Einbruch im März unter die Schwelle von 8 Franken fiel.

Wachstumssprung im Startquartal
Als Kurstreiber dienen die guten Zahlen des ersten Quartals: Der Umsatz kletterte gegenüber dem Vorjahr um knapp einen Drittel auf 501,2 Millionen US-Dollar und landete in etwa in der Mitte der im Januar ausgegebenen und im März bekräftigten Prognose von 480 bis 520 Millionen. Analysten hatten wegen Coronapandemie vorsichtig 480 Millionen Dollar Umsatz geschätzt.

Vor allem das Consumer-Geschäft habe sich trotz Corona sehr positiv entwickelt, hielt Everke fest. In den iPhones des Grosskunden Apple etwa sind eine Reihe von Sensorprodukten von AMS verbaut, auch wenn darüber offiziell nicht berichtet wird. Auch Android-Smartphonehersteller würden mittlerweile mit grossen Volumen an 3D-Sensorikprodukten beliefert, hiess es.

Dagegen bildeten sich in den kleineren Bereichen Automotive und Industrial einige Risse, etwa wegen der weltweit schleppenden Automobilproduktion. Besser läuft es im Medizinalgeschäft, wo AMS-Produkte in Computertomographen zum Einsatz kommen. Die Geräte spielen eine wichtige Rolle in der klinischen Covid-19-Diagnostik.

Das Wachstum hat auch zur Steigerung der Profitabilität geführt: Der operative Gewinn (EBIT) kam im ersten Jahresviertel um Sondereffekte bereinigt auf 101,0 Millionen Dollar zu liegen nach 22,8 Millionen im Vorjahr. Die Marge verbesserte sich so um 14 Prozentpunkte auf 20,0 Prozent. Auch hier hatten Analysten mit weniger guten Zahlen gerechnet.

Unter dem Strich verblieb bereinigt ein Verlust von 17,0 Millionen Dollar nach einem Minus von 9,2 Millionen. Auf dieses Ergebnis hätten Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung und der Übernahme des deutschen Lichtkonzerns Osram gedrückt, so die Mitteilung.

Weiterhin gute Nachfrage
Im laufenden Quartal rechnet AMS mit einer hohen operativen Marge zwischen 17 und 20 Prozent und einem Umsatz im Bereich von 440 bis 480 Millionen Dollar. Daraus würde sich bezogen auf die Mitte der Bandbreite gegenüber dem Vorjahr ein Wachstum von 11 Prozent ergeben.

„Wir sehen die Guidance auch in Zeiten von Corona als realistische Annahme“, sagte Everke. Schliesslich beruhe die Vorgabe auf den von der Kundschaft kommunizierten Geschäftsplänen. Dabei bleibe die Consumer-Sparte die treibende Kraft, auch dank Markteinführungen. Gut möglich, dass AMS auch für das neu lancierte iPhone SE 2 eine Reihe von Bauteilen an Apple liefert.

Mit Osram auf Kurs
Die 4,6 Milliarden Euro teure Osram-Übernahme läuft derweil gemäss Everke planmässig. AMS hatte zur Mitfinanzierung Anfang April das Kapital erhöht und holt nun die nötigen fusionskontrollrechtlichen Freigaben ein. Der Kauf soll bis Ende Juni abgeschlossen werden.

Derweil laufen die Vorbereitungen zur Verschmelzung der beiden Unternehmen zu einem laut Everke europäischen Weltmarktführer für Sensorik und Photonik auf Hochtouren. Im neuen Verbund rechnet AMS mit gutem Wachstum sowie weiterhin mit einem Synergie- und Sparpotenzial von über 300 Millionen Euro pro Jahr. (awp/mc/pg)

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