Bottomline: Die Weiterentwicklung von UK Faster Payments – Gleiche Wettbewerbsbedingungen für kleinere Finanzinstitute

Bottomline: Die Weiterentwicklung von UK Faster Payments – Gleiche Wettbewerbsbedingungen für kleinere Finanzinstitute

Daniel Bardini
von Daniel Bardini, Managing Director Financial Messaging bei Bottomline Technologies.

Weltweit existieren bereits in mehr als 60 Ländern Echtzeit-Zahlungssysteme oder stehen kurz vor der Einführung. Die Geschwindigkeit und Agilität, die Echtzeit-Zahlungen bieten, stellen eine echte Alternative zu traditionellen digitalen Zahlmethoden wie ACH, RTGS oder Karten dar. In Grossbritannien sind Echtzeit-Zahlungssysteme bereits seit längerem erfolgreich eingeführt.

In den nächsten fünf Jahren sollen eine halbe Billion Echtzeit-Zahlungstransaktionen abgewickelt werden, was einer Wachstumsrate von weltweit 40% zwischen 2020 und 2024 entspricht. Grossbritannien ist in diesem Bereich seit längerer Zeit erfolgreich unterwegs. Seit der Einführung im Jahr 2008 haben 32 Banken am Faster Payments Scheme (FPS) teilgenommen und allein im Jahr 2019 2,4 Milliarden Transaktionen verarbeitet haben. Dieses Volumen bedeutet einen Anstieg von 400 Millionen Transaktionen gegenüber dem Jahr 2018, mit einem Wert von 1,7 Billionen Pfund Sterling. Man kann zuversichtlich davon ausgehen, dass die Zahlen werden mit der vereinbarten Anhebung der Grenzwerte auf 250K pro Person noch weiter zunehmen.

Wie können britische Banken, Fintechs und E-Geld-Anbieter auf UK Faster Payments zugreifen?

Je nach Bedürfnis und der Strategie eines Unternehmens gibt es drei Möglichkeiten, auf UK Faster Payments zuzugreifen;

  1. Directly Connected Settling Participants (DCSPs) (Direkt angeschlossene Zahlungsabwickler) – verbinden sich direkt mit der zentralen Infrastruktur für schnellere Zahlungen (Faster Payments Central Infrastructure), um Zahlungen in Echtzeit zu senden und zu empfangen, 24 Stunden am Tag. Die DCSPs legen ihre Transaktionslimits fest und führen ihre eigene Abwicklung mit der Bank of England durch. Diese Lösung ist oft die beste Option für Organisationen, die ein hohes Zahlungsvolumen abwickeln und berechtigt sind, ein Verrechnungskonto bei der Bank of England zu eröffnen.
  2. Directly Connected Non-Settling Participants (Direkt angeschlossene Unternehmen, die ihre Zahlung über ein Partnerinstitut abwickeln) (DCNSPs) – sind direkt über einen sponsernden Teilnehmer (sponsoring Participant) mit der zentralen Infrastruktur für schnellere Zahlungen (Faster Payments Central Infrastructure) verbunden. Dieser sponsoring Participant wickelt die Zahlungen mit der Bank of England im Auftrag des Zahlungsdienstleistungsanbieters ab. Das ist die beste Option für Organisationen, welche nicht berechtigt sind, ein Verrechnungskonto bei der Bank of England zu eröffnen.
  3. Indirekte Teilnehmer – diese Alternative ermöglicht es einem Zahlungsdienstleistungsanbieter (Payment Service Provider – PSP), sich über einen sponsernden Teilnehmer, der die direkte Verbindung in dessen Namen verwaltet, an die «Faster Payments Central Infrastructure» anzuschliessen. Dieser Partner bietet mehrere Möglichkeiten, schnellere Zahlungen zu senden und zu empfangen, und führt auch die Abwicklung bei der Bank of England im Auftrag des Zahlungsdienstleistungsanbieters durch. Diese Option ist vorteilhaft für PSPs, für die eine Direktverbindung kommerziell nicht rentabel ist.

Quelle: http://www.fasterpayments.org.uk/access

Allerdings haben die Einhaltung der Vorschriften und die regulatorischen Zeitvorgaben sowie die Einschränkungen bei den FPS-Tests (UK Faster Payments) die Anzahl der Neueinsteiger in das Echtzeit-Zahlungsverkehrs-Ökosystem über die ersten beiden aufgeführten Optionen begrenzt.

Für Directly Connected Settling Participants ergeben sich mehrere Herausforderungen. Erstens benötigen die Teilnehmer genügend Volumen und Wert, um die Kosten für den Aufbau des Gateways zu rechtfertigen. Dann müssen noch zusätzliche technische Experten eingestellt werden, um die Plattform zu implementieren, und es braucht Zeit, um der Vielzahl anfänglicher und laufender Compliance Vorschriften nachzukommen.

Für Directly Connected Non-Settling Participants beginnen die Hindernisse damit, dass die meisten Transaktionen nicht wirklich in Echtzeit (0-15 Sekunden) erfolgen und mehrere Stunden dauern können. Zudem sind die pro Transaktion erhobenen Gebühren sehr hoch. Viele Teilnehmer erleben häufiger Ausfälle und stehen dann bei der Behebung ihrer Probleme meist «hinten an», weil der Sponsor seinen eigenen Kernsystemen Vorrang einräumt.

Was ist also die Alternative? Kleinere Banken und Finanzinstitute können vom sogenannten «New Access Model» profitieren – eine Option, die als Massnahme aufgrund der globalen Finanzkrise 2008 eingeführt wurde. Dieses Modell wurde entwickelt, um für kleinere Finanzinstitute und PSPs, die sich dem Faster Payments Scheme anschliessen wollen, gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Es fällt unter die 3. Option der indirekten Teilnahme, die über API-Konnektivität auf das FPS zugreift.

Ein schneller, smarter Wettbewerbsvorteil
Die indirekte Teilnahme stellt eine echte Chance für zuvor ausgeschlossene Finanzinstitute dar. Indem sie Zahlungen in Echtzeit anbieten können, ohne Kompromisse bei Geschwindigkeit, Ausgaben, Leistung und Ressourcen einzugehen, bauen sie ihren Kundenstamm auf und fordern so die traditionellen Marktteilnehmer heraus. Der Zugang zu Echtzeit-Zahlungen für alle fördert den Wettbewerb. Es ermöglicht kleineren Banken und Unternehmen, rund um die Uhr schnellere Zahlungskanäle für Konto-zu-Konto-Zahlungen zu nutzen. Dieser Zugang wird durch Gebrauch der API-Konnektivität ermöglicht, welche es allen Nutzern ermöglicht, über jeden digitalen Kanal sofort Geld zu senden und zu empfangen.

Branchenweit führende Lösungen sind SaaS-basierte Abonnementmodelle. Dieser Ansatz vermeidet teure Investitionsausgaben (Capex) und verhindert unnötige Verzögerungen bei der Einführung neuer Dienste. Der Zahlungsworkflow sollte zusätzliche Kontrollen und Prüfungen beinhalten. Zum Beispiel eine «Netto-Absender-Obergrenze», um sicherzustellen, dass das gesamte Geld, das durch diesen Dienst fliesst, vollständig vom Absender finanziert wird, noch bevor eine Transaktion durchgeführt wird. Diese zusätzlichen technischen Funktionen garantieren, dass der Dienst von Faster Payment Scheme, den Regulierungsbehörden und unabhängigen Prüforganisationen akkreditiert und vollständig überprüfbar ist.

Dieses Modell bietet mehrere überzeugende Vorteile:

  • Schnellere Markteinführung. Die Verwendung einer einfachen, kostengünstigen API-Schnittstelle bedeutet, dass Unternehmen schneller mit UK Faster Payments live gehen können und lange, kostspielige Entwicklungszyklen und komplexe rechtliche Absprachen vermieden werden.
  • Eliminierung regulatorischer Neuerungen. Die Einhaltung von Vorschriften wird automatisch von dem indirekten Agenturpartner übernommen.
  • Steigerung von Betriebszeit und Vertrauen. Unternehmen profitieren von einem höheren Mass an Stabilität und Verfügbarkeit für das Portal.

Die Essenz der Modernisierung des Zahlungsverkehrs

Die Diskussion sollte nicht einzig und allein über Echtzeit geführt werden. Wenn wir hoffen, den Anforderungen und Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden, bildet Echtzeit das übergeordnete Ziel – so soll die Zukunft aussehen. Dieser Ausblick bedeutet, dass wir nach datenreichen, integrierten, standardisierten und innovativen Echtzeit-Zahlungsfähigkeiten streben müssen, die Banken und Finanzinstitutionen weltweit Interoperabilität anbieten.

Die Standardisierung der Infrastruktur für den schnelleren Zahlungsverkehr im Vereinigten Königreich (im Rahmen der New Payments Architecture (NPA)) und der Übergang von ISO 8583 zum globalen Nachrichtenformat ISO 20022 erleichtern diese Modernisierung und erhöhen die Datenfülle. Neue Lösungen für den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr wie SWIFT gpi & Visa B2B Connect sowie ein kooperativer Ansatz für Open Banking/PSD2 bedeuten, dass den Finanzinstituten innovative Werkzeuge zur Verfügung stehen, die ihnen auf ihrem Weg zur erfolgreichen digitalen Transformation helfen.

Neben einem Plan zur Aktualisierung der bestehenden Infrastruktur und um im heutigen, sich schnell entwickelnden Zahlungsverkehrs-Ökosystem erfolgreich zu sein, benötigen Finanzinstitute einen zuverlässigen Fahrplan für die Bereitstellung von Echtzeit-Zahlungen und innovativen Produkten für ihre Kunden. Neben der Differenzierung gegenüber der Konkurrenz und der Schaffung neuer Einnahmequellen sind innovative Funktionen und ein digital verbessertes Benutzererlebnis entscheidend, um Kundenanforderungen zu erfüllen, Erwartungen zu übertreffen und damit die Akzeptanz und Loyalität der Kunden zu steigern.

Um mehr über Echtzeit-Zahlungen und Modernisierung im Zahlungsverkehr zu erfahren, klicken Sie hier (Text in Englisch). (Bottomline Technologies/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.