KI als Wachstumstreiber: 15 Milliarden Franken jährliches Innovationspotenzial für die Schweiz

KI als Wachstumstreiber: 15 Milliarden Franken jährliches Innovationspotenzial für die Schweiz
Von links nach rechts: Martin Hvidt Thelle (Partner, Implement Consulting Group), Christine Antlanger-Winter (Country Director Google Switzerland) und Franziska Barmettler (CEO digitalswitzerland). (Foto: digitalswitzerland)

Davos – Eine von Google und digitalswitzerland in Auftrag gegebene Studie der Implement Consulting Group zeigt, dass die Schweiz durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Forschung-& Entwicklungs- sowie Innovationsprozessen über ein jährliches KI-Innovationspotenzial von rund 15 Milliarden Franken verfügt. Die zentralen Ergebnisse der Studie wurden heute von Vertreter:innen der drei beteiligten Organisationen im Kontext des diesjährigen WEF-Schwerpunkts «How can we deploy innovation at scale and responsibly?» in Davos vorgestellt. Die Studie kommt zum Schluss, dass eine breit angelegte Vermarktung von KI entscheidend für die Ausschöpfung des Innovationspotenzials ist. Innovative digitale Unternehmen spielen dabei eine Schlüsselrolle als Treiber der wirtschaftlichen Wertschöpfung.

Zentrale Ergebnisse der Studie
Künstliche Intelligenz bietet grosses Potenzial, Innovationen voranzutreiben, indem sie die Gründung neuer Unternehmen fördert, Produktivität steigert und wissenschaftliche Fortschritte beschleunigt. Um im KI-Zeitalter wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Schweizer Unternehmen eine Innovationskultur pflegen und Spitzentechnologien nutzen. Die Studie untersucht, wie KI Innovationen in der Schweiz beschleunigen kann, und stützt sich dabei auf Analysen aus dem Jahr 2024. Diese gingen davon aus, dass durch die Einführung von KI in zehn Jahren schätzungsweise ein jährlicher BIP-Zuwachs um 11 Prozent (80–85 Milliarden Franken) zu verzeichnen sein wird.

Die aktuelle Studie liefert Erkenntnisse über strategische KI-Initiativen, welche die Schweizer Wirtschaftslandschaft neu beleben können. Sie skizziert Chancen in drei Dimensionen:

  • Innovationstätigkeit mit KI: Es wird immer schwieriger, neue Ideen zu generieren. Gleichzeitig ist Europa mit einem globalen Rückgang der F&E-Produktivität sowie geringeren Renditen auf F&E-Investitionen im Vergleich zu den USA konfrontiert. KI kann die Innovationskraft in Europa und der Schweiz neu beleben, indem sie die Qualität der Lösungen verdoppelt und die Effizienz der Schweizer Forschung & Entwicklung je nach Bereich um 10 bis 20 Prozent steigert.

    Bereits heute treibt KI den wissenschaftlichen Fortschritt in Europa und der Schweiz voran. Die Studie kommt zum Schluss, dass KI durch die Beschleunigung von Innovationen in Forschung & Entwicklung bis 2034 einen jährlichen wirtschaftlichen Wert von bis zu 15 Milliarden Franken generieren kann. Der gesamtgesellschaftliche Nutzen könnte dabei bis zu siebenmal höher sein als die Gewinne auf Unternehmensebene.
  • Produktion von KI: Die Schweiz sollte sich aktiv am Aufbau von KI-Modellen, Rechenzentren und KI-Anwendungen beteiligen. Der Ausbau der KI-Produktion stellt eine bedeutende wirtschaftliche Chance dar, da Europa über einen komparativen Vorteil bei KI-Anwendungen und -Dienstleistungen verfügt.
  • Kommerzielle Nutzung von KI: Europa und die Schweiz benötigen mehr innovative digitale Unternehmen, um das KI-Innovationspotenzial erfolgreich zu vermarkten. Derartige Unternehmen sind entscheidend für die Entwicklung, Verbreitung und Beschleunigung transformativer KI-Innovationen in zentralen Wirtschaftssektoren.

    Erfolgreich skalierende digitale Unternehmen leisten einen überproportionalen Beitrag zur Wirtschaft, da ihre Produktivität im Durchschnitt etwa 130 Prozent über der von europäischen Unternehmen liegt. Die Annäherung innovativer Schweizer Digitalunternehmen auf das Niveau der führenden OECD-Länder ist ein wichtiger Hebel für das Wirtschaftswachstum. Denn diese Unternehmen spielen eine zentrale Rolle bei der Vermarktung Künstlicher Intelligenz, die sowohl für die Nutzung des Innovationspotenzials von KI als auch für die breitere Einführung dieser Technologie von entscheidender Bedeutung ist.

Das Schweizer KI-Innovationspotenzial von jährlich 15 Milliarden Franken wirkt dabei als Verstärker des Wertschöpfungspotenzials in Höhe von CHF 80 bis 85 Milliarden durch den Einsatz generativer KI. Während die Entwicklung von KI-Modellen und -Anwendungen eine wichtige Grundlage für die breite Nutzung darstellt, kann die KI-gestützte Beschleunigung der Forschung die wirtschaftlichen Effekte langfristig nochmals deutlich erhöhen.

Stimmen der beteiligten Organisationen
Christine Antlanger-Winter, Country Director Google Switzerland:
«Die Studie zeigt, dass KI die Forschungs- & Entwicklungsprozesse in der Schweiz signifikant vorantreiben und dadurch bis 2034 zusätzlich rund 15 Milliarden Franken pro Jahr zur Schweizer Wirtschaftsleistung beitragen kann. Um in diesem neuen Zeitalter wettbewerbsfähig zu bleiben und die Vorteile der KI-Ära zu sichern, müssen wir diese Chancen mutig und verantwortungsvoll wahrnehmen und dafür sorgen, dass KI der gesamten Bevölkerung zugute kommt und die Schweiz nicht nur wohlhabend und innovativ, sondern als Gesellschaft auch integrativ und verantwortungsbewusst bleibt.»

Franziska Barmettler, CEO digitalswitzerland:
«Diese Studie liefert belastbare Fakten und eine solide Grundlage, um die enormen Vorteile von KI in der Schweiz zu nutzen. Unser Fokus liegt darauf, dass diese Vorteile traditionelle Branchen sowie KMU erreichen, die das Rückgrat unserer Wirtschaft bilden, wie auch die Förderung der verantwortungsvollen Einführung von KI-Technologien. Aus diesem Grund entwickeln wir derzeit den Swiss AI Action Plan in Zusammenarbeit mit unserem breiten Ökosystem.»

Martin Hvidt Thelle, Partner, Implement Consulting Group:
«Die Schweiz kann durch den breiten Einsatz von KI-Innovationen neue Wachstumsquellen erschliessen. Die Anwendung von KI in der F&E kann das BIP der Schweiz um 1,7 % steigern, verglichen mit 1,4 % in der EU. Das Potenzial ist in forschungsintensiven Branchen wie der Pharmaindustrie und der Modernen Fertigung besonders ausgeprägt. Generative KI ist eine neue Erschaffungs-Methode, welche den langfristigen Rückgang der F&E-Produktivität umkehren kann. Die vorhandene Stärke der Schweiz bei der Skalierung junger, innovativer Unternehmen wird entscheidend sein, um das Innovationspotenzial der KI voll ausschöpfen zu können.» (digitalswitzerland/mc/ps)

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