Konsumenten-Portal Verivox nimmt Apps von Krankenkassen unter die Lupe

Christoph Biveroni
Christoph Biveroni, Country Manager von Verivox. (Foto: Verivox)

Zürich – Arztrechnungen mit dem Smartphone fotografieren und per App der Krankenkasse übermitteln. Das ist bei vielen Anbietern längst möglich. Das Konsumenten-Portal Verivox hat diese Apps unter die Lupe genommen.

Smartphones haben sich durchgesetzt. Der praktische Alleskönner ist immer dabei. Darauf setzten auch die Schweizer Krankenversicherungen. So können Kunden ihre Arztrechnungen per App hochladen oder ihre Daten verwalten. Verivox hat die Angebote der 14 Anbieter analysiert, die mehr als 50’000 Personen versichern und damit insgesamt 8 Millionen Kunden haben.

5 von 14 Anbietern haben eine App, mit der man Rechnungen fotografieren und an die Krankenkasse übermitteln sowie auf Abrechnungen und Rechnungen zugreifen kann. Das sind die CSS, Groupe Mutuel, Sanitas, KPT und Sympany. 2 Anbieter – die Swica und die EGK –
bieten eine App an, mit der die Kunden Arztrechnungen fotografieren und einschicken können. Sie können jedoch keine Dokumente damit abrufen. Alle Apps stehen für das iPhone und für Android-Geräte zur Verfügung.

Apps bei den Versicherten beliebt
Wie stark werden die Krankenkassen-Apps genutzt? Verivox hat bei den Anbietern nachgefragt. Die Rangliste: Bei der Sanitas sind dies 100’000 Versicherte, bei der CSS 78’000 und bei der Sympany etwa 40’000.

Interessant ist auch, wie viele Rechnungen über die App hochgeladen worden sind. Bei der CSS wurden seit Ende August knapp 39’000 Rechnungen via App übertragen. Bei der EGK werden derzeit zwei Prozent aller Rechnungen per App eingereicht.

«Das Angebot stösst offensichtlich auf Interesse. Die Versicherungen haben ein Bedürfnis ihrer Kunden erkannt. Gleichzeitig reduzieren sie damit den teuren Postversand von Dokumenten», sagt Christoph Biveroni, Versicherungs-Experte des Konsumenten-Portals Verivox.

App-Funktionen im Vergleich

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Überraschend: Ist die Rechnung via App an die Krankenkasse übertragen, sollte man die Belege nicht wegwerfen. Die Krankenkasse Swica schreibt im Kleingedruckten, dass der Nutzer die Originalunterlagen aufbewahren soll. Grund: In gewissen Situationen wie zum Beispiel bei einem Rechtsfall muss die Krankenkasse auf die Originaldokumente zurückgreifen.

App bei weiteren Krankenkassen ein Thema
Mit der Helsana und der Assura haben zwei der grössten Schweizer Anbieter keine App für die Krankenkassen-Verwaltung. Helsana überprüft das Online-Angebot für Versicherte. Assura und Visana sagten gegenüber Verivox, dass eine App zurzeit in Vorbereitung ist.

Die Atupri bietet noch keine App an, allerdings ist das Kundenportal bereits heute für mobile Endgeräte optimiert. Kunden der Atupri können damit über das mobile Kundenportal eine Arztrechnung fotografieren und übertragen. 2017 will Atupri eine App lancieren.

Eine pragmatische Lösung bietet auch die ÖKK an: Kunden können die Rechnungen mit ihrem Smartphone fotografieren und als E-Mail an ihre Agentur schicken. Die ÖKK plant im nächsten Jahr eine digitale Versicherungsplattform einzuführen.

Kein Thema ist eine App bei der Agrisano: Dies sei in absehbarer Zeit nicht vorgesehen, sagt die Krankenkasse gegenüber Verivox.

Superpunkte, Heilkräuter-Rezepte oder Impfbüechli
Die Schweizer Krankenkassen bieten noch weitere Funktionen via App an. So gibt es Gesundheitstipps, ein Impfbüchlein, Heilkräuter-Rezepte, eine Zahnputz-App oder einen Wickel-Ratgeber. Wer sich die Helsana-Trails-App herunterlädt und sich entlang eines Helsana-Trails bewegt, kann Coop-Superpunkte sammeln. Die Helsana bietet auch eine Spiele-App an. Ziel: Die Spielfigur Helsi so schnell wie möglich nach Hause bringen. (Verivox /mc/ps)

Methode
Verivox hat die Apps von Krankenkassen und Krankenkassen-Gruppen analysiert, die in der Grundversicherung mehr als 50’000 Personen versichern. Diese 14 Anbieter versichern insgesamt 8 Millionen Personen.  

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