Künstliche Intelligenz vs. manuelle Lokalisierung: Warum macht der Mensch den Unterschied bei Übersetzungen?

Künstliche Intelligenz vs. manuelle Lokalisierung: Warum macht der Mensch den Unterschied bei Übersetzungen?
(Bild: https://unsplash.com/de/fotos/FHnnjk1Yj7Y; Moneycab)

Kiel – Künstliche Intelligenz boomt und auch bei Übersetzungen werden vorhandene Tools immer effektiver und effizienter. Als mit ChatGPT weltweit eines der grössten KI-Systeme für Furore sorgte, bangten viele Übersetzungsagenturen um ihre Existenz. Mittlerweile hat sich gezeigt, dass KI zwar Unterstützung liefern kann, aber nicht in der Lage ist, menschliche Kompetenz zu ersetzen. 

Zur reinen Verständnisübersetzung genügen Tools im Internet, um den Inhalt zu erfassen. Sobald es sich aber um professionelle Übersetzungen handelt, geht es ohne das menschliche Auge nicht. 

Was künstliche Intelligenz bei Übersetzungen leisten kann

Maschinelles Lernen hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, sodass MLM-Übersetzungen professioneller möglich sind. Die Systeme erkennen Satzstrukturen und Kontext besser und können so konsistente Ergebnisse liefern. 

Angewandt werden sie beispielsweise, wenn professionelle Übersetzungen Schweiz, Deutschland und Österreich miteinander verbinden sollen, es sich aber nicht um rechtliche Dokumentationen handelt. 

Beispiel: Ein Unternehmen hat Sitze in der Schweiz und in Deutschland. Obwohl die Grundverständigung untereinander funktioniert, gibt es zwischen beiden Ländern sprachliche Besonderheiten. Um interne Inhalte und Informationen sowohl für die Mitarbeiter in der Schweiz als auch für das Team in Deutschland verfügbar zu machen, sind maschinelle Übersetzungen bestens geeignet. 

Bei rechtlicher Verbindlichkeit ist der Mensch ein Muss 

Wenn es darum geht, beglaubigte Übersetzungen zu erstellen, stösst künstliche Intelligenz an eine klare Grenze. Hier geht es nicht um die rein sprachliche Übersetzung, sondern um unternehmerische Verantwortung und rechtliche Verbindlichkeit. Eine beglaubigte Übersetzung ist ein offizielles Dokument und ohne menschliche Hand nicht erstellbar. 

Diese Dokumente dürfen ausschliesslich von dafür anerkannten und vereidigten Übersetzern erstellt werden. Diese Personen müssen mit ihrem Stempel und der Unterschrift bestätigen, dass die Übersetzung vollständig und inhaltlich korrekt ist. Der Übersetzer übernimmt in diesem Fall die Verantwortung für das von ihm erstellte Dokument, was eine Maschine nicht leisten kann. 

Lokalisierung geht über die klassische Übersetzung hinaus 

Einen Text manuell zu lokalisieren heisst, dass sein Inhalt an den Zielmarkt angepasst wird. Hier spielt nicht mehr nur die Sprache selbst eine Rolle. Die Zielgruppe hat eigene kulturelle Besonderheiten und Erwartungen. Was in der Schweiz ein gängiges Wort sein kann, wirkt in Deutschland oder Österreich unprofessionell und unseriös. 

Die maschinelle Übersetzung berücksichtigt solche individuellen Besonderheiten nicht. Sie übersetzt kontextbezogen, aber nicht regional individuell. Der Maschine fehlt die Fähigkeit, Inhalte zu interpretieren und Intentionen zu verstehen. Hier passt der Mensch das Wording so an, dass es im jeweiligen Zielmarkt funktioniert. 

Übrigens: Selbst innerhalb der Schweiz sind menschliche Übersetzungen im Unternehmenskontext wichtig. Es gibt vier offizielle Landessprachen und mitunter die Notwendigkeit, landesinterne Übersetzungen im Businessbereich professionell erstellen zu lassen.  

Maschine und Mensch sind als Duo am funktionsfähigsten 

Die automatisierte Übersetzung ist ein effektives Tool für schnelle und massenhafte Translationen. Durch künstliche Intelligenz lässt sich mehr Text in kürzerer Zeit produzieren, allerdings ohne professionelles Ergebnis. Eine automatisierte Übersetzung reagiert nicht auf die Änderung des Kontextes und erkennt nicht, wenn sich zwei Begriffe innerhalb eines Textes unterschiedlich verhalten. Auch emotionale Zwischentöne und Mehrdeutigkeit gehen bei maschinellen Übersetzungen verloren oder werden falsch interpretiert. Genau hier setzt der Mensch an. Er lässt sich von KI und Maschinen unterstützen, gibt eine Übersetzung aber nicht ohne menschlichen Check an den Kunden weiter. Das sorgt für Effektivität und Effizienz im Übersetzungsalltag. (ftr/mc/hfu)


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