Teleclub und UPC einigen sich bei Live-Sportinhalten

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(Foto: UPC Schweiz GmbH)

Bern – Die Swisscom-Tochter Teleclub darf ab der kommenden Saison im Herbst die Eishockey-Spiele der Schweizer Meisterschaft zeigen. Die Swisscom hat sich mit UPC, dessen Sender MySports die Eishockey-Rechte inne hat, entsprechend geeinigt. Umgekehrt können UPC, Quickline und andere Suissedigital-Mitglieder nun auch auf das gesamte Fussballangebot von Teleclub zugreifen.

Ab Herbst 2020 erhielten die Kunden von UPC und Swisscom gleichberechtigten und vollständigen Zugang zu den Live-Sportinhalten, hiess es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Das war bisher in dieser Form nicht möglich, der Kunde musste sich grundsätzlich für das eine oder andere Produkt entscheiden. UPC-Kunden hatten Zugriff auf einen kleinen Teil des Teleclub-Angebots, umgekehrt war dies aber nicht der Fall.

Von der Vereinbarung profitierten nun 1,8 Millionen Kunden von UPC und den MySports-Verbreitungspartnern vom Kabelnetzverband Suissedigital – wie etwa Quickline – sowie 1,55 Millionen Swisscom TV-Kunden.

Umkämpfte Inhalte
Sie hätten künftig die Möglichkeit, alle Spiele der höchsten Schweizer Fussball- und Eishockeyligen sowie die Partien der UEFA Champions League, der UEFA Europa League, der Bundesliga, vieler weiterer europäischer Fussballligen oder der europäischen und nordamerikanischen Hockeyligen uneingeschränkt zu verfolgen, hiess es in der Mitteilung. Was die neuen Angebote kosten werden, ist noch nicht bekannt.

Swisscom und UPC haben den Sport schon seit längerem als Argument für ihre TV-Produkte entdeckt. So besitzt die Swisscom die Live-TV-Rechte für die hiesigen Fussballligen, UPC jene für Eishockey. Die SRG wird dagegen im Sport immer weiter an den Rand gedrängt.

Mit der jetzigen Vereinbarung bleiben die Rechte bei den jeweiligen Anbietern. Das bedeutet, dass Fussball-Inhalte weiterhin von Teleclub und Eishockey von MySports produziert werden, alle Inhalte jedoch sowohl auf Teleclub, MySports sowie den Kanälen der Suissedigital-Mitgliedern ausgestrahlt werden können.

Langjähriger Zwist beigelegt
Beide Seiten zeigten sich erleichtert über die Einigung: „Durch die Verbreitung auf Swisscom TV können wir zukünftig den Wunsch vieler Fans des Schweizer Eishockeys erfüllen, den vollen Zugang zu MySports bei Swisscom zu erhalten“, liess sich UPC-CEO Baptiest Coopmans zitieren. Gleichzeitig profitierten die Kunden von UPC und den Verbreitungspartnern künftig vom vollen Sport- und Unterhaltungsangebot von Teleclub, was ein langjähriges Anliegen gewesen sei. Swisscom-Chef Urs Schaeppi nannte den Schritt im Communiqué einen „wichtigen Meilenstein.“

Jahrelang hatte die Swisscom in der Übertragung von Sportspielen dominiert. Dann stieg UPC mit MySports in das Geschäft ein. Im Sommer 2016 ersteigerte der Kabelnetzbetreiber die Eishockey-Übertragungsrechte für fünf Jahre. Die Sportrechte wurden zum Zankapfel zwischen UPC und Swisscom: So weigerte sich UPC, der Swisscom die Übertragung von Eishockeyspielen zu ermöglichen.

In die Röhre guckten vor allem die Fans: Sie mussten sowohl Teleclub als auch MySports abonnieren, wenn sie Zugriff auf die volle Ladung Sport haben wollten. Das sorgte immer wieder für Kritik und rief auch die Wettbewerbskommission auf den Plan. (awp/mc/pg)

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