350 Mio Franken-Darlehen für Fussball- und Eishockey-Profiligen

Fussball
Der Ball rollt wieder in der SFL. (Photo by Emilio Garcia on Unsplash)

Bern – Der Bundesrat hat Massnahmenbereiche und finanzielle Eckwerte für ein Stabilisierungspaket zu Gunsten des Schweizer Sports festgelegt. Der Bundesrat rechnet mit Beträgen von 350 Millionen Franken für den Betrieb der Fussball- und Eishockeyligen und 150 Millionen Franken zur Stützung des Breiten- und Leistungssports.

Die Folgen der weiter andauernden pandemierechtlichen Einschränkungen sind für die Fussball- und Eishockeyligen, ihre Vereine und die Sportwirtschaft schwerwiegend; zudem drohen einschneidende Auswirkungen auch auf die Nachwuchsarbeit. Um den Betrieb bis Ende der Saison 2020/2021 sicherzustellen, sind rückzahlbare Darlehen von insgesamt 350 Millionen Franken vorgesehen. Eine erste Tranche à 175 Millionen Franken soll die Ertragsausfälle ab 1. Juni für die nächsten sechs Monate auffangen. Für den Fall, dass der Spielbetrieb während 12 Monaten nur eingeschränkt möglich ist, soll eine zweite Tranche von weiteren 175 Millionen Franken im Budget 2021 des Bundes eingestellt werden. Bei beiden Tranchen gehen jeweils 100 Millionen Franken an die Fussball- und 75 Millionen Franken an die Eishockeyliga.

Die Darlehen werden via Ligen ausbezahlt und sind mit Verpflichtungen und Auflagen verbunden: Es muss ein solidarisch getragener Sicherheitsfonds für künftige Risiken geschaffen werden und die Bundesdarlehen dürfen nicht für die Deckung überdurchschnittlicher Spielersaläre verwendet werden. Zudem muss die Nachwuchsarbeit mindestens im gleichen Umfang wie vor der Pandemie weitergeführt werden.

Unterstützung auch für den Breiten- und übrigen Leistungssport
Sowohl der Breitensport wie auch der übrige Leistungssport ausserhalb von Fussball und Eishockey sind von den Schutzmassnahmen des Bundes gegen Covid-19 stark betroffen (abgesagte Vereinsanlässe, wegfallende Sponsoren und Startgelder). Der Bundesrat hat am 20. März bereits 50 Millionen Franken genehmigt, die als A-fonds-perdu-Beiträge an Sportvereine und -organisationen in finanzieller Not ausbezahlt werden können. Der Bundesrat geht davon aus, dass die Krise gerade im Breitensport erst später richtig durchschlagen und der Unterstützungsbedarf erheblich zunehmen wird. Deshalb sind für 2020 zusätzlich 50 Millionen Franken und im Budget 2021 weitere 100 Millionen Franken vorgesehen. Ziel ist es, eine nachhaltige Schädigung der stark vom Ehrenamt geprägten Schweizer Sportstrukturen zu verhindern.

Ganzes Sportsystem bedroht
Der Zusammenbruch des Ticket- und Saisonkartenverkaufs, die Absage von kleinen und grossen Sportveranstaltungen, der Rückzug von Sponsoren – die Folgen der Coronakrise bedrohen vom lokalen Verein bis zu den professionellen Klubs und Verbänden tragende Pfeiler des Schweizer Sportsystems. Die Erfahrungen aus früheren Finanz- und Wirtschaftskrisen zeigen, dass der Sport von einer Krise stärker und länger betroffen ist als die Wirtschaft. Diese Erkenntnis gründet auf den besonderen Finanzierungsmechanismen des Sports und der ausgeprägten Abhängigkeit von Sponsoren, Veranstaltungseinnahmen, Medien, TV-Rechten, Lotterien und Fondsgeldern des Gemeinwesens.(mc/pg)

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