ti&m: KI – Schweizer Unternehmen noch im Aufholmodus

ti&m: KI – Schweizer Unternehmen noch im Aufholmodus
(Adobe Stock)

Zürich – Trotz wachsender Investitionen bleibt KI in Schweizer Unternehmen häufig auf einfache, risikoarme Anwendungsfälle beschränkt. Eine neue Studie von ti&m und der Hochschule Luzern zeigt: Viele Organisationen nutzen KI noch punktuell und haben bei Strategie, Integration und Governance deutlichen Aufholbedarf.

Künstliche Intelligenz ist in Schweizer Unternehmen angekommen – doch meist noch vorsichtig und punktuell. Während Grossunternehmen bei der Nutzung und strategischen Verankerung von KI deutlich voraus sind, agieren viele KMU als Follower. Gleichzeitig wächst der Investitionswille trotz bislang begrenzter Erträge stark.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Schweizer Unternehmen setzen KI heute vor allem in Marketing und Kundenservice ein, komplexere Bereiche bleiben zurück.
  • Über 70 Prozent investieren weniger als 5 Prozent ihres IT-Budgets in KI, planen jedoch deutliche Erhöhungen.
  • KI bringt bislang vor allem Effizienzgewinne, kaum Umsatzwachstum.
  • Datenschutz, Halluzinationen und Abhängigkeiten von Cloud-Anbietern bleiben zentrale Risiken.
  • Die AI Maturity hängt stärker von der Unternehmensgrösse als von der Branche ab.

Die vier untersuchten Bereiche im Detail

KI-Adoption: Fokus auf einfache Anwendungsfälle
Aktuell nutzen Unternehmen KI vor allem dort, wo der Aufwand gering und das Risiko überschaubar ist, etwa im Marketing, im Kundenservice oder bei Text- und Chatbot-Anwendungen. In Bereichen wie Logistik, Produktion oder Finance ist der Einsatz noch schwach. In den nächsten drei bis fünf Jahren erwarten die Befragten jedoch starke Fortschritte, insbesondere in bislang wenig erschlossenen Bereichen.

Investitionen und Mehrwert: Viel Vertrauen, wenig Ertrag
Die Mehrheit der Unternehmen investiert noch zurückhaltend in KI. Gleichzeitig zeigt die Studie eine klare positive Korrelation zwischen Investitionen und Effizienzgewinnen. Rund 75 Prozent der Organisationen berichten von Produktivitätssteigerungen, während Umsatzgewinne bislang selten sind. Trotz teils fehlender kurzfristiger Erfolge planen drei Viertel der Befragten steigende Budgets – ein Zeichen für anhaltendes Vertrauen in das Potenzial von KI.

Risiken und Governance: Bewusstsein trifft auf Praxisdruck
Halluzinationen, Datenschutz und Datenverlust zählen zu den grössten Sorgen. Dennoch setzen rund ein Drittel der Unternehmen trotz dieser Risiken auf Cloud- und SaaS-Lösungen grosser Anbieter. Der hohe Wettbewerbs- und Innovationsdruck führt dazu, dass Sicherheitsbedenken in der Praxis teilweise in den Hintergrund treten.

AI Maturity: Grossunternehmen als Treiber
Die meisten Unternehmen bewegen sich aktuell im Bereich der «Follower» oder «Visionaries». Wirkliche «Leader» finden sich vor allem bei Grossunternehmen: Sie verfügen häufiger über klare Strategien, Budgets und Governance-Strukturen. Die Unternehmensgrösse erweist sich dabei als entscheidender Faktor für den Reifegrad – stärker als die Branche.

Wenige Leader, viele Follower: Während Grossunternehmen intensiv in die Integration von KI in ihre Geschäftsprozesse investieren, schreiten KMU bei der Adoption deutlich langsamer voran.

Empfehlungen: Vom Experiment zur Strategie

  • Strategy First: Unternehmen sollten KI strategisch verankern, bevor sie in komplexe Use Cases investieren.
  • KMU-Fokus: Kleine und mittlere Unternehmen profitieren besonders von soliden Governance- und Grundlagenstrukturen sowie effizienten Anwendungsfällen.
  • Ambition für Grossunternehmen: Grossunternehmen sollten verstärkt auf innovations- und wachstumsorientierte Use Cases setzen.
  • Strukturierte Risikobewertung: Eine systematische Risk-/Benefit-Analyse und eine passende Sourcing-Strategie sind zentral für nachhaltigen Erfolg.

Über die Studie und Informationen für die Medien
Die AI Maturity Study 2026 wurde gemeinsam von ti&m und der Hochschule Luzern durchgeführt. Sie analysiert den Stand der KI-Nutzung in Schweizer Unternehmen entlang der Dimensionen Adoption, Investitionen, Risiken und Reifegrad. Die Studienergebnisse wurden am 5. Februar am Campus der HSLU präsentiert. (ti&m/mc)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert