Überraschung garantiert: Die neuen Wundertüten aus dem Netz

Geschenke
(Foto: anibis.ch/iStock)

Zürich – Im E-Commerce verfestigt sich gerade ein neuer Trend – der Vertrieb von Überraschungspaketen. Es ist, als ob die gute alte Wundertüte ihre digitale Wiedergeburt erleben würde. Eine ganze Reihe von Anbietern versuchen damit auch in der Schweiz den Markt zu erobern. Offenbar mit Erfolg.

Wie aber funktioniert die Wundertüte 2.0? Welche Angebote gibt es? Und was genau macht eigentlich den ganz besonderen Reiz dieser Überraschungspakete aus?

Glossybox, Zalon und Foodist – drei Anbieter im Vergleich
In der Wundertüte von ehedem waren vor allem billiges Spielzeug und Süßigkeiten enthalten. Damit sprach man natürlich in erster Linie Kinder als Zielgruppe an. Bei den Überraschungspaketen aus dem Netz ist das heute in vielfacher Hinsicht anders. Zwar kann man davon ausgehen, dass das Prinzip schon aus rein logistischen Gründen nicht mit jedem Produktsegment funktioniert, dennoch gibt es durchaus vielfältige Angebote. Als Zielgruppe sind eindeutig Erwachsene bzw. junge Erwachsene definiert. Und der Preis, den der Kunde für sein Paket zu zahlen hat, hängt stark davon ab, was genau eigentlich drin ist.

Grundsätzlich ist es natürlich so, dass sich eher kleinere Artikel, bei denen es dann auch noch eine enorme Produktvielfalt gibt, für dieses Prinzip eignen als beispielsweise Elektrogeräte. Mode, Kosmetika oder Nahrungsmittel bieten sich da etwa an. Die Unternehmen Glossybox und Foodist konzentrieren sich mit ihren Überraschungspaketen auf die beiden letzteren Segmente.

Wer sich bei Glossybox registriert, erhält jeden Monat ein Paket mit neuen Kosmetikartikeln zum Festpreis. Es handelt sich dabei nach Auskunft des Unternehmens um sogenannte Samples, also um Kosmetikproben. Welche genau man als Kunde bekommt, weiß man im Vorfeld nicht. Man muss sich also tatsächlich überraschen lassen. Der Sinn dahinter ist relativ simpel: Laut Glossybox geht es darum, aus der unglaublichen Vielzahl an erhältlichen Kosmetikprodukten dem Kunden bzw. der Kundin jeweils neue Produkte vorzustellen – zum monatlichen Festpreis.

Neues kennenzulernen und auszuprobieren
Dieses Prinzip verfolgt auch der Anbieter Foodist. Sein Metier sind allerdings Nahrungsmittel. Das deutsche Startup, das im August vom börsennotierten Medienhaus Ströer übernommen wurde, liefert in alle Länder innerhalb der EU und die Schweiz. Jeden Monat gibt es ein Paket mit hochwertigen Produkten von diversen weltweit tätigen Manufakturen, die in der Schweiz entweder gar nicht oder nur sehr schwer erhältlich sind. Der Gedanke, Neues kennenzulernen und auszuprobieren, dominiert also eindeutig diese Geschäftsidee. Auch bei Foodist geht der Kunde eine Art Abonnement ein, das freilich praktisch jederzeit wieder gekündigt werden kann. Und wie bei Glossybox ergänzt Foodist die gelieferten Produkte mit speziell aufbereiteten Informationen.

Einen anderen Weg geht hingegen Zalon. Das Unternehmen ist im Bereich Mode aktiv und kombiniert sein Angebot mit einer individuellen Stilberatung. Je nach Typ und Neigungen stellt hier ein Stylist dem Kunden ein komplettes Outfit zusammen, das dann als Überraschungspaket geliefert wird und bei Nichtgefallen auch wieder zurück gesandt werden kann. Das Abonnementprinzip kommt hier übrigens nicht zum Tragen.

Allen drei Ideen ist dabei sicher gemeinsam, dass sie mit Elementen wie dem Überraschungseffekt, der Vorfreude und der Entdeckerlust der Kunden spielen. Offenbar gibt es eine nicht ganz unerheblich Anzahl von Verbrauchern, für die ein bestimmtes Maß an Ungewissheit durchaus reizvoll ist und zu einem für sie höchst befriedigendem Shoppingerlebnis führt.

Sind Überraschungspakete ihr Geld wert?
Diese Frage kann jeder wohl nur für sich beantworten. Bei den Produktsamples von Glossybox etwa kommen mitunter freilich Zweifel auf. Im Kern sprechen alle Anbieter wohl zuallererst die Lust auf Neues an. Sie stillen damit allem Anschein nach ein Urbedürfnis des Menschen und sorgen mit jeder Lieferung für einen kleinen Kick. Freilich ist man als Kunde auch nicht vor durchaus bitteren Enttäuschungen gefeit – aber genau das macht auch den Reiz der trendigen Überraschungspakete aus. (TA/mc/hfu)

 

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