Vodafone: Steuerstreit könnte bis zu 5 Mrd Dollar kosten

Vittorio Colao
Vittorio Colao, abtretender Vodafone-CEO.

Vodafone-CEO Vittorio Colao.

London – Im Steuerstreit zwischen Vodafone und Indien drohen dem weltgrössten Mobilfunkanbieter saftige Strafzahlungen. Zusammen mit einer möglichen Busse für nicht gezahlte Steuern für die Übernahme der indischen Hutchisson Essar im Jahr 2007, könnte sich die Summe für Vodafone auf bis zu 5 Milliarden Dollar verdoppeln, sagte Vodafone-CFO Andy Halford der «Financial Times» vom Freitag.

Der Manager verwies dabei auf Forderungen der indischen Behörden. Zwar werde ein grosses Unternehmen wie Vodafone mit 14 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln eine derartige Summe verkraften können, der Steuerstreit sei aber eine Hypothek für die künftige Expansion und lenke vom eigentlichen Geschäft ab. «Es bringt uns in eine ärgerliche Situation», sagte Halford.

Jahrelanger Streit
Der Streit dauert bereits seit 2007 an. Das Verfahren soll am 19. Juli vor dem obersten indischen Gerichtshof starten und dürfte knapp drei Monate dauern. Dabei geht es um die Frage, ob Vodafone Steuern auf die 10,9 Milliarden schwere Übernahme des indischen Konkurrenten hätte zahlen müssen. Vodafone fühlt sich zu Unrecht vor Gericht gestellt und verweist darauf, dass beide Unternehmen ihren rechtlichen Sitz ausserhalb Indiens im Steuerparadies der Kaimaninseln gehabt hätten. Zudem sei Vodafone in den vergangenen 50 Jahren das erste ausländische Unternehmen, das in Indien im Nachhinein Steuern für eine Übernahme zahlen solle.

Dominoeffekt befürchtet
Sollte das Verfahren zu Ungunsten von Vodafone ausgehen, könnte das auch für Unternehmen wie den US-amerikanischen Konkurrenten AT&T, das französische Pharmaunternehmen Sanofi-Aventis oder den Elektrokonzern General Electric teure Folgen haben. Sie haben sich in der Vergangenheit ebenfalls mit Anteilskäufen und Übernahmen in Indien engagiert. (awp/mc/ps)

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