Washington prüft Kartellverfahren gegen Google

Larry Page

Seit Montag CEO von Google: Mitbegründer Larry Page.

New York – Die US-Behörden prüfen angeblich ein breit angelegtes Wettbewerbsverfahren gegen Google wegen der dominierenden Position auf dem Suchmaschinenmarkt. Die Handelsbehörde FTC wolle aber zunächst noch die Entscheidung des Justizministeriums zur geplanten Übernahme des Flugdaten-Anbieters ITA Software abwarten.

Dies berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf informierte Personen. Google beherrscht die Internet-Suche. In den USA liegt der Marktanteil bei mehr als 60 Prozent, in Europa zum Teil sogar bei mehr als 90 Prozent. Das Suchmaschinen-Geschäft bildet auch den Grundstein für die Milliarden-Gewinne des Konzerns: Google verdient sein Geld nach wie vor vor allem mit Anzeigen im Umfeld der Suchergebnisse.

Wettbewerbsverfahren in Texas und in der EU
Angesichts der Übermacht bei der Internet-Suche steht Google schon seit längerem unter verstärkter Beobachtung von Kartellwächtern. Im US-Staat Texas und der Europäischen Union laufen Wettbewerbsverfahren, die von Konkurrenten angestossen wurden. Erst vergangene Woche verstärkte Microsoft den Druck in Brüssel mit einer eigenen Wettbewerbsklage. Die Standard-Antwort von Google lautet, dass die Suchmaschine für Menschen und nicht für andere Suchmaschinen betrieben wird. Und schliesslich könne jeder unzufriedene Nutzer mit einem anderen Anbieter im Netz suchen.

Mächtiger Player bei Fluginformationen
Mit einer Übernahme von ITA würde Google auch zu einem mächtigen Spieler bei Fluginformationen. Betreiber von Reisewebsites sollen deshalb sogar versucht haben, ein Gegengebot für den Anbieter auf die Beine zu stellen. Das Justizministerium prüft nun ausführlich, ob Google in Kombination mit der Suchmaschinen-Rolle beim ITA-Kauf nicht zu mächtig würde. Die FTC und das Justizministerium (DOJ) sind in den USA für die Wettbewerbsaufsicht zuständig. (awp/mc/ps)

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