WEF: Crypto und Governance – Die Schweiz als führende Drehscheibe für digitale Themen

Thomas Jordan
SNB-Direktionspräsident Thomas Jordan. (Foto: SNB/P. von Ah)

Davos – digitalswitzerland und Credit Suisse haben während des Weltwirtschaftsforums in Davos eine hochkarätige Podiumsdiskussion veranstaltet. Bundespräsident Ueli Maurer, SNB-Präsident Thomas Jordan, Jörg Gasser vom Staatssekretariat SFI, Sebastian Thrun, Präsident und Mitbegründer Udacity und CEO Kitty Hawk Corporation, Katie Yang, Gewinnerin der Credit Suisse Research Institute Academy Challenge 2018, und Marc Walder, CEO Ringier und Gründer von digitalswitzerland, diskutierten das Potenzial des digitalen Geldes und die Herausforderungen und Chancen für die Schweiz, in einer digitalisierten Welt wettbewerbsfähig zu bleiben. Moderiert wurde das Panel von Philipp Rösler, ehemaliger Geschäftsführer WEF.

digitalswitzerland lud 120 Gäste zu einer exklusiven Podiumsdiskussion am World Economic Forum im Credit Suisse Pavillon in Davos ein. Ziel der Veranstaltung war es, die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung des Geldes, die Rolle von Politik, Regulierungsbehörden und Zentralbanken im digitalen Zeitalter sowie die Positionierung der Schweiz in der 4. industriellen Revolution zu diskutieren und erforschen. Urs Rohner, Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse Group, begrüsste die Gäste: „Das Bewusstsein für die digitale Evolution hat in den letzten Jahren zugenommen, doch die Transformation geht weit über die technologischen Aspekte hinaus.“ Für Ueli Maurer, Bundespräsident, ist klar, dass wir erst am Anfang stehen: „Wir wollen Innovationen nicht abwürgen, aus Sicht des Gesetzgebers wollen wir auch bestimmte Risiken eingehen. Für den Wirtschaftsstandort Schweiz wird es entscheidend sein, zu den Schnellsten zu gehören.“

Thomas Jordan, Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank, betonte die Wichtigkeit, Prozesse und klare Regeln zu definieren, um die Unsicherheit für den Finanzsektor zu minimieren. Zur Rolle der Zentralbanken im Umgang mit Kryptowährungen erklärte er: „Kryptowährungen sehen wir eher als digitale Anlageklasse. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie zu einer Währung werden, ist meiner Meinung nach relativ gering. Ich glaube nicht, dass der Einfluss der Zentralbanken schwindet.“

Das Schweizer Modell und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung ist einzigartig in Europa, so Marc Walder, CEO von Ringier und Gründer von digitalswitzerland. Seine Einschätzung: „Die Schweiz belegt im IMD World Digital Competitiveness Ranking Platz 5, Deutschland Platz 18, Frankreich 26 und Italien Platz 42. Was wir in der Schweiz tun, ist gut, aber ohne Europa werden wir unsere Ziele nicht erreichen. Europa muss ein stärkerer Digitalisierungs-Cluster werden.“ Am Ende der Diskussion forderte er mehr Regeln im Cyberspace und schlug vor, eine digitale Genfer Konvention in der Schweiz zu veranstalten.

Thomas Gottstein, CEO Credit Suisse Schweiz, schloss die Diskussion. Ein Austausch mit dem Publikum und die Möglichkeit zum Networking rundeten die Veranstaltung ab. (digitalswitzerland/mc)

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Über digitalswitzerland
digitalswitzerland ist die gemeinsame Initiative von Wirtschaft, öffentlicher Hand und Wissenschaft, welche die Schweiz zum international führenden digitalen Innovationsstandort gestalten will. Dabei ist digitalswitzerland bereits auf verschiedensten Feldern aktiv, wie Wissenstransfer, Bildung, Start-up-Ökosysteme und politische Rahmenbedingungen. Dem Verein gehören mehr als 130 der renommiertesten Unternehmen und Organisationen sowie innovative Standorte der ganzen Schweiz an. Die Initiative wurde 2015 ins Leben gerufen.

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