Netzperlen: Blaupause für die Finanzierung von Sion 2026 in Naters entdeckt

Netzperlen: Blaupause für die Finanzierung von Sion 2026 in Naters entdeckt
Pirmin Zurbriggen setzt sich für Sion 2026 ein, mit rauchendem Fass auf dem Matterhorn.

Naters – Wer wissen möchte, wie sich das Projekt «Sion 2026» im Wallis in etwa entwickeln könnte, wirft am besten einen Blick nach Naters.

Dort hat der Journalist Michael Rüegg von der «Republik» das Debakel um das World Nature Forum in Naters nachgezeichnet. Die übliche Mischung (eine leicht grössenwahnsinnige Vision, etwas Trittbrettfahrertum, eine lächelnde Bundesrätin, etwas B-Prominenz, bauernschlaue Loaklpolitiker) sollten Naters, bis dahin im Schatten von Brig, ins Licht der Welt rücken. Es kam, wie es kommen musste:

«Ein Besucherzentrum im Oberwallis sollte Zehntausende von Touristen anlocken. Sie blieben aus. Nun sitzt die Standortgemeinde auf einem leeren Museum. Doch statt die Übung abzubrechen, macht man weiter. Koste es, was es wolle – schliesslich will man profitieren.» Matthias Rüegg, Republik

Was das mit Sion 2026 zu tun hat? Hier wird die Blaupause geliefert, wie solche Projekte ablaufen, nur dass bei Sion 2026 alles um das tausendfache grösser sein und am Schluss die gesamte Schweizer Bevölkerung für den Schaden haften wird. Alleine schon die Startaktion, bei der ein Ölfass auf das Matterhorn geflogen, der Inhalt von Primen Zurbriggen entfacht wurde und dann schwarze Rauchschwaden nach oben schickte zeigt, was die Organisatoren unter «nachhaltig» verstehen. Schwarze Rauchschwaden waren noch selten ein gutes Omen für eine glückliche Zukunft.

Das ganze Land, nicht eine Region
Wenn die Schweizer wirklich Olympische Spiele durchführen wollen, müsste sich das ganzes Land dafür bewerben, nicht eine einzelne Stadt oder Region. Die Distanzen in der Schweiz sind klein genug und mit dem öffentlichen Verkehr wären alle Spielstätten so gut zu erreichen, wie nirgends sonst auf der Welt. Wenn das ganze Land die Spielstätte ist, findet man für fast jede Wettkampfart eine geeignete Infrastruktur, ohne allzu grosse Neubau-Investitionen tätigen zu müssen. Zudem könnten so auch alle Regionen berücksichtig und das Risiko verteilt werden. Eine nationale Abstimmung würde zeigen, ob der Sport für die Willensnation Schweiz so wichtig ist, dass man gemeinsam das Risiko eingehen und ein solches Grossprojekt durchführen will. (mc/hfu)

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