WTF America: Really?

Donald Trump
US-Präsident Donald Trump.

Das Gute vorneweg: Demokratie heisst, dass es auch Überraschungen geben kann. Der Rest: Fragen, Kopfschütteln bis hin zu blankem Entsetzen. Nach dem Brexit glaubte man, dass der Schock, den Grossbritannien über das eigene Wahlverhalten erfasste, eine Warnung an alle anderen Demokratien sein würde.

Von Helmuth Fuchs

Aber weit gefehlt. Die Mehrheit der amerikanischen Wähler liessen sich von einem Betrüger, Begrapscher und Blender so weit begeistern, dass sie ihn zum Präsidenten des «grossartigsten Landes der Welt» wählten. Wie in vielen anderen Ländern mit einer ähnlichen Tendenz zu Konservatismus, Nationalismus und Isolationismus ist es ein Sieg der Verlierer: Es sind vor allem wütende weisse Männer, Zurückgelassene der Globalisierung, der wachsende nach unten abrutschende Teil des Mittelstandes.

Der grosse Spaltpilz
Donald Trump hat es geschafft, seine eigene Partei und das amerikanische Volk in zuvor nie da gewesenem Masse zu spalten. Er hat den Wahlkampf geschickt, an jeglicher Substanz vorbei, vollständig mit negativen Emotionen geführt und damit ein vorherrschendes Gefühl eines grossen Teiles der amerikanischen Bevölkerung aufgenommen und erfolgreich bewirtschaftet.

Die Perspektiven für die internationalen Allianzen sind nicht minder düster. Trump hat im Wahlkampf mehrfach betont, wie wenig ihm bestehende Handelsverträge, politische oder militärische Allianzen bedeuten. Zuerst Amerika und die Amerikaner, dann mit grossem Abstand alle anderen. In einem Umfeld, in dem ähnliche Egomanen wie Putin, Edogan, Orban, oder Duterte an der Macht sind, verheisst das nicht viel Gutes.

Da die Republikaner neu in beiden Kammern  die Mehrheit haben und somit auch den Einfluss auf den obersten Gerichtshof ausdehnen, dürften die kommenden vier Jahre ein Test für demokratische und soziale Errungenschaften, sowie für die Fortschritte bei den Umweltverbesserungen werden. Aber zumindestens für «the Donald» sieht die Zukunft fantastisch aus. Just Great!

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