Aktien Asien: Börsenjubel nach fulminanten Kurssprüngen in Japan

Börse

Tokio / Hongkong / Shanghai – Fulminante Kurssprünge an Japans Börse und auch beeindruckende Gewinne in China haben Anleger an allen Aktienmärkten Asiens jubeln lassen. In Japan verzeichnete der Nikkei 225 seinen höchsten Tagesgewinn seit knapp sieben Jahren. Für Auftrieb habe zum einen gesorgt, dass die japanische und die chinesische Regierung Steuererleichterungen für Unternehmen ankündigten, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Zum anderen setze sich inzwischen zunehmend die Ansicht durch, dass die Kursverluste der vergangenen Wochen und Monate zu exzessiv gewesen seien, hiess es.

Der japanlastige Sammelindex Stoxx 600 Asia/Pacific stieg zuletzt um 4,80 Prozent auf 157,71 Punkte. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index mit einem satten Plus von mehr als 1300 Punkten oder 7,71 Prozent auf 18 770,51 Punkten. Dieser Sprung war der höchste seit Ende Oktober 2008 nach den Kursverwerfungen infolge der Lehman-Pleite.

Die jüngsten Abschläge, die die Aktienbewertungen auf ein Elfmonatstief gedrückt hätten, seien zu heftig gewesen, sagte ein Börsianer. Zudem trugen gute Nachrichten zusätzlich zur Euphorie bei: Das japanische Verbrauchervertrauen hatte sich im August überraschend deutlich aufgehellt. Ausserdem plant die Regierung, die Unternehmenssteuern im nächsten Jahr um 3,3 Prozentpunkte zu senken, wie Premier Shinzo Abe sagte.

Aktien aus der Pharma- und Gesundheitsbranche waren besonders gefragt an diesem Tag. So sprangen die Papiere des Krankenhausgeräteherstellers Terumo mit einem Plus von 11,56 Prozent an die Nikkei-225-Spitze. Die Aktien des Pharmaunternehmens Shionogi, die am Vortag am Nikkei-Ende lagen, stiegen um 11,54 Prozent.

In China sprang der CSI 300 mit den 300 grössten Unternehmen des chinesischen Festlands um 1,96 Prozent auf 3399,30 Punkte hoch. Besonders kräftig stieg der technologielastige Shenzhen Composite Index mit plus 3,29 Prozent. Der überhitzte chinesische Aktienmarkt, der seit Juni nach einer Reihe negativer Konjunkturdaten um mehr als ein Drittel eingebrochen war, habe wieder einen Erholungskurs eingeschlagen, hiess es erleichtert unter Börsianern.

Unterstützung kam aus Chinas Finanzministerium. Einige grosse Bauprojekte sollen schneller vorangetrieben und Steuerlasten bei Unternehmen verringert werden. Die Analysten von Nomura Global Markets schrieben, dass steuerliche Anreize in der laufenden zweiten Jahreshälfte eine zunehmend wichtigere Rolle spielen würden, um die Wirtschaft in Schwung zu bringen. Ausserdem will Peking langfristige Investoren belohnen: Wer Aktien künftig länger als ein Jahr hält, soll auf die Dividenden keine Steuern mehr zahlen müssen.

Vor allem die Festlandbörsen sind seit geraumer Zeit extrem schwankungsanfällig. Am Dienstag etwa erreichte das Schwankungsausmass im 100-Tagesdurchschnitt an der Börse in Shanghai ein Niveau wie seit 1997 nicht mehr, während das Handelsvolumen auf ein Sechsmonatstief sank. Um die Kursstürze an den Aktienmärkten in China abzufedern, hatte die Regierung in letzter Zeit allerlei Massnahmen ergriffen und etwa Handelsverbote verhängt. Laut der US-Bank Goldman Sachs soll sie auch auch 1,5 Billionen Yuan (210 Mrd Euro) ausgegeben haben.

In Hong Kong, wo ausländische Investoren ohne Einschränkungen handeln können, kletterte der Hang-Seng-Index sogar um 4,10 Prozent auf 22 131,31 Punkten hoch. Zu den grössten Gewinnern zählten mit 8,5 Prozent die Papiere von China Petroleum & Chemical.

Für den indischen Sensex-Index ging es zuletzt um 1,44 Prozent auf 25 681,33 Punkte nach oben. Der australische Leitindex ASX 200 stieg um 2,07 Prozent auf 5221,13 Punkte. (awp/mc/ps)

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