Aktienfokus: Logitech weiter auf Talfahrt

Gerald Quindlen

Logitech-CEO Gerald Quindlen.

Zürich – Die Aktien von Logitech setzen am Montag ihre Talfahrt von Ende der Woche fort. Nach einer Gewinnwarnung waren die Titel bereits am Freitag um zeitweise rund 20% eingebrochen, zur Schlussglocke stand ein Verlust von mehr als 15%. Zahlreiche Analysten hatten direkt reagiert und ihre Kursziele gesenkt, nun folgen weitere negative Kommentare und setzen die Titel unter Druck.

Gegen 10.25 Uhr fallen Logitech um 2,8% auf 13,56 CHF und rangieren damit auf einem Niveau von vor etwa 2 Jahren. Mit knapp 1,1 Mio gehandelter Aktien ist bereits die Hälfte des durchschnittlichen Tagesvolumens umgegangen. Der Gesamtmarkt (SPI) steht derweil mit 0,1% knapp im Minus.

Citigroup rät unverändert zum Verkauf
Nachdem die Titel bereits am Freitag von der UBS und der ZKB abgestuft und von vielen weiteren Häusern die Kursziele gesenkt wurden, legen die Analysten nun nach. So kappt die Citigroup ihr Ziel auf 12 von 15 CHF. Analyst Timothy Shaw zeigt sich von der neuen EBIT-Guidance überrascht, die Kostenbasis sei wohl höher als gedacht. Er befürchtet, dass der Computerzubehör-Hersteller mit seinem bestehenden Portfolio Marktanteile an Smartphones und so genannte Tablet PCs verliert. Er rät mit «Sell» unverändert zum Verkauf der Titel.

Morgan Stanley nimmt weiterhin Abstand von Logitech-Papieren

Auch Morgan Stanley senkt das Kursziel auf 12,60 von zuvor 16,00 CHF und nimmt mit «Underweight» weiterhin Abstand von den Papieren. Für den Computerzubehör-Hersteller könne es im Geschäftsjahr 2012 noch härter kommen, da die Gewinnwarnung aufgrund der schwachen Entwicklung im Raum EMEA (Europa, Nahost und Afrika) auf zyklische Schwächen als auch steigende strukturelle Risiken hindeute, befürchten die Experten.

BNP Paribas schliesst Schwächen im US-Geschäft nicht aus
Die Experten der Exane BNP Paribas bemängeln neben der Gewinnwarnung auch die «lakonische Pressemitteilung mit geringem Informationsgehalt». «Alles was wir nun wissen, ist, dass die Region EMEA schwächer als erwartet abschnitt – ein Echo der Gewinnwarnung von Wettbewerber Dixon», heisst es in der Studie. Da EMEA für rund 45% des Gruppenumsatzes und wohl für 100% der Gewinnwarnung verantwortlich gewesen sei, impliziere dies einen Rückgang in dieser Region um 20% während sich der Rest der Welt wie erwartet entwickelte. «Das klingt sehr scharf und ein wenig unrealistisch», so die Experten. Sie schliessen eine gewisse Schwäche in den USA nicht aus. Exane senkt das Ziel auf 16,00 nach 18,50 CHF und bleibt «Neutral». (awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange

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