Asien-Schluss: Chinas Festlandbörsen sacken um über 6% ab

Börse China

Tokio / Hongkong / Shanghai – Der nochmals beschleunigte Ölpreisverfall hat die asiatischen Börsen am Dienstag hart getroffen. Besonders stark unter Druck gerieten die chinesischen Festlandbörsen, wo die Kurse um teilweise mehr als 6 Prozent einbrachen. Börsianer begründeten dies sowohl mit Konjunktursorgen als auch mit der Furcht vor einer Beschleunigung der Kapitalabflüsse aus dem riesigen Land. Der japanlastige Sammelindex Stoxx 600 Asia/Pacific sackte zuletzt um 1,76 Prozent auf 149,48 Punkte ab.

Einmal mehr richteten sich die Augen der Anleger auf den Niedergang der Ölpreise. Diese waren in der Nacht zum Dienstag wieder unter 30 US-Dollar gefallen. Die Aussicht auf ein weiter starkes Angebot aus dem wichtigen Ölförderland Saudi-Arabien hatte bereits am Vortag für neuen Verkaufsdruck gesorgt, nachdem die Preise sich für einige Tage etwas erholt hatten. Hinzu kam nun die Aussicht auf weiter steigende Rohöllagerbestände in den USA.

Die Anleger sähen den Ölpreisverfall aber tendenziell auch als ein Anzeichen für eine Konjunkturabschwächung in den Schwellenländern, sagte ein Aktienstratege. Dies verschlechtere die Gesamtatmosphäre noch einmal deutlich. Schliesslich trüben sich damit die Gewinnaussichten für die Unternehmen ebenfalls ein.

Hinzu kommt, dass die Kursbewegungen beim Öl derzeit stärker auf die Börsen durchschlagen als zuvor. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg ist die Abhängigkeit (Korrelation) zwischen Aktien und dem Ölpreis momentan so hoch wie zuletzt im Jahr 2013.

Insofern büsste der chinesische CSI-300-Index, der die Entwicklung der 300 grössten Aktienwerte der Börsen in Shanghai und Shenzhen abbildet, 6,02 Prozent auf 2940,51 Punkte ein. Er fiel damit auf den tiefsten Stand seit Ende 2014 zurück.

Die Märkte kamen besonders in der letzten Stunde des Handels ins Rutschen. Investoren scheinen auch verunsichert, ob die Regierung von ihren bisherigen massiven Eingriffen zur Stabilisierung der Kurse Abstand nehmen wird.

Vor allem die Papiere von Industrie- und Technologieunternehmen brachen ein. Der ChiNext für Technologiewerte, der dem amerikanischen Nasdaq ähnelt, verlor sogar über 7 Prozent. Sie litten auch unter der Sorge, dass sich ausländische Investoren angesichts des schwachen Yen von China abwenden und ihr Geld, zum Beispiel lieber in den USA anlegen. Der Hang-Seng-Index in Hongkong, an dem auch ausländische Investoren uneingeschränkt handeln können, verlor zuletzt 2,45 Prozent auf 18 866,36 Punkte.

In Japan schloss der Nikkei-225-Index mit einem kräftigen Abschlag von 2,35 Prozent bei 16’708,90 Punkten. Unter den grössten Verlierern in Tokio setzten die Papiere von Toshiba ihre Talfahrt fort und verloren mehr als 6 Prozent. Der japanische Elektronikriese wird aktuell von einem Bilanzskandal erschüttert.

In Australien und Indien blieben die Aktienmärkte wegen Feiertagen geschlossen. (awp/mc/upd/ps)

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