Anziehende japanische Exporte könnten Diskussionen um «Währungskrieg» anheizen

Thomas Gitzel
von Dr. Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Gruppe.

Von Dr. Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Gruppe.

Vaduz – Die japanischen Exporte zogen im März wesentlich deutlicher an als erwartet. Im Monatsvergleich wurde ein Plus von 1.1% verbucht. Erste positive Effekte der Yen-Schwäche machen sich also bemerkbar. Der Trend anziehender japanischer Ausfuhren dürfte sich in den kommenden Wochen fortsetzen.

Die Kursverluste der japanischen Valuta werden also ihre volle Wirkung erst noch zeigen. Mit internationalen Gegenrufen ist zu rechnen. Bislang herrschte auf den G7-Treffen die einhellige Meinung, dass die gegenwärtige Abwertung ein Reflex auf die vorherige Überbewertung sei. Das Vorgehen der Bank von Japan wurde – auch vor dem Hintergrund der Deflation – deshalb akzeptiert. Kommt es allerdings nun zu Wechselkursniveaus von über 100 Yen zum US-Dollar – was aus unserer Sicht wahrscheinlich ist – bei einer gleichzeitig fortgesetzten expansiven Geldpolitik, dürfte sich die Stimmung gegen Japan richten. Die gegenwärtige Geldpolitik Japans könnte in den kommenden Wochen als «Währungskrieg» aufgefasst werden. (VP Bank/mc/ps)

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