Kursabsturz an Chinas Festlandsbörsen geht weiter

Shanghai

Keine Erholung am Börsenplatz in Shanghai.

Shanghai – Die anhaltende Talfahrt an Chinas Börsen hat am Dienstag auch die Kurse in Tokio weiter nach unten gezogen. Die meisten anderen Märkte in Asien konnten sich hingegen stabilisieren.

In China fiel der Leitindex Shanghai Composite erstmals seit acht Monaten unter die Marke von 3000 Punkten und notierte am Ende 7,63 Prozent tiefer bei 2964,97 Punkten. Für den CSI 300 mit den 300 grössten Unternehmen vom chinesischen Festland ging es um 7,10 Prozent auf 3042,93 Punkte bergab. Der ChiNext für Technologiewerte, der dem Nasdaq in den USA ähnelt, büsste 7,52 Prozent auf 1990,71 Punkte ein.

Hongkong erholt sich
Besser hielt sich hingegen der Hang-Seng-Index in Hongkong, der ein Plus von 0,72 Prozent auf 21 404,96 Punkte schaffte. Anders als an Chinas Festland-Börsen können hier auch ausländische Investoren ohne Einschränkungen handeln.

An Chinas Festland-Börsen tummeln sich indes viele Privatanleger, die oft auf Pump Aktien kaufen. Am Vortag waren die Kurse hier um mehr als 8 Prozent gefallen – es war der grösste Einbruch seit acht Jahren. Analysten erklärten die heftige Reaktion vor allem damit, dass die Regierung ihre Stützungskäufe auf Eis gelegt habe.

Seit dem Beginn des Börsenkrachs Mitte Juni hatten die Behörden zunächst versucht, die Märkte mit milliardenschweren Interventionen zu stabilisieren. Sowohl am Dienstag als auch am Vortag seien neue Hilfen jedoch ausgeblieben. «Die Regierung wird jetzt wohl abwarten, bis der Boden erreicht ist», sagte der unabhängige Analyst Ye Tan.

Japan tief im Minus
Die Entwicklung in China hinterliess auch deutliche Spuren am japanischen Aktienmarkt. Der Nikkei-225-Index schloss 3,96 Prozent tiefer bei 17 806,70 Punkten. Dabei hatte sich der japanische Leitindex nach den massiven Vortagsverlusten und einem sehr schwachen Auftakt zeitweise ins Plus gekämpft – und sogar die psychologisch wichtige Marke von 18 000 Punkten überwunden.

Doch am Ende konnte sich der Nikkei dem Abwärtssog in China nicht entziehen. Ähnliches galt für den breit gefassten Topix, der sich mit einem Kursabschlag von 3,26 Prozent bei 1432,65 Punkten aus dem Handel verabschiedete. Der japanlastige Sammelindex Stoxx 600 Asia/Pacific verlor 1,86 Prozent auf 147,92 Punkte.

Börsen in Taiwan, Australien und Indien schliessen höher
Etwas erholt vom gestrigen Kursrutsch präsentierte sich hingegen der taiwanische Aktienmarkt. Dank der Ankündigung der Regierung, einen Finanzstabilisierungsfonds aufzulegen, schloss der Taiex-Index 3,58 Prozent höher bei 7675,64 Punkten – es war der höchste Tagesgewinn seit Dezember 2011 für das Börsenbarometer.

Auch in Australien ging es bergauf: Der ASX-200-Index fiel zwar zum Auftakt kurzzeitig unter die psychologisch wichtige Marke von 5000 Punkten, schüttelte dann aber seine Verluste ab und schloss 2,72 Prozent fester bei 5137,25 Punkten. Am Montag waren die Kurse hier um 4 Prozent eingebrochen. Die Ereignisse vom Wochenauftakt seien keine Krise, sondern eine Kurskorrektur, meinte der australische Finanzminister Joe Hockey. «Ich bin überzeugt, dass die Fundamentaldaten der australischen und der Weltwirtschaft weiter gut sind», sagte er im Fernsehen.

Im indischen Mumbai legte der vortags ebenfalls sehr schwache Sensex-Index um 0,88 Prozent auf 25 967,31 Punkte zu.  (awp/mc/pg)

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