CH-Schluss: Erholung gewinnt an Schwung

Boerse

Zürich – An der Schweizer Börse hat das Auf und Ab der vergangenen Tage angehalten. Am Mittwoch setzten die hiesigen Aktien zum Steigflug an nach den Verlusten des Vortages. Nach oben gezogen wurden die Kurse von der Erholung der amerikanischen Börsen, die an den Vortagen tiefe Einbrüche erlitten hatten. Ob dies ein Ende der Korrektur ist, wird sich weisen. „Wir sehen beim Leitindex SMI wohl vielmehr eine festere Tendenz innerhalb der seit rund drei Monaten bestehenden und von 10’000 bis gut 10’500 Punkten reichenden Handelsspanne“, sagte ein Händler.

Gegen einen Ausbruch aus diesem Band spricht laut Händlern die eingetrübte Marktstimmung. Der Pharmahersteller AstraZeneca hat wegen einer Nebenwirkung bei einem Probanden die Spätstudie mit einem Corona-Impfstoff unterbrochen. „Das dämpft auf jeden Fall die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zum Normalzustand“, sagte ein Händler. Bis ein Impfstoff zur Verfügung stehe, dauere es wohl noch etwas länger. Auch rückten nun auch die übrigen Problemfelder wie die Spannungen zwischen China und den USA oder der Brexit wieder etwas stärker ins Blickfeld.

Der SMI kletterte am Mittwoch um 1,52 Prozent auf 10’405,57 Punkte und beschleunigte damit nach einer zaghaften Eröffnung den Aufwärtstrend immer mehr. Das Tageshoch von 10’430,64 Zählern konnte der SMI allerdings nicht ganz halten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, stieg um 1,52 Prozent auf 1’578,88 Zähler und der breite SPI um 1,44 Prozent auf 12’913,75 Zähler. Von den 30 SLI-Titeln schlossen nur die beiden Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont im Minus.

Gefragt waren laut Händlern dividendenstarke Aktien. Wegen der Tief- bis Negativzinspolitik der Zentralbanken griffen Anleger mangels Alternativen zu Aktien mit einer hohen Ausschüttung, sagt ein Händler. Davon würden die Aktien der Versicherer Swiss Re (+4,2%) und Swiss Life (+2,3%) profitieren, die auch kursmässig noch deutlich aufzuholen hätten.

Die Swiss Re-Aktie waren angesichts der positiven Meldungen aus der Branche, die sich wegen ausgefallenen Treffens in Monte Carlo per Videokonferenz austauschte, bereits am Vortag gestiegen. Auch die Titel der Konkurrenten Munich Re und Hannover Rück waren gefragt. Börsianer führen die gute Stimmung für die Branche zum einen auf steigende Preise und zum anderen auf eine möglicherweise nicht ganz so schadensreiche atlantische Hurrikan-Saison zurück.

Aber auch die „als Obligationenersatz dienenden“ Swisscom (+1,9%), das Schwergewicht Nestlé (+1,6%) und Givaudan (+2,7%) waren gefragt. Auch Roche (+1,8%) und Novartis (+1,2%) erwiesen sich als Stütze des Markts. Die Verurteilung in Frankreich zu einer Busse von 444 Millionen Euro liess die Investoren kalt.

Im Soge der Nasdaq, die an den Vortagen unter die Räder gekommen war, setzten die Technologietitel ebenfalls zur Erholung an. So notierten AMS (+3,2%), Logitech (+1,2%) und Temenos (+0,8%) nach den herben Kurseinbussen fester.

Zu den Gewinnern zählen zudem die Aktien mit attraktiver Ausschüttung aus dem zyklischen Bereich wie Adecco (+1,9%), LafargeHolcim (je +1,8%) und ABB (1,6%). Aber auch die Anteile der Grossbanken CS und UBS (je +2,1%) profitierten von „Dividendenfantasie“.

Die rote Laterne hielten dagegen Richemont (-1,4%). Der Luxusgüterhersteller überprüft laut einer Mitteilung zur Generalversammlung die Zusammenlegung der Aktien mit den an der Börse Johannesburg gehandelten Hinterlegungszertifikate. Zudem setzt Richemont sein Treuprogramm für Aktionäre vorläufig aus. Händler monieren vor allem den Zeitpunkt der Mitteilung am Tag der GV. Die Papiere von Rivale Swatch gaben um 0,3 Prozent nach.

Am breiten Markt konnten SFS um 2,6 Prozent zulegen. Das Geschäft habe sich im dritten Quartal belebt, teilte der Metallverarbeiter anlässlich des Investorentags am Mittwoch mit. Dagegen schlossen Lalique unverändert. Der Luxusgüterhersteller hat im ersten Halbjahr stark unter der Coronapandemie gelitten und ist tief in die roten Zahlen gerutscht. (awp/mc/pg)

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