CH-Schluss: SMI beendet dritte Gewinnwoche knapp unter Rekordhoch

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag einen Wochenschluss-Spurt hingelegt und markant fester geschlossen. Damit hat der Leitindex SMI die dritte Woche in Folge mit höheren Kursen beendet. Das am späten Nachmittag markierte neue Allzeithoch liegt bei 12’142,6 Punkten. Gestützt wurde der Markt vor allem von der Aussicht auf weiterhin offene Geldschleusen seitens der Europäischen Zentralbank (EZB), wie es im Handel hiess. So hatte die EZB am Vortag ihren expansiven Kurs mit Zinsen auf Rekordtief und milliardenschweren Anleihekäufen bekräftigt.

«Die Märkte haben Gewissheit, dass die Zinsen noch länger niedrig bleiben», sagte ein Händler. Damit blieben sie gut unterstützt, denn das Motto «Buy the dip» bleibe gültig. Am Berichtstag kam aber auch Rückenwind von Konjunkturdaten; so zeigten die Einkaufsmanagerindizes eine sehr zuversichtliche Stimmung der Unternehmen im Euroraum an und auch in den USA fiel der Einkaufsmanagerindex für die Industrie besser aus als erhofft. Entsprechend eröffneten auch die US-Aktien klar höher.

Der SMI schloss 1,28 Prozent höher bei 12’130,83 Punkten. Im Wochenvergleich ergab sich ein Plus von 0,9 Prozent. Der SLI, der die 30 wichtigsten Aktien umfasst, legte 1,18 Prozent auf 1970,10 Punkte zu und der breite SPI um 1,12 Prozent auf 15’597,54 Punkte.

Klarer Outperformer waren Lonza (+4,2%) im Anschluss an die Halbjahreszahlen. Der Pharmaauftragsfertiger hat mit seinem Halbjahresbericht positiv überrascht. Seit der Trennung vom Chemiegeschäft ist das Unternehmen deutlich profitabler geworden und es will in Zukunft noch schneller wachsen. Die Margen seien «beeindruckend», hiess es denn auch in einem Kommentar eines Analysten.

In der erweiterten Spitzengruppe waren weitere konjunktursensitive Aktien wie Richemont (+2,7%) und Swatch (+1,9%) oder Adecco (+2,8%) und Schindler (+1,9%) zu finden, letztere nach einem holprigen und von Gewinnmitnahmen geprägten Auftakt. Der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler hat im ersten Halbjahr mit seinen Zahlen die meisten Analystenschätzungen übertroffen.

Auch Kühne+Nagel (+1,6%) standen auf den Einkaufslisten. Die Aktie konnte damit die charttechnisch derzeit beachtete Marke von 300 Franken gut behaupten.

ABB (+1,6%) knüpften – wie Sika (+2,0%) – an den starken Lauf des Vortages im Anschluss an deutlich besser als erwartet ausgefallene Quartalszahlen an. Alleine am Berichtstag hatten in der Folge mindestens sechs Institute ihre Kursziele für ABB erhöht. Er schloss derzeit mit knapp 34 Franken nicht mehr weit vom Allzeithoch von über 36 Franken von Anfang 2000.

Daneben profitierten auch die Banken von den zuversichtlich stimmenden Konjunkturdaten, UBS (+1,3%) leicht mehr als CS (+1,0%) und Julius Bär (+1,1%).

Von den Schwergewichten schnitten Nestlé (+1,2%) und Roche (+1,2%) etwas besser ab als Novartis (+0,9%). Roche holten damit einen Teil der Vortagesverluste von 3,6 Prozent wieder auf. Der Pharmariese hatte die Anleger am Vortag mit seiner Prognose enttäuscht.

Grösster Verlierer waren Temenos (-%), welche die Verluste im Tagesverlauf kontinuierlich ausbauten.

Am breiten Markt fielen Comet (+3,1%) positiv auf. Das Technologieunternehmen hat im ersten Halbjahr einen kräftigen Umsatz- und Ergebnissprung erzielt und die Prognose erhöht.

Gesucht waren aber auch weitere Industrieaktien wie Klingelnberg (+5,0%), Meyer Burger (+3,7%) oder Autoneum (+3,5%). (awp/mc/ps)

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