CH-Schluss: SMI kaum verändert – US-Daten belasten

CH-Schluss: SMI kaum verändert – US-Daten belasten

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag kaum verändert geschlossen. Der SMI startete am Morgen aber zunächst noch mit deutlichen Aufschlägen in die Sitzung. Für Rückenwind sorgte erneut der Optimismus, dass die Geldschleusen der US-Notenbank noch länger geöffnet bleiben als zuvor erwartet, wie es hiess. Der Handel verlief während des Vormittags impulslos.

In der zweiten Handelshälfte bröckelten die Gewinne im SMI dann aber zusehends ab. Bis zum Handelsende pendelte der SMI unter der 8’000-Punktelinie um den Nullpunkt herum. Die Stimmung hatte sich nach den enttäuschenden US-Daten zum Konsumklima eingetrübt, hiess es im Handel. Das Klima hatte sich nämlich eingetrübt – erwartet wurde von Ökonomen eine Aufhellung.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss mit minus 0,04% bei 7’983,18 Punkten kaum verändert. Im Wochenvergleich ergab sich dennoch ein Plus von 2,6%. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsste 0,11% auf 1’208,15 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,05% auf 7’536,73 Zähler ein. Von den 30 wichtigsten Titeln standen am Ende 15 im Minus, 11 im Plus und 4 schlossen unverändert.

Die Swatch-Valoren (-2,8%) wurden arg gebeutelt nach der Weko-Entscheidung zu Uhrwerken und Assortiments. Der Uhrenkonzern darf zwar seine Lieferungen von mechanischen Uhrwerken an Drittkunden schrittweise reduzieren. Bei Assortiments stimmte die Weko einer Reduktion jedoch nicht zu.

Die ebenfalls zyklischen Kühne+Nagel (-2,2%) büssten am Tag vor der Ergebnispräsentation zum ersten Halbjahr deutlich ein. Analysten gehen zwar von einer Steigerung der Gewinnzahlen aus, dies aber nur aufgrund eines Sondereffekts aus dem Vorjahr, als eine Kartellbusse der Europäischen Union belastet hatte. Grundsätzlich habe sich das Marktumfeld kaum verbessert.

Bei den Finanzpapieren standen Zurich (-1,1%) am stärksten unter Druck. Der Versicherer hatte erste Schätzungen zu der erwarteten Schadenbelastung aus den Hochwasser in Mittel- und Osteuropa sowie den Tornadokatastrophen in den USA gemacht. Gemäss Experten dürften dies innerhalb des Budgets der Zurich für Katastrophen liegen. Zudem senkt das Unternehmen die Beteiligung an der New China Life Insurance und erzielt damit einen Erlös von rund 283 Mio USD. Deutliche Einbussen verzeichneten auch Julius Bär (-0,9%).

Die Indexschwergewichte schlossen uneinheitlich. Nestlé schlossen 0,3% tiefer. Nomura senkte das Kursziel leicht, da der Broker ein organisches Wachstum von nur noch 5% erwartet. Novartis gingen unverändert aus dem Handel und Roche (+0,5% auf 243,80 CHF) legten zu. Für Letztere hat Jefferies das Kursziel auf 280 (270) CHF im Vorfeld der Publikation der Halbjahresergebnisse erhöht.

Auf der Gegenseite zeigten die defensiven Givaudan (+1,5% auf 1’319 CHF) die grössten Aufschläge. Die Papiere stehen mit einem bisherigen Jahresplus von rund 35% an vierter Stelle bei den Blue Chips. Am Berichtstag hat HSBC das Kursziel etwas nachgezogen (auf 960 von 940 CHF), bleibt aber skeptisch gegenüber den Titeln («Underweight»). Die Schätzung der Analysten insgesamt fallen allerdings sehr unterschiedlich aus. Positiv gestimmt sind beispielsweise CS, die den Valor mit «Outperform» und einem Kursziel von 1’425 CHF einstufen.

Gesucht waren zudem Clariant und Actelion (je +1,6%), sowie Adecco, Bâloise und Swiss Re (je +0,6%). Letztere bestätigte Gespräche mit der britischen Phoenix Group über eine Zusammenlegung des Admin Re-Geschäfts. Ob diese in einer Transaktion münden würden, sei derzeit nicht abzuschätzen, hiess es.

Bei den Mid- und Small Caps schlossen Ems Chemie nach Vorlage der Halbjahreszahlen 5,5% fester.

Auf der Gegenseite schlossen Publigroupe (-7,4%) und Gurit (-4,1%) nach Gewinnwarnungen. Die volatilen Schmolz+Bickenbach (-6,4%) gaben ab, nachdem Renova das erwartete offizielle Übernahmeangebot veröffentlicht hatte. (awp/mc/pg)

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