CH-Schluss: SMI rückt 0,2% auf 9’552 Punkte vor

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt beendete am Dienstag eine relativ bewegte Sitzung schliesslich mit leichten Aufschlägen. Am Morgen hatten positive Vorgaben aus Übersee sowie die feste Notierungen bei den Schwergewichten Nestlé und Roche den Leitindex SMI nach der jüngsten Gewinnserie weiter in die Höhe getrieben. Um die Mittagszeit geriet sogar das Allzeithoch vom 9. Januar bei knapp 9’612 Punkten in den Blick. Doch kurz davor änderte der SMI abrupt die Richtung. Für Nervosität unter den Investoren hatte US-Präsident Donald Trump gesorgt, der mit Einfuhrzöllen auf chinesische Industrieprodukte Ängste vor einem Handelskrieg zwischen den beiden Wirtschaftsmächten ausgelöst hatte.

Angesichts des für die Dividendenpapiere weiterhin günstigen Umfelds, welches am Berichtstag von erfreulichen Konjunkturdaten aus Deutschland (ZEW-Index) untermauert wurde, zog der SMI in einer Wellenbewegung tendenziell aber wieder an, das Hoch vom Mittag wurde jedoch nicht mehr erreicht. Die Investoren seien nach dem zuletzt starken Lauf der Aktien mit Rekorden an verschiedenen Orten nervös, so eine Stimme aus dem Handel. Niemand wolle die Party zu spät verlassen.

Der Swiss Market Index (SMI) stand am Ende 0,24% höher bei 9’551,58 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) legte 0,12% auf 1’571,79 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,24% auf 10’977,78. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 13 im Plus, 14 im Minus und drei unverändert.

Abgesteckt wurde das Feld der Blue Chips von Logitech mit +8,0% und SGS mit -3,4%. Der vom Computerzubehörhersteller Logitech für das dritte Quartal vorgelegte Zahlenkranz überzeugte die Investoren trotz ausserordentlicher Kosten. Sowohl beim Umsatz als auch beim EBIT wurden die jeweiligen Analystenerwartungen kräftig übertroffen. Punkten konnte das Unternehmen nicht zuletzt auch mit der Erhöhung der Zielvorgaben.

Der Warenprüfkonzern SGS hatte dagegen ein unspektakuläres Jahresergebnis vorgelegt mit einem gemischten Bild in den verschiedenen Divisionen. Mit Blick auf die gute Performance seit September 2017 hätten die Anleger ihre Gewinne trotz einer satten Dividendenerhöhung ins Trockene gebracht, hiess es, zumal der Konzern den Zielen für 2020 angesichts des eher bescheidenen Wachstums nicht näher gerückt sei.

Abgesehen von diesen beiden Spezialsituationen war die Nachrichtenlage bei den grossen Titeln eher dünn. Der Pharmakonzern Novartis (Aktie +0,2%) meldete noch einen Erfolg für den Migränewirkstoff Erenumab, dem Analysten Blockbusterpotenzial attestieren. Vor der am Mittwoch anstehenden Zahlenpublikation bewegten sich die Investoren aber kaum aus der Deckung, wie es im Handel hiess. Stärker nachgefragt wurden die anderen beiden Pharmawerte im Blue Chip-Segment Vifor (+1,2%) und Roche (+0,5%).

Einen starken Lauf hatten die schwergewichtigen Nestlé mit +0,7%, nachdem JPMorgan das Rating „Overweight“ für die Titel des Nahrungsmittelherstellers bekräftigt und sich bezüglich Margenentwicklung der Westschweizer positiv geäussert hatte. Grössere Gewinne verzeichneten noch Richemont (+0,7%) und UBS (+1,0%). Letztere wurden dabei am Tag nach dem Jahresergebnis von den bestätigten Kaufempfehlungen von JP Morgan und HSBC gestützt.

Bei den Verlierern fielen hinter SGS auch die Chemiewerte Clariant (-1,2%) sowie die Finanzwerte Partners Group und Bâloise (beide -0,8%) etwas deutlicher zurück, wobei sich diese Titel seit Jahresbeginn bislang besser als der Gesamtmarkt geschlagen hatten.

Am breiten Markt legten Tornos (+2,5%) nach Zahlen sowie Landis+Gyr (+1,5%) nach einer positiven Gewinnwarnung zu. Nachrichtenlos waren auch weitere Industriewerte wie Starrag (+4,3%), Feintool (+2,6%) oder Conzzeta (+2,2%) gesucht.

Unter grösserem Abgabedruck standen dagegen EFG (-7,1%), Meyer Burger (-5,1%) und Arbonia (-3,9%). Der Finanzdienstleister EFG hatte in einem Rechtsstreit in Taiwan einen Rückschlag erlitten, was knapp 200 Mio USD kosten könnte. Bei den Aktien von Meyer Burger erwiesen sich wiederum die US-Importzölle für Solarzellen und -module als bremsend, wie es hiess. In Arbonia schliesslich nahmen Investoren nach einer starken Zahlenvorlage Geld vom Tisch. (awp/mc/ps)

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