CH-Schluss: SMI bleibt unter 12’000 Punkten – Warten auf US-Notenbank

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Mittwoch den ganzen Tag über an der Marke von 12’000 SMI-Punkten abgearbeitet, aber nie geknackt. Kurz vor Handelsende aber wurde eine neue Bestmarke gesetzt. Die Investoren hätten die Sitzung der amerikanischen Notenbank von heute nach Börsenschluss abgewartet, erklärten Händler. An der Zinsschraube dürfte die Fed nicht drehen. Das Interesse gilt daher vor allem den Äusserungen der Währungshüter zum Thema Inflation.

Denn die Anleger treibt die Furcht um, dass die US-Notenbank damit beginnen könnte, ihre Anleihenkäufe zurückzufahren. Diese spricht bis jetzt mit Blick auf die Inflation allerdings von einem lediglich vorübergehenden Phänomen. Aktuell gibt es noch einige Konjunkturdaten aus den USA zu verdauen. Veröffentlicht wurden Daten zu den Baubeginnen und -genehmigungen sowie Import- und Exportpreise jeweils aus dem Mai.

Der SMI schloss zur Wochenmitte 0,50 Prozent höher bei 11’982,03 Punkten. Das neue Allzeithoch liegt nun bei knapp 11’996 Zählern. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, zog um 0,36 Prozent auf 1937,71 Punkte an und der breite SPI um 0,43 Prozent auf 15’373,92. Im SLI standen 19 Gewinner 11 Verlierern gegenüber.

An der Spitze der Gewinner standen die beiden defensiven Pharmaschwergewichte Roche (+1,1%) und Novartis (+1,0%) sowie die Versicherer Zurich (+1,1%), Swiss Life und b (je +0,9%). Bei der Assekuranz hat laut Händlern eine taktische Kaufempfehlung der UBS etwas nachgeholfen.

Gekauft wurden auch der Pharmazulieferer Lonza (+0,8%), sowie die eher konjunktursensiblen Sika (+0,7%), Holcim (+0,8%), Clariant (+0,6%) und Adecco (+0,4%). Weit vorne fanden sich aber auch die defensiven Werte von Swisscom (+0,8%).

Die Grossbankenaktien drehten derweil nach einem freundlichen Start im Tagesverlauf ins Minus. So schlossen Credit Suisse 0,6 Prozent tiefer und UBS büssten 0,7 Prozent ein. Auch die Valoren von Julius Bär verbilligten sich um 1,0 Prozent. Laut einem Analysten von JPMorgan werden die CS-Aktien Abschlag zur Konkurrenz gehandelt. Belastend wirkten dabei Themen wie Rechtsstreitigkeiten, Archegos, Greensill oder eine drohende verschärfte Regulierung.

Am breiten Markt fielen Meyer Burger (+14,4%) und Swissquote (+18,8%) mit massiven Gewinnen auf. Der Hersteller von Solarzellen hat sich für den geplanten Firmenumbau frisches Kapital besorgt. Für Beifall sorgte aber auch insbesondere der Ausblick auf das hohe erwartete Wachstum der EBITDA-Marge in den nächsten Jahren.

Der Onlinebroker Swissquote wiederum profitiert vom Börsenboom und verzeichnet seit Jahresbeginn einen massiven Zustrom an neuen Kunden und Neugeldern. Das Unternehmen stellte daher für das erste Halbjahr ein Rekordergebnis in Aussicht. Zudem soll die bisherige Guidance für das Gesamtjahr stark nach oben revidiert werden.

Auf der anderen Seite ging es mit Bachem (-6,7%) deutlich bergab, nachdem der Titel in der letzten Zeit von Rekord zu Rekord geeilt war. Marktteilnehmer berichteten von auffälligen Umschichtungen in Lonza. Händler wären nicht überrascht, wenn das Papier demnächst von einem Analysten abgestuft würden, hiess es.

Sulzer starteten zwar gut in den Tag. Am Ende wurde aber ein Teil der Vortagesgewinne (+3,7%) wieder eingestrichen. Am Dienstag hatte eine gut aufgenommene Investorenveranstaltung Käufe ausgelöst. (awp/mc/pg)

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