CH-Schluss: SMI kaum verändert – Erleichterung um Iran-Konflikt

Boerse

Zürich – Die Schweizer Börse hat den Donnerstagshandel kaum verändert beendet. Der SMI konnte seine deutlicheren Zugewinne aus dem frühen Handel nicht verteidigen und schloss mit einem kleinen Minus. Während die Pharma-Schwergewichte weiter stützen, belasten Abgaben in Industrie- und Chemietiteln.

Die Marktteilnehmer beurteilten den Konflikt zwischen den USA und Iran als nicht mehr als ganz so gefährlich. «Es gibt Anzeichen, die auf eine Entspannung hoffen lassen. Gelöst ist der Konflikt deswegen aber noch lange nicht», sagte ein Händler. US-Präsident Donald Trump hatte moderatere Töne angeschlagen und US-Vize-Präsident Mike Pence hatte gesagt, dass der Iran im Konflikt mit den USA auf Deeskalation setze. Die grössten Ängste vor einem Flächenbrand am Golf seien damit zerstreut worden, hiess es am Markt. An der Wall Street schwangen sich unterdessen die Indizes im frühen US-Handel zu neuen Rekordmarken auf.

Der SMI schloss 0,01 Prozent tiefer auf 10’650,97 Punkten, nachdem im Hoch noch 10’745 Zähler erreicht wurden. Der SLI, der die 30 wichtigsten Werte beinhaltet, verlor 0,08 Prozent auf 1’642,18 Punkte und der breite SPI gewann 0,01 Prozent auf 12’880,66 Zähler hinzu. Von den 30 SLI Titeln schlossen 14 im Plus, 14 im Minus und zwei (Swiss Life, LafargeHolcim) unverändert.

Grösste Verlierer waren Sika (-3,4%). Das Unternehmen hat den Ergebnisreigen für das Jahr 2019 eingeläutet. Der Bauchemie- und Klebstoffhersteller verfehlte trotz eines rekordhohen Umsatzes die Analystenerwartungen leicht. Die Aktie sei auf Rekordhoch, da erwiesen sich die Verlangsamung des organischen Wachstums und das Fehlen einer Prognose für 2020 als negativ für den Aktienkurs, heisst es bei der UBS. Kepler Cheuvreux sprach von der «grössten Enttäuschung seit Jahren». «Das ist eine übertriebene Reaktion», sagte hingegen ein Händler und verwies auf Gewinnmitnahmen, die aber auch eine Kaufgelegenheit darstellten.

Ebenfalls tiefer schlossen SGS (-0,7%), ABB (-0,6%), Lonza, Clariant (je -0,5%) und Schindler (-0,4%). Auch Zurich und Partners Group gaben etwas ab, ebenso wie das Marktschwergewicht Nestlé (je-0,4%).

Auf der anderen Seite setzten die Aktien von Chipwerten wie AMS (+2,2%) den Aufwärtstrend fort. Händler verweisen auf die Fachmesse CES in Las Vegas und auf die verbreitete Einführung der 5G-Technologie, die viele Chancen für die Branche biete dürfte. In ihrem Sog rückten auch Temenos (+1,5%) und Logitech (+1,0%) vor und in der zweiten Reihe Sensirion (+1,8%) und U-blox (+0,4%).

Die beiden Pharmariesen Novartis (+0,6%) und Roche (+0,4%) legten etwas zu, büssten aber auch im Tagesverlauf an Flughöhe ein. Novartis hat einen Studien-Erfolg mit Ligelizumab bei Nesselsucht erzielt.

Wenig verändert zeigten sich die Bankentitel: UBS und Credit Suisse verloren je 0,1 Prozent.

Julius Bär stiegen um 0,3 Prozent. Meldungen zu einer Millionen-Klage einer litauischen Gesellschaft beeindruckten offenbar kaum, sagt ein Händler. Die Bank wies die Forderung denn auch «nach wie vor entschieden zurück».

Am breiten Markt stiegen Newron um 2,3 Prozent. Am Morgen betrug das Plus zeitweise bis zu 12 Prozent. Die Biotechnologiefirma hat eine neue klinische Studie mit Schizophrenie-Kandidaten Evenamide gestartet. In ihrem Sog zogen auch die Branchennachbarn Addex (+5,6%) kräftig an.

Die Aktien von Pierer Mobility legten um 3,0 Prozent zu. Der Zweiradhersteller hat 2019 7 Prozent mehr Motorräder der Marken KTM und Husqvarna verkauft als im Vorjahr. 2019 sei somit das neunte Rekordjahr in Folge gewesen. Angaben zum Umsatz wurden noch keine gemacht. (awp/mc/pg)

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