CH-Schluss: SMI verliert 0,7% auf 7’886 Punkte

CH-Schluss: SMI verliert 0,7% auf 7’886 Punkte

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag klar im Minus geschlossen. Von den anfänglichen Verlusten in der Eröffnungsphase bis zum Mittag erholte sich der SMI zwar schnell und deutlich, rutschte dann aber am späteren Nachmittag wieder ins Minus. Am Vormittag wurde der wieder steigende Ölpreis als Grund für die Unterstützung genannt. Am späten Donnerstagnachmittag ging dieser allerdings wieder deutlicher zurück. Die Notierungen für Rohöl finden derzeit als Konjunkturbarometer starke Beachtung, wobei ein Anstieg mit Optimismus und daher höheren Aktienkursen verknüpft wird.

US-Daten am Nachmittag beeinflussten die europäischen Börsen kaum, allerdings drehten auch die US-Börsen nach einer moderat festeren Eröffnung mit den Ölpreisen ins Minus. Gerade in den USA hängen viele Förderunternehmen und kreditgebende Banken an der Produktion des «schwarzen» Goldes. Hierzulande standen vor allem drei SMI-Werte nach Quartalszahlen im Fokus: Die beiden Versicherer Zurich und Swiss Life sowie der Baustoffhersteller LafargeHolcim. Zur Belastung des Gesamtmarktes leisteten indes die ex-Dividende gehandelten UBS einen entscheidenden Beitrag.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,66% tiefer bei 7’885,85 Punkten. Bei einem Tagestief von 7’847 Punkten und einem Hoch bei 7’972 bewegte sich der Leitindex am Donnerstag in einer Bandbreite von ganzen 125 Punkten; der VSMI legte um gut 7% zu. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verlor 0,80% auf 1’206,51 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,40% auf 8’527,73 Punkte. Von den 30 Blue Chips schlossen bis auf vier alle im Minus.

Mit Abstand die grössten Gewinner waren Zurich (+6,7%). Der Erstversicherer, der in einer Restrukturierungsphase steckt, übertraf mit seinen Zahlen für das erste Quartal klar die Erwartungen. Vor allem erste Fortschritte im Bereich Nicht-Leben hätten dazu beigetragen, zudem hätten sich Befürchtungen über mögliche Verluste nicht bewahrheitet, hiess es. Erste Analysten erhöhten im Nachgang bereits das Rating.

Negativ aufgenommen wurden dagegen der Zwischenbericht von Swiss Life (-1,9%). Bei dem Lebensversicherer war das Prämienvolumen deutlich rückläufig und blieb auch klar unter den Erwartungen am Markt; Gewinnzahlen gab es keine. Insgesamt sieht sich das Unternehmen aber gut in die neue Strategiephase gestartet. Und auch Analysten trauen dem Unternehmen zu, die finanziellen Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen.

Die Dritten im Bunde, LafargeHolcim (-1,4%), enttäuschten ebenfalls. Der Baustoffhersteller konnte die Prognosen für Umsatz und Betriebsgewinn nicht erreichen. Gerade im Vergleich zu den besser als erwartet ausgefallenen Rapporten der internationalen Konkurrenz sei die Performance unbefriedigend, kommentierte etwa die ZKB.

Ganz am Ende der SMI/SLI-Tabelle fanden sich indes UBS (-5,9% oder -0,92 CHF), wobei 85 Rappen auf den Abgang der Dividende zurückzuführen sind. Der Wechsel auf dem Posten des Schweiz-Chefs wurde zwar kontrovers diskutiert, war aber nicht gross börsenrelevant, wie es hiess. Weit hinter dem Gesamtmarkt blieben auch die anderen Grossbankentitel CS (-1,6% auf 13,46 CHF) zurück. Die Euphorie nach dem Quartalsabschluss vom Dienstag (+5,0%) ist damit bereits wieder vorbei; zuvor (am Montag) hatte die Aktie bei 13,43 CHF geschlossen.

Noch tiefer im Minus schlossen am Donnerstag Richemont (-2,6%) und Swatch (-2,2%). Für beide Luxusgüterwerte senkte die US-Bank Bernstein im Rahmen einer Branchenstudie jeweils das Kursziel. Der Analyst strich dabei die derzeitigen Schwierigkeiten im Luxusuhren-Markt hervor.

Auch die Schwergewichte Novartis (-0,9%), aber auch Roche (-0,5%) und Nestlé (-0,2%) waren dem SMI am Ende keine Stütze. Gewinne verbuchten neben den grossen von Zurich dagegen noch einzig Swisscom (+0,7%), Geberit (+0,3%) und Bâloise (+0,1%).

Am breiten Markt waren Sunrise (+5,4%) nach Zahlen stark gesucht. Gelobt wurde der deutliche Fortschritt in Sachen Profitabilität. Schaffner (-0,4%) gaben dagegen nach einem Verlust im Halbjahr 2015/16 (per 31.03.) etwas ab.

Sulzer (+0,1%) stemmten sich gegen den Trend. In einem Interview mit AWP sagte CEO Greg Poux-Guillaume, er habe keine Anzeichen dafür, dass Haupteigentümer Viktor Vekselberg seine Beteiligung verkaufen will. Ihm bzw. seiner Beteiligungsgesellschaft Renova war wegen der schwierigen Lage am Ölmarkt und in Russland Liquiditätsprobleme nachgesagt worden. (awp/mc/upd/ps)

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