CH-Schluss: SMI setzt kräftige Erholung fort

Boerse
(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag den Schwung des Vortags mitgenommen und der Leitindex SMI ist weiter in die Höhe geklettert. Am Ende rückte der Index gar über 10’770 Punkte vor und schloss so hoch wie zuletzt vor gut einem Monat. Mit kräftigen Kursavancen stachen Logitech und UBS heraus, die die Anleger mit Quartalszahlen überzeugten. Aber auch die Schwergewichte Roche und Nestlé liessen sich von der positiven Stimmung an der Börse mitreissen, während Novartis nach Zahlen blass blieben.

Weltweit hätten die schwächer als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten die Hoffnung genährt, die Notenbanken könnten im Kampf gegen die Inflation den Fuss etwas vom Gaspedal nehmen, hiess es im Handel. Die US-Häuserpreise stiegen weniger stark als von Analysten erwartet an und auch das US-Konsumentenvertrauen schwächte sich überraschend stark ab. Beide Kennziffern deuten auf eine sich abkühlende US-Wirtschaft hin. In Deutschland fiel zudem der vom Ifo-Institut berechnete Geschäftsklima-Index auf den tiefsten Stand seit Mai 2020.

In der Schweiz kletterte der SMI bis Börsenschluss um 1,68 Prozent auf 10’773,34 Punkte in die Höhe, dies nachdem er bereits am Montag ebenso stark zugelegt hatte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gewann gar 2,08 Prozent auf 1632,08 und der breite SPI 1,64 Prozent auf 13’763,98 Zähler. Im SLI stand am Ende ein Verlierer den 28 Gewinnern gegenüber. Holcim schlossen unverändert. Bewegung gab es auch am Devisenmarkt wo der Dollar zum Franken wieder unter Parität abrutschte.

Auf dem Vormarsch waren am Dienstag die Titel des Computerzubehörherstellers Logitech (+12% auf 51,18 Fr.) nach Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal. Logitech hatte zwar im Vergleich zum Vorjahr klar weniger Umsatz und Gewinn erzielt, doch hatten Analysten mit noch stärkeren Rückgängen gerechnet. CEO Bracken Darrell gab sich zudem gewohnt optimistisch bezüglich Aussichten.

Auch die UBS (Aktie: +7,7%) schlug die Erwartungen mit den Ergebnissen zum dritten Quartal und wusste insbesondere mit dem starken Neugeldzufluss zu überzeugen. Analysten würdigten überdies die gute Kostenkontrolle. Die Zahlen seien jedenfalls ein starker Kontrast zum lokalen Konkurrenten Credit Suisse (Aktie: +2,0%), der am Donnerstag wahrscheinlich operative Verluste ausweisen werde.

Zu den grössten Gewinnern unter den Bluechips zählten im Erholungsrally zudem Titel wie jene des Vakuumspezialisten VAT (+5,8%), des Vermögensverwalters Partners Group (+5,2%) oder auch von Kühne+Nagel (+4,3%). Der Logistiker hat zum dritten Quartal in erster Linie mit dem hohen Gewinn brilliert, doch nahm die Aktie erst an Fahrt auf als das Management am Nachmittag in einer Analystenkonferenz beruhigende Worte zu den Aussichten fürs 2023 äusserte, wie Händler erklärten.

Einziger Verlierer im SLI war Novartis (-0,2%). Händler sprachen von einem durchwachsenen Zahlenset im dritten Quartal. Vor allem die anhaltende Dollarstärke hatte dem Pharmamulti zugesetzt, während die Prognosen fürs Gesamtjahr 2022 bekräftigt wurden. Demgegenüber rückten die Konkurrenzpapiere von Roche (+1,3%) sowie jene von Nestlé (+1,0%) vor.

Weit hinten in der SLI-Tabelle waren Aktien wie jene von Holcim (unverändert), Swiss Re oder Swisscom (je +0,4%) zu finden. Die drei Konzerne werden noch in dieser Woche ebenfalls Geschäftszahlen vorlegen.

Im breiten Markt fielen Orascom mit einem Plus von 12 Prozent auf. Der Immobilienentwickler und Hotelbetreiber hat ein unverbindliches Angebot für das Vorzeigeprojekt O-West in Kairo erhalten.

Idorsia (+4,0%) und EMS Chemie (+0,3%) waren nach Zahlen unterschiedlich stark nachgefragt. Landy+Gyr gewannen 2,8 Prozent nachdem in Finnland ein Auftrag gewonnen wurde. Deutliche Abgaben waren etwa bei Bobst (-7,7%) oder GAM (-6,7%) zu sehen.. (awp/mc/ps)

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