CH-Schluss: SMI steigt um 1,46% auf 8’908,99 Punkte

CH-Schluss: SMI steigt um 1,46% auf 8’908,99 Punkte

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Mittwoch mit der Hoffnung auf einen Kompromiss im griechischen Schuldendrama deutlich fester abgeschlossen. Nach verhaltenem Start trieb die Meldung, dass der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras die meisten Forderungen der internationalen Geldgeber zu akzeptieren bereit sei, den Leitindex SMI bis am Mittag um rund 100 Punkte in die Höhe. Dank guter US-Wirtschaftsdaten weitete die Börse die Kursgewinne sogar noch aus, ehe Tsipras mit der erneuten «Nein»-Empfehlung zum Referendum vom Sonntag den Bullen etwas den Wind aus den Segeln nahm.

Die Lage um Griechenland bleibt somit verworren. So hält Athen an der geplanten Volksabstimmung über den Spar- und Reformkurs fest, die den EU-Politikern ein Dorn im Auge ist. Ausserdem haben sich EU-Vertreter und insbesondere Berlin zu den jüngsten Sparzusagen zurückhalten geäussert. Der Vorschlag Tsipras sei noch keine Grundlage für eine Lösung, sagte etwa der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble. Gleichzeitig richtet sich der Blick der Anleger auch in die USA, wo am Donnerstag der viel beachtete Arbeitsmarktbericht auf dem Programm steht. Im Vorlauf dazu ist der ADP-Report über Erwarten gut ausgefallen, und auch die Stimmung in der US-Industrie sowie Angaben zu den Bauausgaben wussten zu überzeugen.

Bis Handelsende gewann der Swiss Market Index (SMI) 1,46% auf 8’908,99 Punkte dazu, das Tageshoch wurde bei 8’955 Stellen gesetzt. Das am Dienstag zu Ende gegangene erste Halbjahr 2015 hatte der Leitindex noch mit einem Verlust von rund 2% beendet. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) legte um 1,41% auf 1’337,60 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,40% auf 9’043,87 Punkte zu. Von den 30 wichtigsten Aktien standen am Ende 28 im Plus, Transocean mit 3,1% im Minus, und Swisscom schlossen unverändert.

Zu den Siegern der Erholungsrally zählten bei den Schweizer Blue Chips Finanztitel und Zykliker. Weit vorne rangierten Credit Suisse (+3,0%), die am Tag des Amtsantritts des neuen CEO Tidjane Thiam von einer Hochstufung auf «Overweight» durch Morgan Stanley getragen wurden. Das strahle auf den gesamten Finanzsektor aus, kommentierte ein Händler. Schliesslich klettern auch UBS um 3,0% in die Höhe, während sich Julius Bär um 1,6% oder die Versicherer Swiss Life um 1,6% und Zurich um 1,5% verteuerten.

Unter den konjunkturabhängigen Aktien verzeichneten im SMI/SLI Holcim (+2,4%) die stärksten Avancen. Gute Kursgewinne verbuchten aber auch Lonza (+2,3%) oder Aryzta (+1,9%). Galenica (+2,2%) wurden derweil von Deckungskäufen und IPO-Phantasien angetrieben. Der in der Gesundheitsbranche tätige Konzern strebt die Aufteilung in einen Pharma- und Logistikteil an, wobei bis spätestens in vier Jahren sowohl Vifor Pharma als auch Galenica Santé als eigenständige Unternehmen an die Börse gebracht werden sollen.

Weiteren Rückenwind lieferten die beiden Schwergewichte Roche (+1,6%) und Nestlé (+1,6%). Beim Nahrungsmittelhersteller empfahl ein Citigroup-Analyst, in die Aktien umzuschichten. Roche hatte hingegen am Vorabend mit enttäuschenden Studiendaten eher negative Nachrichten präsentiert. Am Berichtstag gab eine Kurszielerhöhung durch HSBC Gegensteuer.

Novartis gewannen nach anfänglichen Gewinnen am Ende 1,1%. Dem Pharmakonzern drohen Zahlungen in Milliardenhöhe in einem Schmiergeldprozess in den USA. Die Behörden werfen dem Unternehmen aus Basel vor, Apotheken dafür bezahlt zu haben, dass sie Novartis-Medikamente statt Konkurrenz-Arzneien verkaufen.

Im breiten Markt fielen unter den Industriewerten vor allem die Papiere vom Bauausrüster AFG auf. Die Börse reagierte mit einem Abschlag von 6,5% auf die Nachricht, dass Konzernchef William Christensen überraschend geht. Er hatte die Aufgabe erst vor sieben Monaten übernommen. Dagegen legten Dufry um 2,1% zu. Der Reisedetailhändler gab an, dass er bis jetzt noch keine Auswirkungen der Griechenlandkrise spürt.

Derweil feierte die Cosmo-Tochter Cassiopea das Börsendebut. Die erste Kurs der Aktien lag bei 35 CHF und damit über dem Ausgabepreis von 34 CHF. Den Handel beendeten die Titel dann mit 37,30 CHF knapp unterhalb des Tageshöchstkurses von 37,60 CHF. (awp/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.