CH-Schluss: Freundlich – Erholungsbewegung hält an

Boerse
(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag seinen Aufwärtstrend vom Vortag fortgesetzt. Marktteilnehmern zufolge preisten die Börsianer einen Teil des zuletzt sehr hohen Pessimismusniveaus wieder aus. Händler bezweifeln aber, dass der Anstieg wirklich von Dauer sein wird. Denn die Stimmung an sich sei weiterhin schlecht und lade die Investoren nicht zu grösseren Aktienkäufen ein.

Denn sollte es wirklich zu einer Rezession kommen, dürften die Kurse wieder unter Druck geraten, sagte ein Händler. Gleichzeitig hat die US-Notenbank bekräftigt, die Zinsen schneller anzuheben, um die Inflation unter Kontrolle zu bringen. In diesem Zusammenhang rückt der Blick der Anleger bereits auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht für Juni vom morgigen Freitag. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe haben die Märkte derweil kaum bewegt.

Der Swiss Market Index (SMI) rückte am Berichtstag um 0,93 Prozent auf 10’940,98 Punkte vor. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, legte um 1,28 Prozent auf 1676,51 und der breite SPI um 0,96 Prozent auf 14’115,99 Zähler zu. Im SLI schlossen einzig Nestlé im Minus.

Ermutigende Aussagen des koreanischen Technologieriesen Samsung schob die Aktien der hiesigen Branchenvertreter AMS Osram (+4,3%), Logitech (+2,2%) und VAT (+2,2%) an. Das färbe auf die ganze Branche und die Zulieferer ab, sagte ein Händler.

Mit zu den grössten Gewinnern zählten zyklische Papiere wie ABB (+3,2%), Sika (+2,7%), Adecco (+2,7%) oder Schindler (+2,1%), die zuletzt arg gebeutelt wurden.

Bei Kühne+Nagel (+2,1%) sorgte laut Händlern der Milliardär Klaus Michael Kühne für Phantasie, denn der Kühne-Mehrheitseigner hat sein Aktienpaket an der Lufthansa aufgestockt. Er könnte es auf das lukrative Frachtgeschäft der Airline abgesehen haben, sagten Händler.

Richemont verteuerten sich um 0,8 Prozent. Der Luxusgüterkonzern profitierte von starken Zahlen des Mitbewerbers Prada sowie von Lockerungen der Flugbeschränkungen in Hongkong. Richemont wird kommende Woche den Umsatz zum ersten Quartal vorlegen.

Swatch (+0,6%) konnten nicht voll von der positiven Grundstimmung an den Märkten profitieren. Im Vorfeld der Publikation der Halbjahreszahlen, diese werden ebenfalls kommende Woche erwartet, haben verschiedene Analysten ihre Kursziele oder gar ihre Ratings reduziert.

Finanzwerte erfreuten dafür einer regen Nachfrage. Allen voran mit den Versicherungswerten Swiss Life (+3,8%) und Swiss Re (+3,1%) deckten sich die Anleger ein. Gerade der Lebensversicherer hat laut Händlern von einer verteidigenden Kaufempfehlung aus dem Hause Berenberg profitiert. Vor allem Institutionelle hätten zugekauft.

Die Bankaktien UBS (+2,1%), Julius Bär (+2,3%) und Credit Suisse (+2,2%) wurden ebenfalls fleissig gekauft.

Roche (+0,4%) und vor allem Novartis (+1,1%) stützten den positiven Trend. Die Papiere der Pharmariesen profitierten laut Beobachtern von den Nachrichten, das der US-Rivale Merck 40 Milliarden US-Dollar für das Biotech-Unternehmen Seagen bezahlen will. Die hohen Bewertungen mache gerade Novartis mit seiner Disposition stehenden Sparte Sandoz attraktiv, hiess es.

Am unteren Ende der Tabelle rangierten Aktien von Unternehmen mit einem defensiven Geschäftsmodell wie der Nahrungsmittelkonzern Nestlé (-0,5%), dem Aromen- und Duftstoffhersteller Givaudan (+0,3%) oder dem Medizintechniker Sonova (+0,2%).

Am breiten Markt legten Clariant spekulationsbedingt um 3,4 Prozent zu. Ein Bericht von «The Market» regte alte Spekulationen wieder an, sagten Händler. Laut dem Artikel wird der Grossaktionär Sabic Clariant entweder ganz übernehmen oder eine «ihm genehme Transaktion» aufgleisen.

Meyer Burger verteuerten sich um 7,8 Prozent. Händler verwiesen auf einen Artikel in einem Fachblatt, wonach dem Solarunternehmen nahestehenden Forschern ein Durchbruch gelungen sei. Davon gehe aus Aktionärssicht durchaus Fantasie aus, hiess es in Börsenkreisen.

Spexis gewannen 5,8 Prozent. Wie das Biotechunternehmen mitteilte, hat der Kandidat Balixafortide zur Behandlung von Prostatakrebs in einem frühen Forschungsstadium eine erste Wirksamkeit gezeigt.

Von den positiven Aussagen Samsungs profitierten im breiten Markt auch Aktien wie Comet (+1,7%) oder Inficon (+3,7%). (awp/mc/ps)

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