CH-Schluss: Kleines Minus am Eurex-Verfall

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag leicht nachgegeben. Nach einem freundlichen Vormittag rutschten die Kurse am kleinen Eurex-Verfall ab Mittag vorübergehend tiefer ins Minus, ehe am Nachmittag eine festere Eröffnung der US-Börsen die hiesigen Notierungen wieder etwas stützte. Insgesamt sei der Handelstag vor dem Wochenende ruhig verlaufen und von Vorsicht geprägt gewesen, hiess es in Händlerkreisen. Nach dem starken Mittwoch sei es deshalb wie schon am Vortag eher zu Gewinnmitnahmen gekommen.

Viele Gründe, um Aktien zu kaufen, machten Marktteilnehmer angesichts durchwachsener Konjunkturdaten nicht aus. So signalisierten die jüngsten Daten zur Stimmung der Unternehmen in Europa eine nur stockende Konjunkturerholung. Andererseits brachten neue Daten zum Verhalten der Einkaufsmanager in den USA etwas Hoffnung. Die insgesamt gedämpfte Stimmung wurde aber auch weiterhin von den geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China sowie den USA und Iran und auch von den hartnäckig weiter steigenden Zahlen der Corona-Fälle hierzulande und anderswo geprägt.

Der SMI schloss 0,11 Prozent tiefer bei 10’218,2 Punkten. Im Wochenvergleich ergab sich dennoch ein Plus von 0,5 Prozent, immerhin bereits wieder das dritte in Folge. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, verlor 0,11 Prozent auf 1’555,16 Punkte und der breitgefasste SPI 0,13 Prozent auf 12’725,05 Punkte. Von den 30 SLI-Werten schlossen 15 tiefer, 11 höher und 4 unverändert.

Grösste Verlierer waren Vifor Pharma mit einem Minus von 1,9 Prozent. Der Titel hatte praktisch auf dem Tageshoch eröffnet und gab in der Folge während der gesamten Sitzung praktisch nur noch nach.

Dahinter folgten Roche (-1,1%) und Logitech (-0,9%). Logitech befinden sich aber nach wie vor nicht weit entfernt vom vor einem Monat markierten Allzeithoch bei 70,50 Franken. Das Potential für Gewinnmitnahmen ist hier also besonders gross.

Etwas unter Druck standen zudem ABB (-0,4% auf 23,50 Fr.). Noch am Mittwoch mussten für diese Aktie über 24 Franken bezahlt werden, womit das Jahreshoch vom Februar noch in Griffweite lag.

Weitere Verlierer waren etwa AMS (-0,9%) und Sonova (-0,9%) oder Richemont (-0,6%) und Swatch (-0,3%). Letztere beiden hatten bereits am Vortag nach dem Rückgang der Uhrenexporte im Juli klar tiefer geschlossen.

Als Gewinner des Tages gingen SGS (+0,6%) aus dem Handel.

Zur Gruppe der gesuchten Titel gehörten ferner Geberit und Sika (je +0,5%) oder Novartis (+0,5%). Der Basler Pharmakonzern hat in den USA früher als erwartet eine Zulassung für das Multiple-Sklerose-Medikament Kesimpta (ofatumumab) erhalten. Der Entscheid der US-Gesundheitsbehörde FDA war erst im September erwartet worden. Der Anstieg dürfte aber auch mit der bisherigen Jahresperformance zu tun haben.

Und Swiss Life (+0,5%) setzen den Vormarsch des Vortages etwas moderater fort, als die UBS die Papiere aus Bewertungsgründen auf „Buy“ heraufgestuft hatten.

Leichte Avancen verzeichneten zudem Alcon (+0,3%). Dies holten damit aber nur einen kleinen Teil der im Anschluss an die Semesterzahlen an den Vortagen erlittenen Verluste auf.

Im breiten Markt kletterten jeweils nach Zahlen Bachem (+18%) und Mobilezone (+12%) im zweistelligen Bereich nach oben. Das Biochemieunternehmen Bachem hat mit seinen Halbjahreszahlen die Schätzungen der Analysten regelrecht pulverisiert.

Für U-Blox (-14%) ging es dagegen ebenso deutlich nach unten. Der Halbleiterhersteller hat einen tieferen Umsatz ausgewiesen, hohe Abschreibungen auf Entwicklungsprojekte vorgenommen und den Ausblick wegen der Unsicherheiten zurückgezogen. (awp/mc/pg)

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