CH-Schluss: SMI schliesst +1,7% auf 7’946 Punkten

CH-Schluss: SMI schliesst +1,7% auf 7’946 Punkten

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Aufholjagd von Ende vergangener und Anfang dieser Woche am Mittwoch fortgesetzt und deutlich fester geschlossen. Der Leitindex SMI kletterte bereits am Vormittag über die Marke von 7’900 Punkten und weitete die Avancen mit den steigenden US-Börsen im späten Handel noch kräftig aus. Damit hat der Index seit den Jahrestiefstwerten von letzter Woche rund 520 Punkte gut gemacht. Seit Beginn des Jahres liegt das Börsenbarometer allerdings immer noch mit 10% im Minus.

Die Stimmung habe sich nach den jüngsten Turbulenzen am Ölmarkt wieder stabilisiert, sagten Marktteilnehmer. Am späten Nachmittag erhielten die Dividendenpapiere zudem von guten Daten zur US-Industrieproduktion weitere Unterstützung. Ob die Märkte nach dem zuletzt erreichten Tiefpunkt nun eine Bodenbildung vollziehen können, werde sich jedoch wohl erst in den kommenden Tagen und Wochen erweisen, meinten Händler. Die Unsicherheiten an den Finanzmärkten seien nämlich keineswegs ausgeräumt.

Bis Börsenschluss legte der Swiss Market Index (SMI) um 1,69% auf 7’946,19 Punkte zu und ging nahe dem Tageshoch aus dem Handel. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, stieg um 2,17% auf 1’195,51 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,71% auf 8’251,32 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln notierten 29 im Plus. Mit der steigenden Zuversicht nahm auch die Volatilität gemessen am VSMI deutlich ab.

Clariant waren am Mittwoch die einzigen Verlierer unter den Blue Chips. Sie büssten nach Publikation der Jahreszahlen deutliche 2,8% ein, wobei sie während des Handels zwischenzeitlich sogar um rund 6% eingebrochen waren. Enttäuscht habe die Gewinnentwicklung sowie auch der Geschäftsgang bei Plastics & Coatings, hiess es. Zudem hätten sich die Anleger bezüglich Dividende vom Spezialchemiehersteller mehr erhofft.

Auf der Gegenseite kletterten dagegen LafargeHolcim mit 6,4% stark in die Höhe, lediglich die volatilen Transocean (+6,7%) legten noch stärker zu. Nachdem vor einigen Tagen Eurocement als Aktionär bei LafargeHolcim ausgestiegen war, hat sich nun der US-Vermögensverwalter Harris Associates mit einem Anteil von 6,4% beim Zementriesen engagiert. Zudem erhöhten die Analysten von Bryan Garnier das Rating für die LafargeHolcim-Aktie auf «Buy».

Stark steigende Kurse gab es auch bei Aktien zu sehen, welche in der Vergangenheit in ihrer Bewertung überdurchschnittlich zurückgenommen wurden. So gewannen Galenica 5,0%, Lonza 3,9% oder ABB 3,3%. Aber auch die Luxusgüteraktien von Swatch (+2,9%) und Richemont (+3,6%) gehörten zu den grössten Gewinnern. Ein starker Detailhandel zum chinesischen Neujahrsfest gebe bei den Uhrenherstellern Hoffnung, hiess es.

Kräftige Unterstützung erhielt der Gesamtmarkt von den Grossbanken Credit Suisse (+2,4%) und UBS (+3,3%). Laut dem Investmentchef des CS-Grossaktionärs Harris Associates brauche die Bank kein neues Kapital. Die Bank mache Fortschritte, schaffe Kapital und müsse keine frischen Mittel am Markt aufnehmen, liess David Herro in einem Interview wissen.

Die drei Schwergewichte Roche (+1,0%), Novartis (+0,7%) und Nestlé (+1,4%) bewegten sich dagegen im hinteren Bereich der Blue Chips-Rangliste. News gab es zu Roche: Der Konzern hatte von der US-Gesundheitsbehörde FDA für sein Prüfmedikament Ocrelizumab gegen primär progrediente multiple Sklerose (PPMS) den Status Therapiedurchbruch erhalten.

Im breiten Markt hatten die St. Galler Kantonalbank (-0,6%) und Valiant (-0,9%) Jahreszahlen vorgelegt und mit leichten Kursverlusten darauf reagiert. Am meisten büssten Panalpina (-4,9%) an Wert ein, dies nachdem Morgan Stanley das Rating auf «Equalweight» gesenkt hatte.

Dagegen gewannen Ascom (+1,6%) nach dem Einstieg der Beteiligungsgesellschaft Veraison etwas an Wert. Stark ging es für die zuletzt arg gebeutelten Charles Vögele (+11%) hoch während sich Peach Property von einer Gewerbeimmobilie in der Region Düsseldorf trennte, einen Geldfluss von knapp 9 Mio CHF erzielte und an der Börse 5,5% gewann.(awp/mc/cs)

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