CH-Schluss: Praktisch gehalten

CH-Schluss: Praktisch gehalten

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag nahe dem Vortagesschluss aus dem Handel gegangen. Während die anderen europäischen Märkte nach der Korrektur der vergangenen Tage eine Erholung in Angriff nahmen, konnte der Schweizer Leitindex SMI zumindest die anfänglich starken Verluste wettmachen. Dies beflügelt von einer freundlichen US-Eröffnung. Im Tagesverlauf war der SMI zeitweise auf den tiefsten Stand seit März gesunken.

Marktbeobachter sprachen von einer Gegenbewegung in den USA, warnten aber vor zu hohen Erwartungen. Auch überwiegend negativ aufgenommene Unternehmenszahlen würden einer freundlicheren Entwicklung im Weg stehen. Ein Experte bezeichnete dagegen Sorgen als übertrieben, wonach ein Abschwung der Weltkonjunktur die US-Wirtschaft stark belasten würde. Erneut schwache Konjunkturdaten aus Europa vom Morgen drückten dagegen auf die Börsenstimmung. Hierzulande standen Sonova mit ihrem Investorentag und Geberit mit Zukaufplänen im Fokus.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,05% tiefer bei 8’338,01 Punkten. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg dagegen 0,08% auf 1’232,35 und der breite Swiss Performance Index (SPI) sank wiederum 0,05% auf 8’198,27 Zähler. Von den 30 wichtigsten Aktien schlossen 16 im Plus, 13 im Minus und Credit Suisse unverändert.

Sonova (-3,8%) waren im Zuge eines Investorentages die mit deutlichem Abstand schwächsten Blue Chips des Tages. Einige Analysten zeigten sich ziemlich enttäuscht von der vorgestellten neuen Produktegeneration. Die Erwartungen an die am Dienstag präsentierte neue Technologieplattform seien im Vorfeld hoch gewesen, schrieben Experten dazu.

Auch die Versicherungstitel Swiss Re (-0,8%), aber auch Zurich (-0,5%) und Swiss Life (-0,4%) gehörten zum unteren Drittel der SMI/SLI-Titel – ohne spezifische News. Schwächer schlossen zudem Aryzta (-0,9%), Lonza und Transocean (je -0,8%).

Belastet wurde der SMI besonders durch die Schwergewichte Nestlé und Novartis (je -0,4%). Nestlé wird am Donnerstag Zahlen zum dritten Quartal vorlegen. Das dritte Schwergewicht Roche (+0,2%) dagegen stützte den Leitindex.

Swatch und Richemont (je -0,2%) konnten die Verluste bis zum Schluss eindämmen, nachdem sie im Tagesverlauf deutlich unter Druck geraten waren. Der britische Luxusgüterhersteller Burberry rechnet mit geringeren Margen durch das sich verschärfende Marktumfeld für die Branche.

Die Aktien von Geberit (+1,6%) reagierten dagegen positiv auf die Kaufabsichten für die finnische Sanitec. Mit dem Verwaltungsrat und zwei Grossaktionären des Sanitärkeramik-Herstellers wurde bereits eine Übereinkunft getroffen. Der Zeitpunkt für die Übernahme sei attraktiv und die erwarteten Synergien würden den Preis von 97 SEK pro Sanitec-Aktie rechtfertigen, hiess es.

Holcim (+2,1% auf 64,40 CHF) gingen als Sieger unter den SMI/SLI-Titeln hervor. Merrill Lynch das Kursziel auf 85 (70) CHF an, die Einstufung lautet weiter «Buy». Fester tendieren zudem auch Sika, Actelion (je +1,7%), Givaudan (+1,2%) und Kühne+Nagel (+0,9%). Der Logistikkonzern hatte tags zuvor überproportional gestiegene Gewinnzahlen für die ersten neun Monate vorgelegt; die Aktien schlossen am Montag unverändert. Auch Galenica (+0,7%) präsentierten sich stark. Die Papiere des Pharma-Unternehmens hatten jedoch seit Monatsanfang rund 10% verloren.

Ebenfalls erholt haben sich die Bankentitel UBS (+0,2%) und Credit Suisse (unv.) von anfänglichen starken Verlusten. Julius Bär (+0,7%) schlossen gar deutlich im Plus, nachdem der Start der Berichtssaison der Bankenbranche in den USA insgesamt als positiv eingestuft wurde.

Im breiten Markt ging Bossard (-1,7%) zum Schluss mit einem deutlichen Minus aus dem Handel. Der Umsatz im dritten Quartal fiel leicht unter der Konsensschätzung aus, zudem hat das Schraubenhandels- und Logistikunternehmen seine Erwartung für das vierte Quartal leicht reduziert.(awp/mc/cs)

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